ANHANG  1.)

ZEITTAFEL  ZUR  GESCHICHTE  DES  HÖHEREN  SCHULWESENS  IN  DEUTSCH-LAND
  VON  1808  BIS  ZUR  GEGENWART.

Zusammengestellt  von  J.  ZIEHEN.

1808  F.  J.  Niethammers  Schrift  über  den  “Streit  des  Philanthropinismus  und  Humanismus  in
der  Theorie  des  Erziehungsunterrichts  unsrer  Zeit’.
Niethammerscher  Lehrplan  für  gelehrte  Schulen  in  Bayern.

1808—10  W.  v.  Humboldt  Leiter  des  preußischen  Unterrichtswesens.

1809  Einsetzung  wissenschaftlicher  Deputationen  zur  Prüfung  der  Gymnasiallehrer  in  Preußen.

1810  Erstes  Reglement  über  die  Prüfung  für  das  Lehramt  an  höheren  Schulen  in  Preußen.

1812  Erste  Regelung  der  Reifeprüfung  (seit  1788  bestehend)  in  Preußen.

1818  Begründung  des  Gymnasialseminars  in  Breslau  (nach  dem  Muster  der  älteren  entsprechenden
  Anstalten  von  Halle,  Berlin  und  Stettin).

1816  Normallehrplan  der  Gymnasien  in  Preußen.

1817  Bildung  des  Ministeriums  der  geistlichen,  Unterrichtse-  und  Medizinsalangelegenheiten
in  Preußen  (ein  Oberschulkollegium  bestand  seit  1787).

1817—1840  v.  Altenstein  Unterrichtsminister  in  Preußen.

1817  Organisation  der  Gewerbeschule  in  Württemberg.

1818—1859  Johannes  Schulze  Leiter  des  höheren  Schulwesens  in  Preußen.

1828  Einführung  der  Direktorenkonferenzen  in  Westfalen.
Einführung  des  Abiturientenexamens  in  Württemberg.

1826  Errichtung  der  Provinzialschulkollegien  in  Preußen.

1826  Einrichtung  des  Probejahrs  in  Preußen.
Begründung  des  “‘Kölnischen  Realgymnasiums’  in  Berlin  (nach  E.  G.  Fischers  Plan
durch  K.  E.  Klöden).

1827—81  Fr.  Thierschs  Werk  ‘Über  gelehrte  Schulen  mit  besonderer  Rücksicht  auf  Bayern’.

1829  Neuordnung  des  bayerischen  höheren  Schulwesens  nach  Thierschs  Plan.
Einführung  der  Abiturientenprüfung  in  Sachsen.

1881  Errichtung  eines  Unterrichtsministeriums  in  Sachsen.
Neues  Reglement  über  die  Prüfung  für  das  Lehramt  an  höheren  Schulen  in  Preußen.
Erhebung  des  Französischen  zum  obligatorischen  Lehrfach  in  Preußen.

1882  “Vorläufige  Instruktion  über  die  an  den  höheren  Bürger-  und  Realschulen  anzuordnenden
  Entlassungsprüfungen’  in  Preußen.

1884  Regelung  der  Reifeprüfungen  in  Preußen.

1886  Einführung  der  Oberrealschule  in  Baden.

18386  Schaffung  eines  Oberstudienrates  in  Baden.

1836—87  Lorinserscher  Schulatreit.

1887  Neuer  Lehrplan  für  die  preußischen  Gymnasien.
Begründung  der  “Versammlungen  deutscher  Philologen  und  Schulmänner’.
Einführung  des  Turnunterrichts  an  den  höheren  Schulen  in  Sachsen.

1840  Karl  Magers  Schrift  über  ‘Die  deutsche  Bürgerschule’.

1840—48  J.  A.  Eichhorn  Unterrichtsminister  in  Preußen.

1)  Der  Zweck  dieser  Zeittafel  ist,  in  möglichst  übersichtlicher  Form  die  wichtigsten
Punkte  aus  der  Entwicklung  des  deutschen  höheren  Schulwesens  im  letzten  Jahrhundert
vorzuführen,;  zugrunde  gelegt  sind  vor  allem  die  zu  Abschnitt  1  dieses  Handbuches  aufgeführten
  Werke  der  Fachliteratur.  Ich  benutze  die  Gelegenheit,  um  zu  den  bereite  im
Jahre  1908  abgeschlossenen  Literaturnachweisen  dieses  Abschnittes  hier  noch  die  folgenden
Schriften  nachzutragen:  A.  Matthias,  Die  soziale  und  politische  Bedeutung  der  Schulreform
vom  Jahre  1900  (Berlin  1905,  A.  Duncker);  J.  Ziehen,  Der  Frankfurter  Lehrplan  und  die
Art  seiner  Verbreitung  (Leipzig  u.  Frankfurt  a.  M.  1905,  Kesselring,  v.  Mayer).  Für  eine
Einheitsschule  ist  neben  Parow  neuerdings  noch  eingetreten  P.  Selge,  Wem  gehört  die  Zukunft?
  (Leipzig,  R.  Gerhard,  1906.)