Ausbildung  der  Schulamtskandidaten.  541

setzung  der  vom  Physikalisch-chemischen  Institut  Lisser  &amp;  Benecke!)  herausgegebenen
  Zeitschrift  anzusehen,  von  der  nur  drei  Bände  erschienen  sind  und
die  1886  eingegangen  ist.  Die  ZPChU.  hat  sich  um  die  Förderung  des  physikalischen
  Unterrichts  außerordentliche  Verdienste  erworben.  Seit  1904  sind
mit  dieser  Zeitschrift  ‘Sonderhefte’  verbunden,  die  größeren  ‘Abhandlungen  zur
Didaktik  und  Philosophie  der  Naturwissenschaften’  Raum  gewähren.  Bis  jetzt
sind  sechs  Sonderhefte  erschienen”)  Während  die  ZPChU.  ausschließlich  dem
physikalischen  und  chemischen  Unterricht  gewidmet  ist,  bestehen  noch  einige
andere  Zeitschriften,  die  ein  weiteres  Gebiet  umfassen,  welche  aber  ebenfalls  viele
wertvolle  Arbeiten  enthalten,  die  dem  physikalischen  Unterricht  zugute  kommen?)

In  unmittelbarem  Zusammenhange  mit  den  stetigen  wissenschaftlichen  Fortschritten
  der  Physik  steht  die  Notwendigkeit,  daß  den  im  Amte  stehenden
Lehrern  Gelegenheit  geboten  wird,  ihr  eigenes  Wissen  den  modernen  Anschauungen
  der  Wissenschaft  anzupassen  und  es  zu  erweitern.  Diesen  Zwecken
dienen  die  sog.  Ferienkurse,  die  zuerst  auf  Anregung  von  B.  Schwalbe  1891
in  Berlin  eingerichtet  wurden.  Seit  dieser  Zeit  sind  sie  auch  in  Jena,  Frankfurt
  a.  M.,  Gießen,  Würzburg,  Göttingen  und  Greifswald  eingerichtet.  Die  Kurse
bestehen  in  Vorträgen  von  Universitätsdozenten  und  Schulmännern  über  die
Resultate  der  neueren  wissenschaftlichen  Forschung  und  über  pädagogische
Fragen,  sowie  in  praktischen  Übungen;  sie  dauern  gewöhnlich  1—-3  Wochen.

Neuerdings  sind  von  F.  Kleint)  für  die  Lehrer  ‘regelmäßige  Urlaubssemester”
  gefordert,  ‘welche  dem  Lehrer  Gelegenheit  geben  sollen,  nach  Jahren
absorbierender  Amtstätigkeit  immer  wieder  freie  wissenschaftliche  Umschau  zu
halten’.  Das  ist  eine  Forderung,  deren  Erfüllung  hoffentlich  nicht  allzulange
auf  sich  wird  warten  lassen.

Außer  der  wissenschaftlichen  Weiterbildung  ist  die  praktische  Ausbildung
für  den  Lehrerberuf  von  größter  Wichtigkeit,  und  zwar  für  den  Physiklehrer
deshalb  besonders,  damit  er  in  den  Stand  gesetzt  wird,  der  Forderung  der  Lehrpläne
  entsprechend,  seinen  Unterricht  auf  experimenteller  Grundlage  aufzubauen.
Die  wissenschaftlichen  Praktiken  der  Hochschulen  erfüllen  diese  Aufgabe  nur

ı)  ‘Zeitschrift  zur  Förderung  des  physikalischen  Unterrichts’.  Herausgegeben  vom
Physikalisch-technischen  Institut  Lisser  &amp;  Benecke,  Berlin.

#)  *Abhandlungon  zur  Didaktik  und  Philosophie  der  Naturwissenschaften’.  Herausgegeben
  von  F.  Poske,  A.  Höfler  und  E.  Grimsehl;  Sonderhefte  der  Ztschr.  f.  phye.  u.
chem.  Unterricht.  Berlin,  Julius  Springer  (seit  1904).

°,  “Natur  und  Schule’.  Zeitschrift  für  den  gesamten  naturkundlichen  Unterricht  aller
Schulen.  Herausgegeben  von  B.  Landuberg,  OÖ.  Schmeil  und  B.  Schmid.  Leipzig,
B.  G.  Teubner  (seit  1902).  —  “Zeitschrift  für  mathematischen  und  naturwissenschaftlichen
Unterricht”.  Begründet  1869  von  J.  C.  V.  Hoffmann,  seit  1901  herausgegeben  von
H.  Schotten.  Leipzig,  B.  G.  Teubner.  —  “Archiv  der  Mathematik  und  Physik’.  Mit  besonderer
  Rücksicht  auf  die  Bedürfnisse  der  Lehrer  an  höheren  Unterrichtsanstalten.  Gegründet
  1841  durch  J.  A.  Grunert.  Jetzt  herausgegeben  von  E.  Lampe,  W.  Franz  Meyer
und  E.  Jahnke.  Leipzig,  B.  G.  Teubner.

“  F.  Klein,  Bemerkungen  zum  math.  und  phys.  Unterricht.  Verh.  d.  Breslauer
Naturforscherversammlung  1904.  Verlag:  Vogel,  Leipzig,  1905.