538  Ganssest:  Der  Unterricht  in  Physik.

Lehrers  von  passenden  Experimenten  begleitet  ist.  Es  bedurfte  nur  dieser  Anregung,
  um  zu  bewirken,  daB  man  an  verschiedenen  Schulen  die  Ausführbarkeit
  und  die  Zweckmäßigkeit  der  Schülerübungen  versuchte  Schon  im  Laufe
desselben  und  im  folgenden  Jahre  erschienen  mehrere  Berichte  über  Schülerübungen,
  in  denen  sowohl  die  Auswahl  der  Versuche,  wie  auch  die  Erfahrungen
mitgeteilt  wurden.!)  Eine  verdienstvolle  Arbeit  war  es,  daß  K.  Noack  schon
im  Jahre  1892  eine  brauchbare  Zusammenstellung  von  physikalischen  Schülerübungen
  in  Buchform?)  erscheinen  ließ.  Dieses  kleine  Buch  ist  für  viele  Lehrer,
die  der  Anregung  Schwalbes  folgten,  ein  wertvoller  Leitfaden  geworden.
Weitere  Ergänzungen  hierzu  sind  von  demselben  Verfasser  im  Jahre  1901?)  bekannt
gemacht,  denen  1905  eine  Zusammenfassung*)  der  Aufgaben  folgte.  Im  übrigen
sind  teils  in  Schulprogrammen,  teils  in  Aufsätzen  in  der  ZPChU.  wertvolle  Anregungen
  und  Ergänzungen  zu  derartigen  Übungen  veröffentlicht.®)  Andererseits
sind  auch  die  Wünsche  und  Erfahrungen  über  die  Schülerübungen  mehrfach
mitgeteilt.  So  entwirft  noch  Schwalbe  selbst  einen  Plan,  wie  die  Übungen
zu  gestalten  sind.  Auch  spricht  er  den  berechtigten  Wunsch  aus,  daB  die
Übungen  organisch  in  den  Ausbildungsgang  unserer  Jugend  eingereiht  werden.®)

Im  Jahre  1897  wird  über  physikalische  Schülerübungen  in  folgenden  7
Schulen  berichtet:  1.  Berlin,  Spphien-Realgymnasium,  2.  Berlin,  Königst.  Realgymnasium,
  3.  Hamburg,  Oberrealschule  vor  dem  Holstentor,  4.  Halle  a.  S.,  Städtische
  Oberrealschule,  5.  Duderstadt,  Realprogymnasium,  6.  Waldkirch  i.  B.,  Realgymnasium,
  7.  Lennep,  Realschule’)  Diesem  Berichte  folgt  ein  ausführlicher

1)  E.Schwannecke,  Physikalische  Schülerversuche.  Programmbeilage  des  Königst.
Realgymnasiums  in  Berlin  1891.  Pr.  97.  —  F.  Poske,  Über  die  Anleitung  von  Schülern  zu
physikalischen  Versuchen  (ZPChU.  V,  57).  —  H.  C.  Müller-Frankfurt  a.  M.,  Anleitung  der
Schüler  zu  physikalischen  Versuchen  (ZPChU.  V,  109).

*,  K.  Noack,  Leitfaden  für  physikalische  Schülerübungen  (Berlin,  J.  Springer  1892),
889.  Ein  Auszug  hiervon  in  ZPChU.  V,  273.

°,  K.  Noack,  Apparate  und  Aufgaben  für  physikalische  Schülerübungen  (ZPChU.  XV,
129—137  und  193—200).  —  Ferner  K.  Noack,  Über  physikalische  Schülerübungen.  Vortrag
  auf  der  Hauptversammlung  in  Gießen  1901  des  “Vereins  zur  Förderung  des  Unterrichts
in  der  Mathematik  und  den  Naturwissenschaften’.  Siehe  UMN.  VII,  97.

*  K.  Noack,  Aufgaben  für  physikalische  Schülerübungen  (Berlin,  J.  Springer  1905).

5,  F.  Niemöller,  Apparate  und  Versuche  zu  physikalischen  Schülerübungen.  Realgymnasium
  zu  Osnabrück  1894.  Pr.  318.  —  L.  Hönig,  Der  Handfertigkeitsunterricht  im
Anschluß  an  die  Physik.  Großh.  Realschule  zu  Michelstadt  1901.  Pr.  708.  —  Schreiber,
Bemerkungen  über  physikalische  Schülerübungen  am  Gymnasium  zu  Neuwied  (ZPChU.  XII,
245).  —  J.  Hiller,  Physikalische  Übungen  und  Aufgaben  im  Anschluß  an  den  Unterricht.
Luisenstädt.  Oberrealschule  in  Berlin  1898.  Pr.  116.  —  Maurer-Eberbach,  Über  Schülerversuche
  mit  einfachen  Mitteln  (ZPChU.  XVI,  382).  —  H.  Hahn,  Schülerübungen  aus  der
Optik  (ZPChU.  XVIO,73).  —  E.  Grimsehl,  Schülerübungen  aus  der  Optik  (ZPChU.  XVII,  202).
—  F.  Bohnert,  Bericht  über  die  Hilfsmittel  für  den  physikalischen  Unterricht  und  über  die
physikalischen  Schülerübungen  an  der  Oberrealschule  v.  d.  Holstentor.  Hamburg  1904.  Pr.  862.
E.Grimsehl,  Ausgewählte  physikalischeSchülerübungen.  Hamburg.  Oberrealschule  a.d.Uhlenhorst,
  1906.  Auch  in  B.  G.  Teubners  Verlag  im  Buchhandel  erschienen.

©)  B.  Schwalbe,  Über  praktische  Schülerübungen  (ZPChU.  VI,  161).

7),  ZPChU.  XI,  198.

Nach  einer  Mitteilung  von  H.  Rudolph  hat  sich  bei  einer  Rundfrage  ergeben,  daß  im