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matische  Behandlung  zu  versagen.  Löbell  hält  noch  an  der  Universalgeschichte  fest,  verlangt
  aber  eine  große  Beschränkung  der  mitzuteilenden  Tatsachen.

Zwei  Lehrgänge  reichen  aus:  der  erste  auf  Quarta  und  Tertia  beschränkt  sich  auf  die
wichtigsten  Außeren  und  inneren  Ereignisse,  der  höhere,  vier  Jahre  umfassend,  bringt  eine
Ergänzung  durch  eingehende  Behandlung  der  inneren  Verhältnisse,  der  Wandlungen  im
Volksleben  und  des  Kulturgeschichtlichen,  vom  ethnographischen  Standpunkte.  Auf  Sexta  und
Quinte  soll  das  Hauptgewicht  auf  die  Erdkunde,  die  Vorhalle  des  Geschichtsunterrichts,  gelegt,
  nicht  aber  schon  in  Quinta  eine,  wenn  auch  kurze,  universalgeschichtliche  Übersicht
eingeprägt  werden;  wohl  aber  möge  man  den  Schülern  weltgeschichtliche  Männer  vor  Augen
führen.  “Das  eigentliche  Ergebnis  des  geschichtlichen  Studiums’  sieht  Löbell  “nicht  sowohl
in  der  Kenntnis  der  Ereignisse  als  vielmehr  ihrer  Wirkungen’.  Solche  Anschauungen  mußten
eine  nachdrücklichere  Betonung  des  Zuständlichen  zur  Folge  baben.  Zur  besseren  Veranschaulichung
  und  Einprägung  des  Stoffes  verlangt  Löbell  ferner  klare  Gliederung  und  Gruppierung;
besonders  empfiehlt  er  die  Erarbeitung  von  geschichtlichen  ‘Profilen’  bei  den  Wiederholungen
in  der  Klasse,  damit  die  geschichtlichen  Kenntnisse  nicht  vereinzelt  bleiben  und  zu  mannigfachen
  Kombinationen  Anstoß  gegeben  werde.  “Die  Gymnastik  des  Geistes  läßt  sich  auch  auf
dieses  Gebiet  übertragen.’

Peter,  der  ebenfalls  noch  Universalgeschichte  treiben  will,  geht  in  seiner  Schrift  “Der
Geschichtsunterricht  auf  Gymnasien  1849’  von  der  Ansicht  aus,  daß  es  dem  Fache  an  lebendiger
  Veranschaulichung  fehle,  an  systematischem,  streng  geordnetem  Ineinandergreifen  der
einzelnen  Teile  und  an  einer  festen  methodischen  Einprägung  des  Stoffes.  Dem  Mangel
an  Anschaulichkeit  will  er  durch  eine  ausgiebige  Quellenlektüre  abhelfen.  Denn  der  Lehrer
sei  selten,  der  einen  guten  geschichtlichen  Vortrag  halten  könne,  während  man  auf  die  Gabe
der  dialektischen  Entwicklung  eher  rechnen  könne.  Die  drei  Stufen,  auf  denen  die  Behandlung
  des  Stoffes  wiederkehren  soll,  entsprechen  verschiedenen  Arten  der  Geschichtschreibung,
der  naiven,  pragmatischen  und  der  Kunstgeschichtschreibung.  Die  Sexta  bildet  eine  Vorstufe;
  ihr  weist  er  biblische  und  jüdische  Geschichte  zu,  der  Unterstufe  V  und  IV  alte
mittlere  und  neuere  Geschichte;  die  Mittelstufe  III  und  II  hat  den  Kursus  zu  wiederholen
und  zu  vertiefen,  dazu  die  mannigfachen  elementaren  Gedächtnisübungen  abzuschließen,
während  der  Prima  die  hohe  Aufgabe  zufällt,  einen  Anfang  damit  zu  machen,  die  Geschichte
‘in  die  Idee  aufzunehmen’.  “Die  Lektüre  wird  sich  demnach  hier  auf  solche  Geschichtswerke
  zu  erstrecken  haben,  welche  der  Kunstgeschichtschreibung  angehören,  so  daß  also  der
Schüler  die  Geschichte  sich  in  derselben  Stufenfolge  aneignen  soll,  wie  die  Menschheit  sie
produziert,  also  auch  sich  angeeignet  hat.”  Der  Lehrer  wird  den  Schülern  die  Ideen,  in
denen  die  geschichtliche  Entwicklung  erkennbar  wird,  hier  in  freier  Erörterung  darlegen,
auch  sie  zur  Auffindung  derselben  anleiten.  Im  Grunde  haben  wir  es  hier,  wenn  wir  näher
zusehen,  mit  einer  vertieften  Geschichtebetrachtung  zu  tun.  Die  Quellenlektüre,  die  doch
eigentlich  erst  in  den  Oberklassen  getrieben  werden  konnte,  vor  allem,  da  möglichst  die  Urtexte
  zu  lesen  seien,  mußte  zwar  zu  einer  vertieften  Behandlung  des  kulturgeschichtlichen
Elements  führen,  aber  auch  zu  einer  überstarken  Betonung  der  alten  Geschichte.  Ein  Blick
aber  auf  die  Menge  des  von  Peter  vorgeschlagenen  Lesestoffes  zeigt,  daß  der  tüchtige  Mann
in  dieser  Hinsicht  einer  Verstiegenheit  ohnegleichen  huldigte.  Auf  das  Mittelalter  ist  der  Ge
danke  kaum,  auf  die  Neuzeit  gar  nicht  anwendbar.  Seine  Vorschläge  für  die  erwähnten
‘elementaren  Übungen’  und  "die  selbsttätige  Teilnahme  der  Schüler  am  Unterricht’  sind
beherzigenswerte  Ausführungen  von  Löbells  geistvollen  Andeutungen.

Die  hereinbrechende  Volksbewegung  und  die  Aufrollung  der  deutschen  Frage  mußten
sich  such  auf  dem  Gebiete  des  Geschichtsunterrichts  fühlbar  machen  und  ihm  neue  Ziele
setzen.  Georg  Weber  hat  das  klar  erkannt.  Er  ist  der  Ansicht  (1860),  daß  zu  dem  traurigen
  Ergebnisse  jener  Jahre  insbesondere  der  Mangel  eines  gründlichen  und  anregenden
Geschichtsunterrichts  wesentlich  beigetragen  habe.  Nach  englischem  Vorbilde  verlangt  er
eine  eingehendere  Beschäftigung  mit  der  eigenen,  besonders  der  neueren  Geschichte.  Bei
der  letzteren  aber  müsse  der  Unterricht  darauf  ausgehen,  “dem  Jüngling  eine  klare  Einsicht
in  das  moderne  Staatsewesen  zu  verschaffen’,  damit  er  zu  festen  Ansichten  im  Streite  der