Der  Unterricht  in  den  einzelnen  Klassen.  697

lege  hier  die  preußischen  Lehrpläne  zugrunde.  Das  Gesagte  findet  auf  die  anderen  deutschen
Staaten  leicht  sinngemäße  Anwendung.

Quarta.  Die  Lehraufgabe  der  Klasse  besteht  in  der  Durchnahme  der  griechischen
Geschichte  bis  auf  Alexander  den  Großen  mit  einem  Ausblick  auf  die  Diadochenzeit  und  der
römischen  Geschichte  bis  zum  Tode  des  Augustus.  Auf  der  Quinta  (S.  685f.)  sollen  die
Schäler  in  die  griechische  und  römische  Sagenwelt  eingeführt  worden  sein,  sowie  in  die
Alteste  Geschichte  der  Griechen  bis  Solon  und  die  der  Römer  bis  zum  Kriege  mit  Pyrrhus.
Diese  Grenzbestimmungen  weisen  mit  Sicherheit  die  Behandlung  Solons  und  damit  auch  des
Tarentinischen  Krieges  der  Quarta  zu.  Für  die  Quinta  wären  beide  Epochen  verfrüht.  Diese
Klasse  wird  mit  ihrer  Lehraufgabe  in  der  einen  Wochenstunde  meist  nicht  fertig,  entweder
kommen  die  Sagen  oder  die  Alteste  Geschichte  zu  kurz.  Jedenfalls  wird  der  Lehrer  der  Geschichte
  gut  tun,  genau  festzustellen,  was  auf  Quinta  durchgenommen  ist,  und  darauf  den  Ausgangspunkt
  für  seinen  Unterricht  suchen.  Er  schelte  nicht,  wenn  sein  Vorgänger  die  Lehraufgabe
  nicht  erledigt  hat;  es  wäre  ihm  wahrscheinlich  auch  nicht  besser  gegangen.  Er
setze  rüstig  ein  erst  mit  einem  Überblick  über  das  erledigte  Pensum  und  gebe  das  Notwendige
  sus  der  älteren  Geschichte  getreu  nach  der  Überlieferung.  Wo  es  sich  um  sagenhafte
  Darstellungen  handelt,  mache  er  die  Schüler  ausdrücklich  darauf  sufmerksam,  daß
sich  die  Alten  ihre  Urgeschichte  so  vorgestellt.  Meist  ist  nicht  das  in  späterer  Zeit
wirksam  gewesen,  was  wirklich  geschehen,  sondern  was  darüber  geglaubt  worden  ist.  Auf
sichere  Einprägung  des  Stoffes  ist  nachdrücklich  hinzuarbeiten,  da  der  einjährige  Kursus
der  Oberstufe  mit  dem  aus  den  mittleren  Klassen  heraufgebrachten  Kenntnissen  zu  rechnen
hat.  “Bei  der  griechischen  Geschichte  ist’,  so  bestimmen  die  Lehrpläne  und  so  ist  es  fast
überall  Brauch,  ‘das  Allernotwendigste  über  die  wichtigsten  orientalischen  Kulturvölker  einzuflochten.’
  Man  kann  diese  Forderung  auf  Quarta  ohne  wesentlichen  Nachteil  erfüllen,
aber  dem  Stande  der  heutigen  Forschung  entspricht  das  Verfahren  nicht  und  ist  geeignet,
die  Vorstellung.zu  erwecken,  als  ob  die  Griechen  sich  ohne  Beeinflussung  von  außen  entwickelt
  hätten.  Richtiger  und  durchaus  nicht  schwieriger  ist  es,  nach  einem  wesentlich
geographisch  orientierenden  Gang  durch  Ägypten  und  den  alten  Orient  auf  Kyros  und
Dareios  und  so,  wofür  ung  Herodot  im  wesentlichen  Vorbild  sein  muß,  in  ungezwungener
Weise  auf  die  Griechen  zu  kommen.  Dann  gewinnen  such  für  den  Quartaner  die  Segen
von  Danaos  und  seinen  Töchtern,  von  Tantalos  und  Kadmos  und  ihren  Nachkommen

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