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lischen  Großstaaten  und  der  sonstigen  Mittelmeervölker  nicht  zu  verstehen,
während  auf  der  Oberstufe  der  Blick  oft  über  die  nächsten  Nachbarn  hinaus
zu  richten  ist.

Eine  allseitige  Betrachtung  des  geschichtlichen  Lebens  auch  der  eigenen
Nation  ist  auf  der  Schule  unmöglich,  und  so  hat  sich  der  Unterricht  auf  die
Erscheinungen  zu  beschränken,  denen  die  größte  Wirksamkeit  zukommt.  ‘Daher
  stehen  im  Vordergrunde  des  Interesses  einerseits  die  großen  kulturgeschichtlichen
  Erscheinungen,  vor  allem  die  Religion  und  die  Schöpfungen  der  Literatur
und  Kunst...  .,  andererseits  die  entscheidenden  politischen  Ereignisse,  die
ihrem  Wesen  nach  sich  immer  schon  auf  einen  großen  Kreis  beziehen’
(Ed.  Meyer.  Am  wichtigsten  aber  sind  für  den  Unterricht  die  letzteren.
‘Die  Geschichte  xar’  &amp;&amp;oyrv  bezieht  sich  auf  den  Staat.  Der  Staat  schließt
das  gesamte  Leben  eines  Volkes  in  sich  ein;  er  ist  die  äußere  Lebensordnung,
der  Rahmen,  in  dem  alle  anderen  Verhältnisse  und  Beziehungen  menschlichen
Seins  sich  bewegen’  (Maurenbrecher).  Vielleicht  kommt  eine  Zeit,  in  der  man  das
Kulturgeschichtliche,  die  Errungenschaften  der  Kunst,  Wissenschaft  und  Technik
in  den  Vordergrund  stellt.  Heute  aber  weht  eine  scharfe  politische  Luft;  die
Deutschen  haben  schätzen  gelernt,  welches  Gut  sie  in  einem  kraftvollen  Staatswesen
  besitzen,  und  die  politisch  und  sozial  orientierte  Gegenwart  hat  ein  Anrecht
darauf,  daß  die  Schule  bis  zu  einem  gewissen  Grade  politisch  und  sozial  orientierte
Jünglinge  ins  Leben  schickt.  Nicht,  daß  Kulturgeschichte  und  Zuständliches
auszuschließen  seien;  das  wäre  unmöglich,  ohne  das  Verständnis  der  politischen
Ereignisse  zu  schädigen.  Literatur  und  Kunst  können  nicht  stillschweigend
übergangen  werden;  ohne  ihre  Betrachtung  wären  wir  außerstande,  ein  Bild
des  Griechenvolkes  zu  entwickeln;  ohne  Eingehen  auf  die  französische  Literatur
des  18.  Jahrhunderts  ist  an  ein  Verständnis  der  französischen  Revolution  nicht
zu  denken.  Vollends  unmöglich  ist  es,  an  religiösen  Fragen  vorbeizugehen,  es  muB
vielmehr  dem  Schüler  klargemacht  werden,  wie  tief  sie  zu  allen  Zeiten  in  die
Geschichte  der  Menschheit  eingreifen.  Aber  von  systematischer  Behandlung  kann
keine  Rede  sein.  Der  Geschichtsunterricht  hat  weder  Zeit  noch  Beruf,  Kunstund
  Literaturgeschichte  oder  Kirchengeschichte  zu  treiben.  Die  Behandlung
dieser  Dinge  kommt  nur  insoweit  in  Frage,  als  sie  zum  Verständnis  der  politischen
  Geschichte  notwendig  oder  zur  Darstellung  einer  Volksindividualität
unerläßlich  ist.  Wesentlich  anders  steht  es  nicht  mit  den  volkswirtschaftlichen
und  sozialen  Fragen.  Da  aber  das  Verständnis  der  wirtschaftlichen  und  sozialen
Verhältnisse  der  Gegenwart  angebahnt  werden  soll,  fordern  sie  einen  breiteren
Raum  im  Unterrichte.  Wo  sie  ım  Verlaufe  der  Geschichte  von  Einfluß  werden,
nicht  allein  bei  der  Behandlung  der  neuesten  Zeit,  ist  ihnen  und  den  Versuchen,
  diese  Fragen  zu  lösen,  soweit  es  bei  der  geistigen  Entwicklung  des
Schülers  möglich  ist,  die  eingehendste  Beachtung  zu  schenken.

Bei  der  Verteilung  des  nach  diesen  Gesichtspunkten  ausgewählten  Lehrstoffes
  auf  die  einzelnen  Klassenstufen  ist  die  Reife  der  Schüler,  ihr  Interesse
für  den  Gegenstand  und  ihre  Fassungskraft  maßgebend.  Dazu  tritt  mit  Recht
die  Rücksicht  auf  die  große  Menge  der  Zöglinge,  die  mit  dem  Berechtigungs-