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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Bibliographic data

Contents: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1896
Title:
Central-Blatt für das Deutsche Reich. Vierundzwanzigster Jahrgang. 1896.
Volume count:
24
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1896
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück No. 49.
Volume count:
49
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
1. Konsulat-Wesen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

Helmolt: Die Vorgeschichte des Krieges 
dem franzbsischen Generalstab vorausgegangen, und 
die drei Mächte halten die Pläne für ein Zusammen= 
arbeiten der verbündeten Armeene, wie es im Schrift- 
stück heißt, genau festgelegt. 
Reval. 
Dauernd wurde entweder durch taktvolle Abschlei- 
fungelter Reibungsflächen oder durch aktiven Ausbau 
der Verständigung die Verklammerungfester ge- 
gen. Da der deutschen Regierung an einem guten 
erhältmis zu Rußland lag, hielt sie darauf, daß Wien 
den 1908/09 abgerissenen Draht mit Petersburg wie- 
der anknüpfte (. unten). Und da anderseits Kaiser 
Wilhelm eifrig dahin strebte, zu England mindestens 
einen Modus vivendi zu finden, so waren ihm eng- 
lische Annäherungsversuche an Osterreich= Ungarn, 
obwohl sie das Ziel verfolgten, Kaiser Franz Josephs 
Räte von der deutschen -Bevormundung= zubefreien, 
ebensowenig unangenehm wie Italiens auffallend 
gutes Verhältnis zu Frankreich. Natürlich konnte man 
der emsigen Geschäftigleit König Eduards, der im 
Frühjahr 1907 Fallièeres in Paris, König Alfons in 
Cartagena und König Viltor Emonuel III in Gaeta 
besuchte, nicht ohne Mißtrauen zusehen. Und die Reise 
General Frenchs nach Petersburg (Mitte Okiober 1907) 
muß man hinterher als eine politische Mission ersten 
Ranges einschätzen, die mancher Generalstabsfahrt der 
folgenden Jahre die Marschrichtung gegeben haben 
dürfte. Denn auf dem Fuße folgte ihr am 9./10. Juni 
1908 die Begegnung Eduards VII. mit Nikolaus II. 
7r Reval. Vorausgegangen waren ihr am 14. Mai 
ie Eröffnung der französisch-englischen Ausstellung 
in London durch den Prinzen von Wales und zwei 
französische Minister und Ende desselben Monats der 
Besuch Fallieres'. Am 25. Mai hatte König Eduard 
darauf getvastet, daß die „Entente cordiale: auch eine 
„Ententepermanente sein möge, und der -Tempe- 
hatte dieser deutlichen Anspielung getreulich sekun- 
diert. Nur sein Hinweis auf die Notwendigkeit einer 
gründlichen Heeresreform (Einführung der allgemei- 
nen Wehrpflicht) verschnupfte jenseit des Kanals außer- 
ordentlich. Und am 27. Juli 1908 stellte Fallieres 
auf der russischen Kaiserjacht = Standarte vor Reval 
fest, in Europa seinunmehr eine Bürgschaft des Gleich- 
gewichts gegeben. 
Die jungtürkische Revolution. Die Einverleibung 
Bosniens. 
Dies europäische Gleichgewicht sollte unmittelbar 
darauf seine erste, harte Probe bestehen. Im Juli 1908 
hatte die jungtürkische Bewegung dem veralte- 
ten Absolutismus der Türkei die Wiedereinführung 
der Verfassung von 1876 aufgezwungen, und am 
5. Oktober hatte gleichzeitig mit der Unabhängigkeits- 
erklärung Bulgariens die österreichisch- ungarische 
Monarchie die seit 1878 vertragsmäßig besetzten und 
verwalteten Länder Bosnien und Herzegovina 
sich förmlich einverleibt. Dieser, eine dreißigjährige 
Kulturarbeit abschließende Schritt beschwor eine euro- 
päische Krisis von ungeahnter Tragweite herauf. Aber 
die Entschlossenheit, mit der Deutschland sich gegen- 
über der auf Rußlands Hilfe pochenden serbischen 
Kriegsrlistung bundestreu auf Osterreich = Ungarns 
Seite stellte und ihm unterm 26. Februar 1909 zu 
einer vorteilhaften Einigung mit der Türkei verhalf, 
schüchterte Rußland dermaßen ein, daß es am 2. März 
1909 Serbien den freundschaftlichen Rat« erteilte, 
seine Kompensationsforderungen aufzugeben, und 
Der Krieg 1914/16. I. 
129 
seinerseits am 26. März die Einverleibung Bosniens 
ausdrücklich anerkannte. Aber diese diplomatische 
Niederlage wurde vom Dreiverbandenicht verschmerzt. 
Großbritannien steigerte Zahl, Größe und Bautempo 
der Kriegsschiffeplanmäßig. Und jede britische Flotten- 
verstärkung wurde fortan unverhüllt mit der drohen- 
den deutschen Gefahr und Hegemonie“ begründet. 
Die Nachwehen des kaiserlichen Novembersturms 
von 1908 (Beschwerden des Reichstags über schwere 
Mängel in der Behandlung auswärtiger Angelegen- 
heiten und lber angebliche Versiögze gegen das konsti- 
tutionelle System) hatten Mitte Juli 1909 der Kanzler- 
schaft Bülows ein vorzeitiges Ende bereitet. Die da- 
mit zusammenhängende einstweilige Unsicherheit in 
der politischen Gruppierung brachie eine vorüber- 
gehende Abschwenkung Italiens mit sich, und ein- 
geweihte Kreise gaben sich in Berlin wie in Wien kei- 
nen Täuschungen mehr über den Beistand Italiens 
hin. Man merkte, daß sich der Quirinal vorbehielt, sich 
egebenenfalls auf die Seite des Stärkeren zu stellen. 
ch duldeten Deutschland und Österreich= Ungarn 
Italien weiter im Dreibunde, weil sein offizieller Aus- 
tritt eine Minderung an Prestige bedeutet hätte und 
weil man immerhin die Möglichkeit offen halten 
wollte, es im Fall eines kriegerischen Konflikts nicht 
als Gegner zu haben. 
Potsdam. 
Hatte das Jahr 1909 durch Italiens Extratouren 
von Baja (Empfang Eduards VII. am 29. April) und 
von Racconigi (Besuch des Zaren am 24. Okkober 
unterostentativer Umgehungösterreichisch-ungarischen 
Bodens), durch die mit Flottenparaden verbundenen 
Empfänge des Zaren in Cherbourg am 31. Juli und 
in Satdead am 2. August usw. einen beunruhigen- 
den Eindruck hinterlassen, so schien sich mit dem Jahre 
1910 der verdunkelte politische Horizonterfreulich auf- 
uhellen. Am 20. März setzte die russische Regierung 
die Mächte von dem Ergebnis der Terhandlungen in 
Kenntnis, die das Petersburger und das Wiener Kabi- 
nett miteinander gepflogen hatten: die normalen Be- 
ziehungen zwischen beiden Regierungen seien nunmehr 
piederher estellt. Am Tage darauf leugnete derbritische 
Premier Asquith das Vorhandensein eines britisch. 
französischen Mittelmeerabkommens militärischer oder 
maritimer Natur. Und am 6. Mai starb der bri- 
tische König, der in konstitutionellen Formen als 
tätigster Diplomat seines Landes die Einkreisung 
Deutschlands im Umherziehen besorgt hatte. Dazu 
gesellte sich die „große Lüge von Potsdam-: Am 
17. Oktober 1910 hatte England der persischen Re- 
gierung angekündigt, es werde zur Sicherung des Han- 
delns in Südpersien Maßregeln ergreifen, falls dort 
nicht innerhalb dreier Monate die Ruhe wiederher- 
estellt sei. Diese britische Drohung veranlaßte Ruß- 
and, das sie als Verletzung des Abkommens von 
1907 ansah, den Wünschen Deutschlands nach Berück- 
sichtigung seiner persischen Interessen näherzutreten. 
Am 4. November 1910 traf Zar Nikolaus II. in Wild- 
park ein. Kurz danach betonte zwar Minister Ssasa- 
now (seit Ende September Iswolskis Nachfolger) noch 
vorsichtig, daß von einem Bestreben, Rußland zu an- 
deren politischen Kombinationen (als dem Bündnis 
mit Frankreich und dem Einvernehmen mit England) 
hinüberzuziehen, keine Rede sein könnez es sollten nur 
Deutschlands Interessen, die mit der Bagdadbahn ver- 
bunden seien, gewahrt werden. Aber schon am 10.De- 
zember 1910 faßte der deutsche Reichskanzler v. Beth- 
9
	        

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