Welche  Aufgaben  fallen  der  sreiwilligen  Jugendvereinsarbeit  zu?  137

Die  Frage  nach  der  pflichtmäßigen  Durchführung  der  Leibesübungen
  für  die  schulentlassene  Jugend  ist,  wie  auch  Herr  Professor
Schmidt  gesagt  hat,  uralt.  Sie  hat  auch  die  Deutsche  Turnexschaft
schon  Jahrzehnte  bewegt.  Auch  die  Turnerschaft  hat  sich  allmählich
auf  den  Standpunkt  gestellt,  die  Krage  mit  der  Fortbildungsschulfrage
in  Verbindung  zu  bringen.  Es  ist  aber  auch  denen,  die  dafür  eingetreten
  sind,  immer  manches  Bedenken  aufgestiegen.  Man  fragt  mit
Recht,  was  wird  aus  den  Vereinen,  die  bisher  freiwillig  gearbeitet
haben,  und  man  hat  sich  nicht  verhehlen  können,  daß  für  die  einzelnen
mancherlei  Schädigungen  zu  erwarten  sind.  Aber  sie  nehmen  das
gern  hin,  wenn  sie  wissen,  daß  dem  großen  Ganzen  damit  ein  Dienst
geschieht.  Wir  sind  deshalb  vor  allem  der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt
  dankbar,  daß  sie  diesen  Kongreß  berufen  hat,  um  die
Grenzen  zwischen  Freiwilligkeit  und  Pflicht  einmal  festzulegen.  Wir
haben  gehört,  wie  Herr  Professor  Fischer  auf  psychologischer  Grund.-lage
  mit  logischer  Schärfe  die  Bedeutung  der  Freiwilligkeit  erörtert
hat.  Fräulein  Dr.  Siemering  hat  viele  Einzelheiten  behandelt,
und  auch  in  anderen  Vorträgen  haben  wir  über  diese  Frage  mancherlei
Aufschluß  erhalten.  Aber  es  ist  doch  noch  manches  darüber  zu  sagen.
Ich  habe  zum  Beispiel  durchaus  den  Eindruck  —  ich  glaube,  auch  viele
andere  haben  ihn  gehabt  —,  daß  bei  den  meisten  Vorträgen  immer
bloß  die  Verhältnisse  der  Städte  und  der  großen  Städte  berührt
worden  sind,  während  die  Verhältnisse  des  Landes  kaum  zur  Sprache
kamen.  Da  liegen  die  Verhältnisse  ganz  anders.  Ich  will  hier  nur
an  die  Forderung  des  Herrn  Professor  Schmidt  erinnern,  Ausschüsse
  einzusetzen,  die  entscheiden  sollen,  wo  die  freiwillige  Arbeit  geleistet
  werden  darf  und  wo  nicht.  Das  läßt  sich  doch  nur  in  Städten,
nicht  aber  auf  dem  Lande  durchführen.  So  sind  noch  viele  Einzel.
heiten  zu  entscheiden.  Dahin  gehört  die  Frage  nach  der  besten  Form
der  Leibesübungen.  Herr  Professor  Schmidt  hat  besonders  die  in
der  freien  Luft  hervorgehoben.  Ich  würde  mit  derselben  Wärme,
auch  wenn  es  sich  um  die  Förderung  der  Volksgesundheit
handelt,  die  Wichtigkeit  der  Leibesübungen  in  den  Turnhallen
für  unsere  arbeitende  Bevölkerung,  die  Leibesübungen  an  den  Geräten
  hervorheben  können.  Alles  das  können  wir  hier  nicht  im  einzelnen
  besprechen.  Ich  will  hier  nur  den  Wunsch  äußern,  daß  das,
was  uns  hier  so  klar  über  die  Wichtigkeit,  die  freiwilligen  Bestrebungen
  zu  unterstützen,  gesagt  worden  ist,  auch  wirklich  da,  wo  es
besonders  wertvoll  für  uns  ist,  zu  Gehör  kommt,  daß  alles,  was  hier
gesagt  worden  ist  namentlich  dann,  wenn  es  sich  um  die  Festlegung
der  zu  erwartenden  Gesetze  für  die  Fortbildungsschule  handelt,  gebührend
  zur  Kenntnis  gebracht  wird  und  daß  die  Zentralstelle  ihren
ganzen  Einfluß  ausübt,  daß  auch  wirklich  die  Wünsche  nicht  bloß
angehört,  sondern  auch  gehört  und  berücksichtigt  werden,  und  zweitens
habe  ich  den  ganz  besonderen  Wunsch  auszusprechen,  daß  die  Zentralstelle
  dafür  wirken  möge,  daß  Vertreter  der  Vereinigungen,  die  noch
so  sehr  viel  Einzelnes  vorzutragen  haben,  bei  den  Vorarbeiten  zu  den
Gesetzen  auch  als  Sachverständige  herangezogen  werden.  Das  ist
außerordentlich  wertvoll.  Die  Sachverständigen  sind  nachher  auf  die