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deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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Bibliografische Daten

fullscreen: deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
cbl
Titel:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Erscheinungsort:
Berlin
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1873
1918
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch
Weitere Titel:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
cbl_1883
Titel:
Central-Blatt für das Deutsche Reich. Elfter Jahrgang. 1883.
Bandzählung:
11
Herausgeber:
Carl Heymanns Verlag
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1883
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

law_gazette

Titel:
Stück No 26.
Bandzählung:
26
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
law_gazette

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Wörterbuch.
  • deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Volltext

849 
bezeichnet, der betrügerisch Spielkarten beschneidet und 
so zeichnet (vgl. Avs-Lallement Gaunertum 2, 281); 
beim Ubergang in die allgemeine Spr. hat das Verbum 
den scharfen Sinn eingebüßt: beim kartenspiele, skat 
mogeln; einen bemogeln, auch in Handel und Wandel. 
Mögen, im Stande oder gewillt sein. Gemeingerm. 
Bildung, goth. magao, altnord. mega, altengl. magan, 
altsächs. mugan, ahd. magan, später mugan, mhd. mugen, 
mugen, mit der Eigenheit präteritaler Formen im Präsens 
(vgl. düurfen, können), und eines neuen, nach schwacher 
Conjugation gebildeten Präteritums; in nächster Be- 
ziehung zum Subst. macht (s. d.) sowohl, als zu einer 
andern germanischen Wortreihe, von der namentlich 
magd (s. d.) noch lebt, und die auf die Vorstellung des 
erwachsen oder stark seins zurückgeht; die einst präteritale 
mögen. 
850 
mein wirken oder mugen Luther 3, 13d; davon das 
Part. mögend in Titeln für Regierende und Räte: 
ralentes, die wol mogenden Dief.; hochmögende herren 
Wieland kosmopolit. Adresse an die franz. Nazional- 
versammlung. 2) können, infolge günstiger Umstände, 
gestattet sein, Befugnis haben, dürfen: da ist eine stad 
nahe, darein ich fliehen mag 1. Mos. 19, 20; wie mag 
ein mensch gerechter sein, denn gott? Hiob 1, 17; was 
du keinem darfst erzählen, magst du gott gar kühn- 
lich sagen P Gerhard 275; in verneinender Rede: es 
mag die stad. die auf einem berge ligt, nicht verborgen 
sein Matth. 5, 11; ohn ihn mag ich anf erden, mag 
dort pieht selig werden Bürger Lenore; verblaßt zur 
bloßen Hervorhebung einer Voraussetzung, Möglichkeit, 
Vermutung: derhalb magst du der reichst wol sein 
mögen. 
Form ich mag hat sich somit von der Bed. ich bin er- HSachs Fastn. Sp. 1, 122; einer mag uberweldiget 
wachsen, stark geworden zu der des körperlichen und verden, aber zween mugen widerstehen Pred. Sal. 
dann auch des geistigen Vermögens ausgebildet. Ur= 4, 12; wer weis, es mag jn widerumb gerewen Joel 
verwandt ist altflav. mosti, 
mögen. Die präsentische Pluralform des deutschen 
Wortes, mhd. mugen, erscheint später nach dem Brauche 
des Conjunctivs mit Umlaut, zunächst als mugen, dann 
aber auch, von einer Nebenform mbd. mogen aus, als 
mögen; ebenso der Inf.; Luther hat beide Formen: 
wir mugen es uberweldiger 4. Mos. 13, 31; werden 
nicht entrinnen mugen Hiob 11, 20; so viel sie füren 
mögen 1. Mos. 44, 1; die Formen mit u verschwinden 
sowohl im Indicativ als im Conjunctiv im 17. h. 
Für die an Stelle eines älteren mhd. mahte, ahd. mahta 
getretene Präteritalform ahd. mohta, mhd. mohte, uhd. 
mochte findet sich in älteren Quellen auch machte: so 
best er mucht ( fucht) BWaldis Esop 4, 56; noch 
im 17. h. bei PGerhard 59, zwar möchte geschrieben, 
aber durch den Reim auf suchte gesichert; die im 18. h. 
häufige Schreibung mogte, Conjunctiv möxte (schon im 
17. Ih., und viel früher am Partizip vorhanden: so best 
er gemügt hab D. Städtechr. 1, 458), ist etymologischer 
Deutlichkeit zu Liebe, in Unkenntnis der wirkenden Laut- 
gesetze ausgekommen, von den Grammatikern der Zeit 
aber immer zurückgewiesen worden. Für das Partizip 
gemocht, das erst im sräten Mhd. sich entwickelt hat 
(umgelautete Ferme gemücht, gemöcht Schotrel, 
Stieler), steht der Infinitiv, wenn ein anderer solcher 
hinzutritt: das niemand sein heubt hat mugen auf- 
heben Sacharja 1,21; in neuerer Spr. lieber an letzter 
Satzstelle: das hätte ich sechen mögen, neben: das hätte 
ich mögen sehen; schwankend, wenn ein Inf. zu er- 
gänzen: er hat nicht mehr gemocht und er hat nicht 
mehr mögen (etwa essen). Bed. 1) mögen können, in- 
folge körperlicher oder geistiger Kraft, in älterer Spr. 
häufig, in neuerer nur noch in Resten, weil durch ver- 
mögen (s. d.) ersetzt; mit folgendem Inf.: mag auch 
ein blinder einem blinden den weg weisen? Luc. 6, 39; 
(der Inn fällt) uber fels und stain mit solchem gewalt 
.das man darauf gar nit faren mag Aventin 1, 39; 
in deinem gericht mag kein lebendiger mensch be- 
stehen Schuppius 445; die gefahr von ibr zu wen- 
den magst du ganz allein Goethe nat. Tocht. 2, 1; 
du (Freiligrath) magst es (Westfalen) prächtig malen 
Geibel 2, 107; von Dingen: das auch viel wasser 
nicht mugen die liebe ausleschen Hohel. 8, 7; nichts 
mocht ihm seine vorsicht krommen Wieland Geron 
17; kein sacrament mag leben den todten wieder- 
geben Bürger Lenore; mit fehlendem Inf.: sie mögend 
kaum in unser haus Maaler; ich kuss ihre schuhe, 
. so sittig als ein bär nur mag Goethe Lilis Park 
102; in gleichbedeutender Formel: ich bitte dich was 
ich kann und mag Geschwister; — allein stehendes 
mögen — Kraft haben: valere mogen, mögen, wo 
mugen, wal mögen Dief.; mögende, der mag potens 
Maaler:; daz unser herr der kunig . gar ubel mag 
D. Städtechr. 1, 156; im Inf., — Vermögen: on al 
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, II. 
Präsens moga können, ver- 2, 14; die feinde der Niederländer mögen 
.. den ein- 
druck des sieges benutzt haben Ranke Pä)pste 2, 56; 
als Zwischenwurf: dicse leute haben vielleicht leicht- 
sinnig spekuliert, mazx sein Bismarck Reden 1, 164; 
bei ungefähren Schätzungen: es mag jetzt zwölf sein: 
es mochte wohl mitternacht sein; in ironischen, ärger- 
lichen Wendungen: das mag der henker wissen; oder 
zur Bezeichnung von etwas Gleichgiltigem: Saul und 
Coliath, und wie sie alle heiszen mochten Goethe 
W. Meister 1, 4; der Conjunctiv des Präsens oft nur 
kräftiger hervorhebend für den Conjunctiv des beigesetzten 
Verbums: das sich dein volk uber dir frewen möge 
Pj. 5, 7; wir wunschen, dasz er kommen möge (er 
möge kommen); der Conjunctiv des Prät. zur besonderen 
Hervorhebung des Ungewissen einer Möglichkeit: ich 
möchte vieleicht sterben müssen umb jren willen 
1. Mos. 26, 9; das möchte schwer zu erweisen sein 
Schiller 1, 255; in abhängigen Sätzen: es ist kein 
finsternis da, die ju verdecken möchte Hiob 20, 26; in 
zweifelnden Fragen: wie möchte solchs geschehen? 
2. Kön. 7, 19; in Wunschsätzen, wo der Conj. des Präsens 
den zuversichrlicheren, der des Prät. den schüchternern 
Wunsch ausdrückt: dasz ich dich möge für und fur 
in, bei und an mir tragen PGerhard 161; ich dacht, 
möcht ich bis morgen leben Jes. 35, 13; in höflicher 
Wendung: möchten Sie die güte haben mir zu folgen? 
u. a. 3) mögen, mehr ein Sollen und Bedürfen be- 
zeichnend; als Anweifung stehend: darumb magst du 
keren zu Gedalja dem sone Ahikam Jer. 10, 5; dein 
predig magst anderst wo sparn H Sachs Fastn. Sp. 
1, 105; hingegen magst du wissen Hagedorn Epigr. 
21; in einer Formel: mag ers baben, er hat es nicht 
besser gewolltl; mag sies für meinen sohn haben 
Goethe Jery. 4) mögen, zur Hervorhebung eines 
Beliebens, Freistehens: doch magstu schlachten und 
fleisch essen 5. Mos. 12, 15; an dem frembden magstu 
wuchern, aber nicht an deinem bruder 5. Mos. 23, 20; 
so mag die welt behalten, was ihr wol gefällt PGer- 
hard 141; ein mägdlein mag man schrecken, das sich 
im bade schmiegt Uhland 359; in Sätzen des Zu- 
lassens oder Zugebens: es mag drum sein PGerhard 
192; ein ding mag noch so närrisch sein, es sei nur 
neu, so nimmts den pöbel ein Gellert Fab. 1, 44; in 
kürzeren Formeln: er bat keine einheit des orts be- 
obachtet: mag er doch Lessing Dram. 17; es ist, als 
wenn mirs vom manule weg zeschnitten wäre. nun mags: 
der gröszte schade dabei ist Ihre Misog. 2, 5; ihr bild! 
— mag! — ihr bild, ist sie doch nicht selber Gal. 
1, 3. 5) in den vollen Sinn des Beliebens, Wünschens, 
Gernhabens übergetreten, zufrühest im älteren Nieder- 
1 deutsch zu beobachten, seit 16. Ih. auch hochdeutsch, 
mit Gen.: ich vertilget drei hirten in einem monden, 
dann ich mocht jr nicht Sacharja 11, 8; ich mag deines 
beweises nicht Klinger 6, 238; mit Acc.: einen, eine 
54
	        

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