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Gleichheit  der  Anzahl  von  Punkten  des  Radikals  Zn  erfordert  zwei  Radikale

NO,,  also  Zn(N  Ö,).-  Es  verbinden  sich  demnach  zwei  einwertige  Radikale  mit
einem  zweiwertigen,  drei  einwertige  mit  einem  dreiwertigen,  drei  zweiwertige  mit
zwei  dreiwertigen.

Für  saure  Salze,  sagen  wir  für  Salze  der  Orthophosphorsäure,  ergeben  sich
mühelos  die  Ableitungen  NaH,PO,Na,HPÖ,.  Säuren  sind  demnach  Verbindungen,
  die  nur  H  als  positives  Radikal  haben;  Basen  solche,  die  als  negatives
Radikal  nur  Hydroxyl  haben.

Tauchen  wir  ein  Stück  Eisen  in  eine  Kupfervitriollösung,  so  erklären
wir  den  Vorgang  jetzt  dahin,  daß  das  Eisen  ein  beladenes  Radikal  wird,  während
das  unelektrisch  gewordene  Kupfer  als  Metall  ausscheidet.  —  Aus  der  Reihenfolge
  Na,  Mg,  Al,  Zn,  Fe,  Sn  (H)  Cu,  Hg,  Ag,  Au  lassen  sich  leicht  die  verschiedenen
  Ausscheidungen  aus  wässerigen  Lösungen,  wie  z.  B.  jene  von  Hg
durch  Cu,  erklären,  die  wir  damit  begründen,  daß  das  Metall,  welches  die
größte  Tendenz  hat,  sich  mit  Elektrizität  zu  beladen,  als  Ion  in  Lösung  geht,
während  das  andere  mit  geringer  Neigung  zur  Beladung  als  Metall  ausscheidet.
—  Recht  interessant  können  die  Erörterungen  über  die  metallische  Natur  des
H  sich  gestalten,  der  z.  B.  durch  Zn  und  Fe  aus  HCl  ausgeschieden  wird,  während
  Cu  nicht  in  der  Weise  zu  reagieren  vermag.  Wie  kommt  es,  das  Na,  Mg,
Fe  z.  B.  Wasser  zersetzen,  während  Cu  oder  Hg  auf  dasselbe  nicht  einwirken?
Wie  erklärt  sich  in  bezug  darauf  das  Vorkommen  von  metallischem  Cu,  Hg,  Ag?

Auch  hinsichtlich  der  Reaktionen  von  freien  und  komplexen  Ionen  ergeben
sich  wichtige  Anhaltspunkte.  HC1-+  AgNO,  oder  NaCl+AgNO,  geben  den
bekannten  käsigen  Niederschlag;  hingegen  reagieren  nicht  HC10,  +  AgNO,  oder
KC10,  +  AgNO,.  In  ersterem  Falle  haben  wir  das  Cl  als  freies  Ion,  in  letzterem

  das  komplexe  C1O,.

Schwefelwasserstoff  fällt  Fe  aus  der  Lösung  seiner  Verbindungen,  jedoch
nicht  aus  K,FeC,N,,  weil  hier  nicht  das  Ion  Fe,  sondern  der  Komplex  FeC,N,
abgespalten  wird  usw.

Eine  methodische  Frage  wird  es  nun  sein,  dem  Gebiete  der  physikalischen
Chemie  eine  richtige  Stellung  anzuweisen.  Natürlich  muß  bereits  die  Physik
vorgearbeitet  haben,  und  damit  ergibt  sich  von  selbst  die  Verlegung  des  Gebietes
auf  einen  späteren  Jahrgang.  Die  Ionentheorie  z.  B.  könnte  am  besten  gelegentlich
  der  Behandlung  der  Alkalien  (systematischer  Lehrgang)  auftreten  und
müßte  in  der  Oberstufe  nochmals  und  eingehender  behandelt  werden.

|  Natürlich  kann  es  sich  nicht  um  eine  Loslösung  von  anderen  chemischen
Gebieten  handeln,  um  eine  von  diesen  getrennte  Behandlung,  sondern  um  eine
geeignete  Einflechtung.  Da  gewöhnlich  auf  der  Oberstufe  der  systematische
Gang  eingeschlagen  wird,  so  dürfte  die  Lösung  des  Problems  nicht  zu  schwer
sein.  Man  wird  erst  nach  der  Behandlung  der  Metalloide  den  ausgiebigsten
Gebrauch  von  der  physikalischen  Chemie  (so  z.  B.  bei  der  Unterscheidung  von

Metalloiden  und  Metallen)  machen  können.
Bei  allen  diesen  Theorien  ist  ganz  besonders  darauf  zu  achten,  daß  es  sich