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gend  gemeint.  Es  wurden  ja  auch  die  Schulen  von  Freiin  v.  Pawel-Rammingen
  und  des  Reifensteiner  Vereins  erwähnt.  Aber  in  einer
Zeit,  in  der  wir  die  Notwendigkeit  der  Überbrückung  der  Gegensätze
zwischen  Stadt  und  Land  so  stark  empfinden,  ist  es  vielleicht  am
Platze,  noch  ein  besonderes  Wort  für  die  weibliche  Jugend  auf  dem
Lande  einzulegen.  Hat  doch  die  Jugendpflege  dort  noch  den  ganz
eignen  Zweck,  die  Landflucht  zu  bekämpfen,  und  da  ist  jetzt  in  dem
hier  heute  so  oft  berührten  Problem  zwischen  Zwang  und  Freiwilligkeit
  dieses  das  Hauptmoment:  die  Jugendpflege  muß  auf  dem  Lande
in  besonderer  Weise  wirken,  sie  darf  nicht  als  Zwang  erscheinen  und
dadurch  Widerstand  hervorzurufen;  sie  muß  unvermerkt  ein  Gegengewicht
  bilden  gegen  dieses  Drängen  nach  der  Stadt,  das  ja  der  große
Verderb  für  unser  Volk  ist,  das  haben  wir  jetzt  im  Kriege  noch  besonders
  erkannt.  Dies  wollte  ich  im  Namen  oder  im  Sinne  von
Frau  Böhm-Lamgarben  aussprechen.

Aus  Eigenem  möchte  ich  noch  hinzufügen,  daß  in  der  Ausbildung
der  Mädchen  für  den  hausmütterlichen  Beruf  es  eine  Art  gibt,  in
der  sie  zugleich  die  Ausbildung  für  einen  aussichtsreichen  gewerblichen
Beruf  ist,  die  Ausbildung  in  landwirtschaftlicher  Garten-  und  Hausarbeit.
  In  dieser  Erkenntnis  haben  wir  in  Magdeburg  im  April  dieses
Jahres  eine  landwirtschaftliche  Garten-  und  Haushaltungsschule  für
Volks-  und  Bürgerschülerinnen  gegründet,  in  der  die  allgemein  geforderte
  körperliche  Ausbildung  der  Mädchen  in  glücklichem  Zusammenfallen
  nicht  allein  durch  Turnen,  wie  in  der  Schule,  und  durch
Jugendspiele  bewirkt  werden  soll,  sondern  in  zugleich  nutzbringender
Arbeit,  in  der  Arbeit,  die  für  das  Vaterland  von  größtem  Werte  ist
und  zu  der  die  städtische  weibliche  Jugend  ja  noch  gar  nicht  herangezogen
  worden  ist.  ç

Wir  sind  da  großem  Widerspruche  begegnet.  Es  ist  bezweifelt
worden,  daß  sich  Schülerinnen  finden  würden,  daß  die  Schülerinnen
sich  später  fürs  Landleben  eignen  würden  und  so  fort.  Wir  haben  das
wohl  überlegt.  Wir  sind  aber  doch  der  Meinung,  daß  der  Versuch
mertvoll  ist,  und  ich  wage  davon  zu  sprechen,  weil  es  uns  am
Herzen  liegt,  daß  unser  Versuch  auch  von  anderen  Städten  nachgeahmt
  werde.  Gerade  am  Anfang,  als  es  galt,  die  städtischen  Volksund
  Bürgerschülerinnen  zu  diesem  Berufe  zu  führen,  haben  wir  große
Schwierigkeiten  gehabt,  und  wir  möchten  gern,  daß  andere  nun  von
unseren  Erfahrungen  lernen.  Nach  siebenmonatigem  Bestehen  der
Schule  kann  ich  so  viel  sagen,  daß  das,  was  wir  erhofft  haben,  sich
iu  erfüllen  scheint.  Durch  unsere  Arbeit  treiben  wir  unvermerkt  auch
Jugendpflege.  Die  Beschäftigung  mit  der  Natur  wirkt  unter  geeigneter
  Leitung  veredelnd,  und  jede  Pflichtversäumnis  rächt  sich  bei
ihr  sofort.  Mädchen  von  14  Jahren  gleich  mit  Säuglingen  zu  befassen,
  heißt  ihnen  vielleicht  ein  zu  kostbares  Gut  anvertrauen.  Wenn
sie  an  Pflanzen  und  Tieren  lernen,  den  Gesetzen  der  Natur  gehorchend,
selbstverantwortlich  zu  arbeiten,  so  ist  das  auch  eine  vorzügliche  Vorbereitung
  für  ihren  späteren  mütterlichen  Beruf.

In  körperlicher  Hinsicht  haben  wir  auch  sehr  gute  Erfolge,  trotz
beschränkter  Mittel.  Wir  erhalten  eine  staatliche,  sehr  dankbar  be-