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Aussprache  zum  Vortrage  von  Dr.  Knud  Ahlborn.

Fräulein  Dr.  Siemering,  Berlin  (Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt):
  Ich  möchte  als  Vertreterin  der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt
  nur  zu  den  letzten  Worten  des  Herrn  Vortragenden,  in  der
er  die  Jugendpflege  so  etwa  als  eine  Besserungsanstalt  hingestellt
  hat,  auf  das  hinweisen,  was  ich  gestern  in  meinem  Vortrage
gesagt  habe,  und  noch  einmal  ausdrücklich  aussprechen,  daß  wir  in
der  Zentralstelle  die  Jugendpflege  doch  erheblich  anders  auffassen.
Ich  tue  das,  um  angudeuten,  wie  sehr  wir  uns  eins  wissen  mit  den
Vertretern  der  alten  Jugendpflegeverbände.

Fräulein  Paula  Müller,  Hannover  (Deutsch-Evangelischer
Frauenbund):  Wenn  ich  trotz  des  ausführlichen  Referats,  das  uns
einen  vorzüglichen  Uberblick  über  die  vielgestaltigen  Bestrebungen
der  Jugendbewegung  vermittelt  hat,  noch  kurz  das  Wort  nehme,  so
geschieht  es,  weil  ich  glaube,  daß  die  Ausführungen  nach  der  Seite
der  freiwilligen  Jugendbewegung  noch  einer  Ergänzung  bedürfen.  Ich
möchte  die  Aufmerksamkeit  der  Versammlung  auf  eine  Bewegung
unserer  weiblichen  Jugend  hinlenken,  an  der  wir  uns  in  den  letzten
Jahrzehnten  außerordentlich  erfreuen  durften,  auf  die  Jugendgruppenbewegung.
  Sie  ist  auch  geboren  aus  dem  Gefühle  der
eigenen  Verantwortung,  und  wir  erkennen  in  ihr  viel  tüchtiges,
eifriges  Streben.  Es  ist  auch  eine  Bewegung,  unabhängig  von
Autoritäten,  wenn  auch  in  Fühlung  mit  den  älteren  in  der  Jugendbewegung
  und  Jugendvereinsarbeit  stehenden  Persönlichkeiten,  es
ist  eine  freiwillige  Arbeit  in  der  selbstgewählten  Bindung  der  Vereinstätigkeit.
  Wir  haben  in  der  Entwicklung  dieser  Jugendbewegung
nun  auch  die  verschiedensten  Schattierungen  und  Richtungen  sich
herausbilden  und  herauswachsen  sehen  und  freuen  uns  dessen,  denn
es  ist  zweifellos  ein  Beweis  für  die  Kraft  der  Bewegung  und  ihrer
Entwicklung,  daß  sie  so  vielgestaltig  geworden  ist.  Wir  haben
Jugendgruppen  der  Berufsverbände,  wir  haben  Jugendgruppen  auf
interkonfessioneller  Grundlage,  wir  haben  die  evangelischen  und  die
katholischen  Jugendgruppen.  Ich  habe  häufig  Gelegenheit,  in  die
Arbeit  der  evangelischen  Jugendgruppen  einen  Einblick  zu  tun,  und
habe  meine  fortgesetzte  Freude  darüber,  wie  in  diesen  jugendlichen
Menschen,  die  ihre  Kraft  vereinten,  eine  starkes  Bedürfnis  vorhanden
ist,  sich  in  Wahrheit  und  Selbständigkeit  mit  den  modernen  Lebens-