Schularzt  und  Hygieneunterricht.  657

Vorträge  über  wichtige  Zweige  der  Schulhygiene  unterrichtet  und  auf  Neuerungen
  hinweist;  auch  die  Belehrung  der  Lehrer  und  Schüler  der  oberen  Klassen
über  erste  Hilfe  bei  plötzlichen  Unglücksfällen  würde  zu  den  Aufgaben  des
Schularztes  gehören.

Wenn  ich  nun  zum  Schlusse  des  hygienischen  Unterrichts  für  Lehrer  und
Schüler  gedenken  soll,  so  ist  anzuführen,  daß  die  Fülle  der  für  die  Gesundheit
wichtigen  Tatsachen  eine  so  große  ist,  daß  hygienische  Kenntnisse  eigentlich
zur  allgemeinen  Bildung  gehören  sollten.  Einen  besonderen  Unterricht  in  der
Hygiene  aber  einzuführen,  halte  ich  nicht  für  notwendig,  dagegen  sollten  die
Studierenden  des  Lehrfaches  (und  die  Seminaristen)  auf  der  Universität  und
suf  dem  Seminar  Unterricht  in  der  Hygiene  mit  besonderer  Berücksichtigung
der  Schulhygiene  erhalten,  und  die  Naturwissenschaftler  sollten  in  diesem  Fache
auch  geprüft  werden.  Der  Unterricht  müßte  dabei  so  gestaltet  werden,  daß  der
Physiologie  ein  breiter  Raum  gewährt  wird.  So  hygienisch  vorgebildete
Lehrer  werden  beim  naturwissenschaftlichen  Unterrichte  in  der  Lage  sein,  ihren
Schülern  richtige  Anschauungen  über  die  Hygiene  beizubringen  und  werden  daher
  dazu  beitragen,  daß  der  Schüler  auf  der  Schule  mit  Recht  sagen  kann:
non  Scholae  sed  vitae  discimus.

Litersturnachweis.

1.  C.J.  Lorinser,  Zum  Schutz  der  Gesundheit  in  den  Schulen.  Berlin  1836,  bei  Enslin,

2.  Peter  Frank,  System  einer  vollständigen  medizinischen  Polizei.  II.  Bd.  2.  Aufl.  Mannheim
  1780—1784,  bei  Schwan.

8.  Zeitschrift  für  Schulgesundheitspflege,  begründet  von  Dr.  L.  Kotelmann,
redigiert  von  Prof.  Dr.  Erismann  in  Zürich,  erscheint  seit  1888  in  monatlichen
Heften  und  umfaßt  das  vielseitige  Gesamtgebiet  der  Schulhygiene.

4.  L.  Kotelmann,  Schulgesundheitspflege.  München  1904,  Becksche  Verlagsbuchhandlung.
213  Seiten.

56.  Rudolf  Schmidt  und  Schmid-Monnard,  Schulgesundheitspflege.e  Leipzig  1902,
Voigtländers  Verlag.  184  Seiten.

6.  O.  Janke,  Grundriß  der  Schulhygiene.  2.  Aufl.  Hamburg  u.  Leipzig  1901,  Verlag  von
Leopold  Voß.  809  Seiten.

7.  Dr.  H.  Eulenburg  (Geh.  Obermed.-Rat,  Bonn)  und  Dr.  Theodor  Bach  (Direktor  des
Falk-Realgymnasiums  zu  Berlin)  Schulgesundheitslehre.  2.  Aufl.  Berlin  1896—1900,
Heines  Verlag.

.  Baginsky-Janke,  Handbuch  der  Schulhygiene.  8.  Aufl.  Stuttgart  1898—1900,  F.  Enke.

.  Leo  Burgerstein  und  Aug.  Netolitzky,  Handbuch  der  Schulhygiene.  2.  Aufl.  Jena
1902,  G.  Fischer.

10.  Hinträger,  Der  Bau  und  die  innere  Einrichtung  von  Schulgebäuden.  Wien  1887/99,

bei  C.  Gräser.

11.  Das  ‘Schulhaus’,  Zeitschrift;  Zentralorgan  für  Bau,  Einrichtungen  usw.  der  Schulen,

herausgegeben  von  L.  K.  Vanselow-Berlin-Tempelhof,  Schulhaus-Verlag.

12.  Erismann,  Die  hygienische  Beurteilung  der  verschiedenen  Arten  künstlicher

  Beleuchtung.  Zeitschr.  für  Schulgesundheitepflege  1897  u.  1899.
13.  Burgerstein,  Schulluft.  Enzyklopädisches  Handbuch  der  Pädagogik.  Bd.  6.  Langensalza
  1898,  Beyer  &amp;  Söhne.
Handbuch  für  Lehrer  höherer  Schulen.  42

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