136  Aussprache.

Kraft,  mit  der  sie  sich  durchgesetzt  haben  und  weiter  durchsetzen  werden,
würde  die  ganze  Jugendvereinsarbeit  und  Jugendpflegearbeit  gerade
an  den  Schichten  des  Volkes  bankerott  machen  müssen,  die  ihrer
am  meisten  bedürfen,  der  lohnarbeitenden  Jugend,  wenn  sie  in
einen  Konflikt  kommt  mit  diesen  starken  beruflichen  Organisationen.
Dabei  ist  die  Frage  vollstandig  nebensächlich,  ob  man  das  gern  hat
oder  ob  man  das  nicht  gern  hat.  Man  hat  mit  diesem  Faktor  ein  für
allemal  zu  rechnen.  Umgekehrt  soll  auch  die  Berufsorganisation  in
sich  das  Betätigungsgebiet  so  abgrenzen,  daß  eine  wirkungsvolle  Betätigung
  in  den  Jugendvereinen  und  in  den  Jugendpflegevereinen  sich
vollziehen  kann.  Aus  diesen  Erwägungen  heraus  erwächst  für  uns
jetzt,  nachdem  einigermaßen  die  Fesseln  für  die  berufliche  Arbeit  an
den  jugendlichen  Arbeitern  gefallen  ist,  die  Aufgabe,  mit  den  Jugendvereinen
  und  den  Jugendpflegevereinen  der  verschiedenen  Arten  Hand
in  Hand  zu  arbeiten,  das  System  zu  finden,  die  Form  zu  finden  zur
Abgrenzung  der  Gebiete.  Das  wird  ja  der  Erwägung  bedürfen.  Je
geschlossener  und  je  einheitlicher  wir  in  Zukunft  die  Jugendpflege
betreiben  wollen,  umso  mehr  ist  auch  die  Notwendigkeit  vorhanden,  solche
Grundsätze  aufzustellen.  Der  Zentralstelle  wird  es  nicht  schwer  fallen,
in  Verbindung  mit  den  Faktoren,  die  ihr  stets  zur  Verfügung  stehen,
geeignete  Grundsätze  zu  finden,  die  vor  und  nach  allgemeine  Geltung
erhalten  können.

Zum  Schlusse  möchte  ich  betonen,  daß  die  Berufsorganisationen
Deutschlands  —  ich  darf  wohl  sagen  aller  Richtungen  —  mit  Ihnen
allen  bereit  sind,  daran  zu  arbeiten,  daß  die  deutsche  Jugend  körverlich
  und  geistig  ertüchtigt  wird,  daß,  soweit  sie  der  Arbeiterjugend
angehört,  die  jugendlichen  Arbeiter  für  die  deutsche  Industrie  und  für
deren  wirtschaftliche  Entwicklung  Pioniere  der  Zukunft  werden.  Wenn
Deutschlands  Zukunft  von  unserer  Arbeitstüchtigkeit  und  Arbeitsfähigkeit
  abhängt,  dann  hängt  sie  im  wesentlichen  von  der  arbeitstüchtigen
  Jugend  ab.  Eine  arbeitstüchtige  Jugend  mit  erziehen  zu
helfen,  dazu  sind  wir  nicht  nur  gern  bereit,  sondern  wir  betrachten  es  als
die  vornehmste  Aufgabe  unserer  ganzen  Organisation.  Der  Durchführung
  dieser  Aufgabe,  die  zu  einem  Teile  uns  zufällt  und  die  nach
ihrem  großen  geistigen  und  idealen  Inhalte  dem  anderen  Teile  zufällt,
  soll  unsererseits  keine  Schwierigkeit  gemacht  werden,  sie  soll
mit  allen  Kräften  gefördert  werden,  um  uns  eine  geistig  tüchtige
Jugend  zu  erziehen,  die  die  Zukunft  Deutschlands  dauernd  sichert.

Stadtschulrat  Rühl,  Stettin  (Deutsche  Turnerschaft):  Meine
Damen  und  Herren!  Ich  habe  mich  zu  dem  Vortrage  des  Herrn
Professor  Schmidt  zum  Worte  gemeldet.  Ich  kann  hier  erklären,
daß  ich  im  allgemeinen  mit  seinen  Ausführungen  einverstanden  bin.
Auf  Einzelheiten  mich  hier  einzulassen,  wäre  falsch.  Es  gehört  das
unter  die  inneren  Fragen,  die  wir  auf  dem  Gebiete  der  Leibesübungen
  Arbeitenden  zu  erledigen  haben.  Ich  habe  deshalb  die
Wortmeldung  nur  aufrecht  erhalten,  um  an  alles  das,  was  wir  gehört
haben,  einige  Wünsche  anzuknüpfen.