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derer  Abschnitte  ein,  die  sorgsam  vorbereitet  werden  muß.  Auch  in  den  oberen
Kiassen  ist  diese  Art  der  Wiederholung  angebracht,  nicht  aber  in  jeder  nächsten
Stunde;  an  ihre  Stelle  können  kurze  Fragen  über  die  wichtigsten  Punkte  treten.
Schon  die  Kürze  der  Zeit  zwingt  zu  diesem  Verfahren.  Auf  jeden  Fall  aber  ist
bei  diesem  Verfahren  darauf  zu  halten,  daß  keine  Unklarheit  zurückbleibt  und
vor  allem  der  Zusammenhang  mit  dem  Voraufgehenden  ins  rechte  Licht  gestellt
wird,  wenn  der  Unterricht  zu  einem  neuen  Abschnitte  fortschreitet.  Auf  den
oberen  Klassen  werden  dann  etwa  alle  4—5  Stunden  größere  Wiederholungen
einzulegen  sein;  sie  sind  wohl  vorzubereiten,  da  sie  sonst  unfehlbar  zur  Überlastung
  führen.  Wenn  in  den  mittleren  Klassen  besonders  auf  die  Einprägung
des  Tatsächlichen  zu  achten  war,  so  liegt  hier  das  Schwergewicht  auf  der  Anschauung
  des  inneren  Zusammenhanges.  Schon  auf  der  Mittelstufe  ist  man
imstande,  mit  den  gewonnenen  Kenntnissen  zu  ‘operieren’  und  historische  “Profile’
  herzustellen,  viel  mehr  noch  auf  der  oberen.  Diese  Art  der  gruppierenden
Wiederholung  zwingt  den  Schüler  zur  Selbsttätigkeit  und  macht  ihn  erst  zum
Herrn  über  den  Stoff.  Es  ist  sehr  lohnend,  wie  es  Jäger  gezeigt,  aus  den  im
Unterricht  gegebenen  immerhin  spärlichen  Tatsachen,  schon  auf  der  Quarta
und  den  mittleren  Klassen  eine  Geschichte  von  Länderräumen  herzustellen,  wie
die  von  Theben,  von  der  Rolle,  die  Sizilien  im  Laufe  der  Geschichte  gespielt.
Es  handelt  sich  dabei  um  die  Zusammenstellung  der  im  Laufe  des  Unterrichts
vereinzelt  gegebenen  Tatsachen.  Leicht  läßt  sich  so  die  Geschichte  der  wichtigsten
  deutschen  Territorien  herstellen,  vor  allem  die  der  Kolonistenstaaten,
unseres  Verhältnisses  zu  Italien,  zu  Frankreich  und  England,  die  Entwicklung
des  Territorialfürstentums,  der  Reichs-  und  Landstände  usw.  Die  obere  Stufe
wird  ganz  besonders  die  inneren  Zusammenhänge  und  die  treibenden  Kräfte  ins
Auge  zu  fassen  haben.  Hier  ist  auch  der  Platz,  Vergleiche  anzustellen  und
typische  Erscheinungen  herauszuarbeiten.  Dabei  ist  jedoch  die  größte  Vorsicht
geboten.  Gewiß  können  oft  Ähnlichkeiten  bei  verschiedenen  historischen  Erscheinungen
  festgestellt  werden,  aber  keine  geschichtliche  Erscheinung  ist  der
anderen  gleich,  und  gerade  ihre  Verschiedenheiten  fallen  am  meisten  ins  Gewicht.
  Noch  mehr  Vorsicht  ist  geboten  bei  der  Herausarbeitung  historischer
Typen.  Sie  kann  nur  auf  Grund  gemeinsamer  Merkmale  geschehen.  Diese  aber
schrumpfen  bei  näherer  Betrachtung  in  einem  Maße  zusammen,  daß  man  schließlich
kaum  von  Typus  sprechen  darf.  Welche  Mannigfaltigkeit  herrscht  unter  den
Monarchien  und  zwischen  ihren  Vertretern!  Wie  verschieden  in  ihrem  Wesen
sind  die  Erscheinungen,  die  man  mit  Revolution  bezeichnet!  Es  wird  mit  dem
aus  der  Naturwissenschaft  herübergenommenen  Begriff  des  Typus  wenig  anzufangen
  sein.  Jeder  ist,  was  er  ist,  an  seiner  Stelle.  Die  Behauptung  Fricks
aber,  daß  es  sich  im  Unterrichte  um  planmäßige  und  allmähliche  Aufdeckung
der  geschichtlichen  Welt  als  eines  Komplexes  von  typischen  Elementen  handele,
nennt  Goldmann  mit  Recht  eine  Ungeheuerlichkeit.  Sie  steht  im  geraden
Gegensatze  zu  dem  Wesen  der  Geschichte.

Den  vielfach  geübten  Brauch  schriftlicher  Wiederholungen  in  Extemporalien  und  Ausarbeitungen
  in  der  Klasse  kann  ich  nach  langjähriger  Erfahrung  nicht  empfehlen.  Die  Be-