II.
Begrüßungsansprache.

Der  Vorsitzende  Staatsminister  v.  Möller,  Exzellenz:  Ich  habe
aei  kree,  die  9.  Konferenz  der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt  zu
eröffnen.

Auch  dieses  Mal  ist  unsere  Konferenz  einer  lebhaften  Teilnahme
in  allen  betroffenen  Kreisen  begegnet.  Die  sehr  zahlreichen  Anmeldungen
  sowie  die  große  Zahl  der  hier  Erschienenen  beweisen  uns
das  und  rechtfertigen  unsere  Einladung.

Von  Behörden  hatten  die  folgenden  die  Güte,  Vertreter  anzumelden:
  das  Reichsamt  des  Innern,  das  Reichsmarineamt,  das
Kaiserliche  Gesundheitsamt  und  das  Kaiserliche  Statistische  Amt,  die
preußischen  Ministerien  für  Handel  und  Gewerbe,  des  Innern,  für
Landwirtschaft,  Domänen  und  Forsten,  der  geistlichen  und  Unterrichtsangelegenheiten,
  das  preußische  Kriegsministerium  und  Ministerium
  der  öffentlichen  Arbeiten,  das  Landesgewerbeamt  und  die
Königliche  Feldzeugmeisterei,  dazu  viele  Zentralbehörden  anderer
Bundesstaaten  sowie  der  Herr  Oberpräsident  der  Provinz  Brandenbrug,
  5  preußische  Regierungspräsidenten,  zahlreiche  preußische
Landräte  und  außerpreußische  Lokalverwaltungen;  weiter  haben  41
Städte  Vertreter  entsandt,  ferner  3  Schulinspektionen  und  49
preußische  Bezirks-,  Kreis-  und  Ortsausschüsse  für  Jugendpflege  und
eine  Reihe  außerpreußischer  Landeszentralen,  wie  Sachsen,  Anhalt,
Sachsen--Altenburg,  Reuß  ä.  L.,  Hamburg  und  Lübeck  und  mehrere
außerpreußische  Ortsauschüsse  für  Jugendpflege.  Die  großen  Jugendpflegeverbände
  aller  Richtungen  sind  vollzählig  erschienen,  ferner
Delegierte  von  sonstigen  Organisationen  der  freien  Wohlfahrtspflege,
der  Lehrerschaft  und  der  Frauenvereine.

Die  Beteiligung  all  der  genannten  Stellen  gibt,  glaube  ich,  die
Rechtfertigung  dafür,  daß  wir  die  heutige  Versammlung  einberufen
haben.  Es  handelt  sich  bei  ihr  in  der  Tat  um  die  Behandlung
brennender  Fragen.  Ich  danke  aufrichtigst  für  diese  Anmeldungen
und  allen  Anwesenden  für  ihr  Erscheinen.

Im  Zusammenhange  mit  der  Diskussion  über  die  militärische
Vorbereitung  der  Jugend  und  das  sogenannte  weibliche  Dienstjahr
ist  in  der  Offentlichkeit  die  Forderung  erhoben  worden,  die  gesamte
Jugendpflege  obligatorisch  zu  gestalten.  In  den  Kreisen  der  Jugendpfleger
  aber  wird  überwiegend  der  Zwang  als  mit  der  Jugendvereinsarbeit
  unvereinbar  abgelehnt.  Bei  der  Diskussion  ist  man
sich  über  zweierlei  klar  geworden.  Einmal  darüber,  daß  Freiwillig-