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einen  bedeutsameren  Hintergrund  und  besseres  Verständnis  als  beim  umgekehrten  Verfahren.
  Wohl  bilden  auf  Quarta  die  äußeren  Geschehnisse,  die  Taten,  im  wesentlichen
den  Inhalt  des  Unterrichte.  Aber  schon  hier  muß  —  und  es  ist  wohl  angängig  —  der  Schüler
in  Zuständliches  eingeführt  werden,  so  z.  B.  in  die  spartanische  Verfassung  und  Lebensordnung,
  in  die  athenischen  Zustände  vor  Solon,  in  die  römischen  Verhältnisse,  die  zum
Ständekampf  führten  und  die,  welche  die  Revolution  heraufbeschworen.  Von  der  Blütezeit
Athens  unter  Perikles  wird  man  am  besten  durch  Abbildungen  eine  Ahnung  zu  erwecken
suchen.  Weiter  wird  man  hier  nicht  kommen,  diese  Aufgabe  muß  der  Obersekunda  zufallen.
Wenn  auch  die  biographische  Behandlung  ausgeschlossen  ist  (8.  685),  wird  man  am  besten  tun,
die  Schilderung  von  Tatsachen  und  Zuständen  um  die  bedeutenden  Persönlichkeiten  zu
gruppieren.  Für  das  römische  Revolutionszeitalter  ist  auf  ein  eigentliches  Verständnis  hier
nicht  zu  rechnen.  Man  wird  die  wichtigsten,  vor  allem  kriegerischen  Ereignisse  um  die
führenden  Männer  sammeln.  Die  ausführliche  Erzählung  der  Kämpfe  mit  den  Germanen
fallen  der  folgenden  Klasse  zu.

Untertertia.  Ihre  Lehraufgabe  umfaßt  im  wesentlichen  die  deutsche  Geschichte
vom  Cimbernkrieg  bis  zum  Ausgange  des  Mittelalter.  Vorauf  geht  eine  Betrachtung  der
Blütezeit  des  römischen  Reiches  unter  den  großen  Kaisern,  also  bis  zum  Tode  des  Kaisers
Marcus.  Die  Aufgabe  ist  sehr  umfangreich  und  mit  so  schwierigen  Fragen  durchsetzt,  daß
der  Lehrer  viel  Resignation  üben  muß.  Wenn  auch  ein  wesentlicher  Unterschied  zwischen  der
geistigen  Reife  eines  Quartaners  und  Untertertianers  besteht,  so  wird  es  schwer  halten,  den
Schülern  eine  praktisch  leidlich  brauchbare  Anschauung  von  dem  römischen  Kaiserreiche,
vom  Lehenswesen,  von  dem  Emporkommen  des  Papsttums  und  seiner  Machtfülle  zu  übermitteln.
  Es  werden  eben  die  ins  Auge  fallenden  Tatsachen  besonders  einzuprägen  sein,
das  Zuständliche  aber  zurücktreten  müssen.  Es  ist  nicht  gleichgültig,  ob  man  beim  Beginne
dieses  Klassenpensums  die  Germanen  in  den  Vordergrund  rückt  und  das  Wichtigste  vom  römischen
  Reiche  episodisch  einschiebt  oder  umgekehrt.  Ich  halte  jenes  Verfahren  nicht  für
richtig.  Es  unterbricht  zunächst  die  Kontinuität.  Ein  breiter  Spalt  klafft  auf  einmal  in
dem  Strome  der  Entwickelung  auf.  Dann  ruft  es  eine  falsche  Anschauung  bei  dem  Knaben
von  der  Bedeutung  der  Germanen  in  den  ersten  christlichen  Jahrhunderten  hervor.  Es
kann  in  diesen  Zeiten  von  einer  deutschen  Geschichte  kaum  die  Rede  sein.  Bis  zur  Teilung
  des  Reiches  gibt  es  eigentlich  im  besten  Falle  nur  eine  römisch-deutsche  Geschichte.
Erst  unter  den  schwachen  Nachfolgern  des  Theodosius  treten,  aber  auch  nur  im  Westen  des
Reiches  —  der  Osten  hat  sich  ihrer  erwehrt  —,  die  Germanen  so  in  den  Vordergrund,  daß
man  von  einer  deutschen  Geschichte  sprechen  kann,  und  diese  spielt  sich  im  wesentlichen
auf  dem  Boden  des  Reiches  unter  dem  Einfluß  seiner  Kultur  ab.  Wie  wenig  wissen  wir
doch  von  den  nordischen  Barbaren  aus  den  ersten  drei  Jahrhunderten,  solange  sie  außerhalb
  der  römischen  Grenzen  saßen.  Man  verfährt  am  besten  so,  daß  man  kurz  die  römische
Geschichte  von  Marius  ab  nach  einer  kurzen  Tabelle  wiederholt  und  dabei  die  Zusammenstöße
  mit  den  Germanen  ausführlicher  erzählt.  Dann  folgt  die  Betrachtung  der  römischen
Geschichte  bis  Kaiser  Marcus  und  die  Darstellung  der  Blüte  des  Reiches  mit  seinen
schlimmen  Schattenseiten.  Als  Gegensatz  hierzu  gebe  man  eine  Skizze  germanischer  Zustände
  nach  Tacitus.  Daran  schließe  sich  dann  der  Markomannenkrieg  und  ein  Überblick
über  den  grauenhaften  Verfall  des  Reiches,  gegen  das  sich  im  Osten  die  Saesaniden  mit
den  Ansprüchen  der  Achämeniden  erheben,  vor  allem  aber  im  Westen  das  Germanentum,
bis  dann  die  illyrischen  Kaiser  als  Retter  in  der  Not  erscheinen,  die  Kräfte  des  Reiches
zusammenfassen  und  durch  umfassende  Aufnahme  von  germanischen  Elementen  vermehren.  Das
Vordringen  des  Christentums  und  seine  Erhebung  zur  herrschenden  Religion  ist  nachdrücklich
zu  betonen,  nicht  minder  der  letzte  Versuch,  dem  Heidentum  aufsuhelfen.  Dann  erst  treten  die
Germanen  in  den  Vordergrund,  und  nur  die  allerwichtigsten  Tatsachen  aus  der  weströmischen
Geschichte,  etwa  um  Aetius  gruppiert,  werden  in  die  Erzählung  eingefügt.  Die  Geschichte
der  Völkerwanderung  wird  am  besten  mit  Zuhilfenahme  der  Karte  von  Baldamus  durchgenommen.
  Im  weiteren  Verlaufe  wird  die  außerdeutsche  Geschichte  nur  kurz  berührt,  so
die  der  Araber  seit  Mohammed,  der  Normannenzüge  und  der  Kreuzzüge.  Pippin  und  Boni-