Lehrbücher.  575

Exkursionen,  aber  auch  chemische  Versuche  (kohlensaurer  Kalk,  Versuche
an  der  Braun-  und  Steinkohle  usw.)  beleben  und  vertiefen  auch  diesen  Unterrichtsgegenstand
  in  nachhaltiger  Weise.

Überblicken  wir  nochmals  den  gesamten  Lehrstoff,  so  resultiert  für  uns:
Nicht  die  Mineralogie  ale  einzelnes  Fach,  sondern  erst  ihre  Verbindung  mit  der
Geologie  (und  Paläontologie)  gibt  dem  Schüler  ein  Bild  von  dem  Reiche  der
unbelebten  Natur,  von  dem  großen  Werden  und  Vergehen  und  den  Bedingungen,
  auf  denen  die  Existenz  der  Organismen,  die  ja  ohne  die  anorganische
Natur  ausgeschlossen  wäre,  beruht.

Lehrbücher.

Baumhauer,  H.,  Kurzes  Lehrbuch  der  Mineralogie.  2.  Aufl.  Freiburg  i.  B.  1896.
Auf  eine  sehr  umfassende  Darstellung  der  Kristallographie  und  der  physikulischen  und
chemischen  Eigenschaften  der  Mineralien  folgt  der  spezielle  Teil,  und  zwar  ist  derselbe  im
strengsten  Sinne  der  Systematik  durchgeführt.  Den  Abschluß  bildet  die  Petrographie.

Bail,  Th.,  Methodischer  Leitfaden  für  den  Unterricht  in  der  Naturgeschichte.  11.  Aufl.
Leipzig  1898.  Der  Verfasser  stellt  bekannte  Mineralien  wie  Steinkohle,  Kreide  in  den  Vordergrund
  und  entwickelt  sodann  an  einzelnen  Mineralien  die  Kristallographie  (Alaun  —  Oktaeder,
Steinsalz—  Würfel).  Der  2.  Teil  des  Büchleins  ist  der  Geologie  und  Paläontologie  gewidmet.

Hochsatetter  und  Bisching,  Leitfaden  der  Mineralogie  und  Geologie.  Die  Kristallographie
  erfährt  eine  ausführliche  Behandlung.  Der  systematisch  angelegte  Teil  “spezielle
Mineralogie’  bringt  die  einzelnen  Beschreibungen  in  der  wenig  ansprechenden  trockenen
Form,  wie  sie  große  Lehrbücher  zu  wählen  pflegen.  Einen  angenehmen  (Gegensatz  hierzu
bieten  die  vorzüglichen  geologischen  Darstellungen.

Pokorny-Noe,  Naturgeschichte  des  Mineralreiches.  20.  Aufl.  Leipzig  1902.  Das
Buch  gliedert  sich  in  Mineralbeschreibungen,  verbunden  mit  einer  kurzen  Behandlung  einfacher
  Kristallverhältnisse  und  in  eine  Beschreibung  einiger  gemengter  Gesteine.

Scharitzer,  R.,  Mineralogie  und  Geologie  für  Oberrealschulen.  Wien  u.  Prag  1897.
(Ausgabe  für  Obergymnasien  1901.)  Der  kristallographische  Teil  zeigt  insofern  eine  gewisse
Abweichung  von  anderen  Lehrbüchern,  als  mit  dem  triklinen  Kristallsystem  begonnen  wird,
Noch  mehr  Eigenart  zeigt  Verf.  in  der  speziellen  Mineralogie,  wie  deren  Einteilung  in
primäre  und  sekundäre  Mineralien  beweist.  An  diesen  Teil  schließt  sich  eine  Betrachtung
der  metasomatischen  Zersetzungsprodukte,  Auslaugungsprodukte  und  ‘das  Meer  und  sein
Salzgehalt’  (Behandlung  der  Mineralien  der  Salzlagerstätten)  an,  worauf  die  Erze  folgen.  —
Die  Geologie  beginnt  mit  der  Entstehungsgeschichte  der  Erde.  Es  folgen  die  primären
Gesteine  und  deren  Umwandlung,  die  Sedimente  und  die  Pflanzen-  und  Tierwelt  der  einzelnen
  Formation.  Anhangsweise  wird  noch  die  Geologie  von  Österreich-Ungarn  behandelt.

Schmid,  B.,  Lehrbuch  der  Mineralogie  und  Geologie.  EBßlingen  und  München  1904.
Der  Verfasser  geht  von  der  künstlichen  Herstellung  und  natürlichen  Entstehung  der  Kristalle
aus.  In  der  speziellen  Mineralogie,  die  systematisch,  wenn  auch  nicht  im  strengsten  Sinne
des  Wortes,  dargestellt  ist,  wird  ganz  besonders  auf  die  Umwandlungen  und  auf  das
Werden  und  Vergehen  der  Mineralien  Rücksicht  genommen;  außerdeın  werden  bereite  geologische
  Tatsachen  miterwäbnt.  Im  2.  Teil  wird  von  den  geologischen  Wirkungen  des
Wassers  (Heimat)  ausgegangen,  an  die  sich  die  Wirkungen  des  Windes  und  der  Organismen
anschließen.  Hieran  reiht  sich  der  Vulkanismus  und  die  historische  Geologie  (Paläontologie).
  Dem  Buche  sind  zahlreiche  farbige  Textabbildungen  beigegeben.  —  Der  Leitfaden
der  Mineralogie  und  Geologie  von  demselben  Verfasser  wendet  sich  an  Gymnasien  und  Bealschulen.
  Hier  ist  die  Kristallographie  auf  das  Wesentlichste  beschränkt  und  die  Stoffanordnung
  z.  T.  eine  andere.