632  Wennicke:  Schulbygiene.

warm  empfohlen.  Das  Buch  behandelt  in  zwei  großen  Kapiteln  die  Hygiene
der  Schulräume  und  die  Hygiene  der  Schüler,  und  bringt  eine  treffliche,  bei
meiner  Darstellung  vielfach  benutzte  historische  Einleitung.  Die  beiden  Hauptteile
  der  Schulhygiene  sind  gründlich  und  umfassend  dargestellt.  Gerade  die
Beschränkung  des  Buches  auf  solche  Gebiete  der  Schulhygiene,  “worüber  der
Lehrer  wenigstens  einigermaßen  Verfügung  und  Macht  hat  und  worin  er  demnach
  Verbesserungen  eintreten  lassen  kann’  (Kotelmann  1.  c.  Vorrede  S.  VI),  ist
ein  besonderer  Vorzug  des  Buches.

Eine  andere  kleinere  Schulhygiene  ist  von  dem  Schuldirektor  R.  Schmidt
in  Leipzig  und  von  Schmid-Monnard,  Arzt  in  Halle  (5),  herausgegeben.
Auch  dieses  Werk  bringt  die  moderne  Schulhygiene  in  schönster  Art  zur  Darstellung.
  Die  neuesten  Forschungen  berücksichtigend,  behandelt  es  kurz  und
treffend  alle  wichtigen  Kapitel  der  Schulgesundheitspflege..  Nicht  minder  zu
empfehlen  ist  der  von  Janke  (6)  bearbeitete  Grundriß  der  Schulhygiene  Die
Absicht  des  Verfassers,  den  Lehrern  Gelegenheit  zu  geben,  sich  durch  das
Studium  seines  Werkes  solche  hygienische  Kenntnisse  anzueignen,  die  sie  in
den  Stand  setzen,  unsere  Schulen  in  hygienischer  Beziehung  zu  bessern,  erfüllt
das  Werk  vollauf.  Wer  gründlichere  Studien  auf  dem  Gebiete  der  Schulgesundheitspflege
  anstellen  will,  wird  auf  unsere  standard-works  zurückgreifen  müssen.
Sorgfältigere  und  wissenschaftlichere  Werke,  wie  die  Lehrbücher  der  Schulhygiene
  von  Eulenburg  und  Bach  (7),  Baginsky  und  Janke  (8),  Burgerstein
  und  Netolitzky  (9)  hat  die  Literatur  keines  Volkes  aufzuweisen.  Alle
drei  sind  vortreffliche  Bücher;  jedes  ist  von  einem  Schulmanne  in  Zusammenarbeit
  mit  einem  Arzte  verfaßt.  Ärzte,  Lehrer,  Verwaltungsbeamte  und  Architekten
  finden  darin  gründliche  Belehrung.  Eulenburg  und  Bach  (7)  berücksichtigen
  besonders  preußische  schulhygienische  Verhältnisse.

Die  zahlreichen  Erlasse  des  preußischen  Kultusministeriums  auf  dem  Gebiete
  der  Schulhygiene  sind  ebenso  bedeutungsvoll  als  grundlegend  für  viele
Zweige  der  Schulhygiene  geworden.

Baginsky  und  Janke  (8)  berücksichtigen  ganz  besonders  auch  die  medizinische
  Seite  der  Schulhygiene.

Netolitzky  und  Burgerstein  (9)  bringen  eine  gründliche  Darstellung
aller  Teile  der  Schulhygiene,  die  sich  dadurch  besonders  auszeichnet,  daB  sie
eingehend  die  schulhygienischen  Verhältnisse  aller  Kulturstaaten  bei  der  Darstellung
  berücksichtigt  und  eine  geradezu  erstaunliche  Menge  von  Literaturangaben
  berücksichtigt  und  anführt,  so  daß  jeder  auf  diesem  Gebiete  tätige
wissenschaftliche  Arbeiter  dort  das  findet,  was  er  braucht.  Der  Hinweis  auf
dieses  Buch  überbebt  mich  eines  ausführlicheren  Literaturnachweises;  dort  ist
keine  nur  einigermaßen  wichtigere  Arbeit  nicht  erwähnt  und  in  der  Darstellung
unberlicksichtigt  gelassen.

4.  Hygiene  des  Schulhauses.  Ein  Haus,  das  wie  ein  Schulhaus  die
heranwachsende  Jugend  so  lange  Jahre  und  so  viele  Stunden  am  Tage  in  sich
aufnehmen  soll,  muß  alle  die  hygienischen  Anforderungen  erfüllen,  welche  die
moderne  Hygiene  an  einen  solchen  Bau  stellt.  Tatsächlich  gibt  es  in  Deutschland