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Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
cbl
Titel:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Erscheinungsort:
Berlin
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1873
1918
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch
Weitere Titel:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
cbl_1901
Titel:
Central-Blatt für das Deutsche Reich. Neunundzwanzigster Jahrgang. 1901.
Bandzählung:
29
Herausgeber:
Carl Heymanns Verlag
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1901
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

law_gazette

Titel:
Stück No. 40.
Bandzählung:
40
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
law_gazette

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Volltext

589 Dorf — Dorn. 
sollest Goethe Wandr. Nachtlied; in der Formel doppelt 
und dreifach: bis ein jeder seinen verlust doppelt und 
dreifach ersetzt sieht W. Meister 4, 8. 
Dorf, n. kleiner Ort ohne Ringmauern und Stadt- 
recht; eigentlich und ursprünglich die Ansiedelung der 
hörigen Leute um die Hofstatt ihre5 Herrn; altes gemein- 
germ. Wort, goth. harp Acker, Land, altnord. borp, 
selten in diesem Sinne, gewöhnlich wie auch altengl. 
horp, ahd. mhd. dorf in unserem; urverwandt lat. turba 
Leutehaufen, Volksmenge, griech. türbs Gedränge; im 
Hintergrunde der deutschen Bed. stebt die persönliche der 
einen Herrn umgebenden Schar, eine Bed. die vor das 
Alter der deutschen Seßhaftigkeit zurückreicht, und die bei 
Eintritt der letzteren sich dann in die örtliche der Siedel- 
stätte solcher Leute verwandelte. 
dorf, schon mhd. aber auch, wie später allein, dörker: 
der gemauerten stedte und dörfer 1. Sam. 6, 18; ver- 
kundigetens in der stad und auf den dörfern Luc. 
8, 34; aus einem kleinen dorfe wo eben jahrmarkt ge- 
halten wurde Schiller 4,206; — Gesamtheit der Dors- 
bewohner: der stolz des dorses Hölty 50; sprichwört- 
lich: es waren mir nur böhmische dörfer und allcs eine 
ganz unverständliche sprache Simpl. 1, 25: das waren 
dem gehirne spanische dörker Goethe Werther 2. — 
Plur. in alter Spr. P 
Zufammensetzungen: Dorfbarbier, m. Barbier, zugleich 
Wundarzt eines Dorses; früher gern komische Figur. — 
Dorfbewohner, m. Bewohner eines Dorfes. — Dorf- 
gemeinde, f. Gemeinde aus den Bewohnern eincs Dorfes 
estehend. — Dorhpericht „n. Gericht für ein Dorf und 
aus Dorfleuten gebildet. — Dorsgeschichte, f. Erzählung 
aus dem Leben eines Dorfes; schon bei Gotter, aber seit 
B Auerbachs Schwarzwälder dorigesehichten (1843) in 
einem technischen Sinne aufgekommen. — Dorsiugend, s. 
Gesamtheit der jungen Leute und Kinder eines Dorfes. 
— Dorfjunker, m. in spottendem Sinne, der Adliche der 
nur auf seinem Dorfe lebt. — Dorflirche, f. Kirche eines 
Dorfes. — Dorfmusikant, m. Musikant auf dem Dorfe, 
schlechter Musikant. — Dorfpfarrer, m. Pfarrer auf einem 
Dorfe. — Dorfrichter, m. Richter, oberster Beamter einer 
Dorfgemeinde. — Dorsschenke, f. Schenke eines Dorfes. — 
Dorsschöne, f. lobende, aber auch spöktisch gebrauchte Be- 
zeichnung eines Landmädchens. — Dorsschule, k. Schule 
eines Dorfes; Dorsschulmeister, m. Leiter einer folchen. — 
Dorsschulze, m. Schulze, oderster Gemeindebeamter eines 1 
Dorfes. — Dorfteufel, m. spottende Bezeichnung eines 
dummen Bauern: eine gewisse mittelmöszigkeit, die 
nicht zu dummen dorfteufeln herabsinket Herder Litt. 
2, 161; ins dorf mit dem dummen dorfteufel Schiller 
Paraf. 2, 8. 
Dörfer, m. Dorfbewohner, mhd. dorsære: o reicher, 
soll dein kind gesund in städten bluhen: so zieh es 
in der stadt, wie es die dörfer ziehen! Gellert Fab. 
4, 32; eben so oft Dörfler, w. schon Weist. 3, 715 (aus 
Ostreich, wahrscheinlich 16. Jh.). — dörflich, dem Dorf 
gemäß oder zugehörig: nach dorflichen rechten Weist. 
3, 718; dörfliche sitten, verhältnisse u. a. — Dorf 
schaft, k. Dorf und Dorsgemeinde: in diesem thale liegen 
verschiedene dorfschaften; die ganze dorfschaft komme 
mir Hagedorn Od. 3, 11. 
Dorn, m. Stachel am Stengel von Pflanzen und 
solche Pflanze selbst; gemeingerm. Wort, goth. hauruus, 
altnord. und altengl. born, ahd. und mbd. dorn, urver- 
wandt das altbulg. trönn Dorn, das altind. trna Gras- 
halm, und, da das -# der Ableitung angehört, das griech. 
toréd bohre, durchbohre, welches letztere die eigentliche 
Bed. von dorn als Durchbohrers, Stechers klar legt. 
Der Plur. des Wortes, ahd. dorna, mhd. dorne setzt sich 
in letzterer Form auch uhd. sort (noch bei Uhland 37, 
s. die Stelle unten 2), daneben kommt umgelautetes 
dörne auf, namentlich in oberd. Quellen: die dörn, 
spitzige oder stüchende dörn Maaler; der gute samen 
2 
2 
unter den dörnen Simpl. 2, 140; noch jetzt mundartlich 
590 
schweizerisch; sodann dörner: die dörner stechen Stein- 
ach; du wirst doch nicht gar dörner speisen Lessing, 
3, 37; bei Luther findet sich neben dem Sing. dorn 
nur einmal die schwache Form dorne: der beste unter 
inen ist, wie ein dorne Mich. 7, 4, davon aber fast stets 
der Plur. dornen, neben dem bisweilen ein solcher mit 
Umlaut: die dörnen wuchsen auf Matth. 13, 7, vor- 
kommt. In neuer Spr. ist dorn im Sing, stark-, im 
Plur. gewöhnlich schwachformig, nur beim technischen 
Gebrauche lautet der Plur. noch dorne, bei den Hand- 
werkern lieber dörner. Bedeutung: 1) im eigentl. Sinne, 
der einzelne Stachelansatz einer Pflanze: solde ich mit 
iu 2e holze gän, mich steche lihte ein dorn Minnes. 
2, 1735; ehe ewre dornen reif werden am dornstrauche 
s. 58, 10; wie eine rose unter den dörnen Hohel. 2,2; 
sie hat in ein torn getretten Wickram Rollw. 36; die 
magd deren man den dorn auszzog Garg. 15; sprich- 
wörtlich: keine rose ohne dornen; unter dornen wachsen 
rosen; von dornen kann man keine traoben lesen (nach 
Matth. 7, 16); was ein dorn werden will, spitzt sich 
sruh u. a. 2) die ganze Stachelpflanze, vgl. weisz-, 
schwarz-, rot-, kreuz-, schlchduorn u. a.: der paum 
geleicht dem weizen dorn Megenberg 317; ein leben- 
digen zaun von becken oder dornen setzen Henisch; 
da wirds den hecken und dornen gut gegangen sein 
Goethe Götz 1; in solchen tagen, wo selbst die dorne 
rosen tragen Uhland 37; formelhaft mit distel ver- 
bunden, s. dort; wobei auch zusammensassender Sing. 
ganz oder teilweise erscheint: wie rümet si alle sine wege 
vor distele und vor dorne Trist. 18109; dorn und disteln 
sol er (der Acker) dir tragen 1. Mos. 3, 18; auch Dorn- 
zweig oder -Rute: wil ich ewer fleisch mit dornen 
Zzudreschen Richt. 8, 7; geknickte grüser, blutgefärbte 
dornen Freiligrath 1, 178. 3) bildlich zu 1 und2: 
werden euch die, so jr uberbleiben laszt, zu dornen 
werden in ewren augen 4. Mos. 33, 55; einem ein dorn 
in den augen sein Frisch; auf dornen sitzen, liegen; 
er hielt mich auf, und ich stand wie auf dornen; der 
jung was die zeit auf dornen gesessen Wickram Nachb. 
48b. 4) übertragen auf Dornähnliches: die Stacheln des 
Igels, schon mhd.; früher auch das Rückgrat, der dorn, 
der den rucken zesamen helt Megenberg 21; jetzt 
der fpitz hervorragende Teil eines Knochens, dornfort- 
s atz hornige Verhärtung der Haut, leichdorn; an Ge- 
räten mancherlei Art, Zunge einer Schnalle, Stist in 
einem deutschen Schlosse, in den der Hohlschlüssel greift, 
spitzes Werkzeng zum Erzeugen von Löchern oder Höh- 
lungen in Metall u. s. w. — Zusammensetzungen: Dorn- 
usch, m. dorniger Busch, Dornstrauch (Nicht. 9, 14).— 
Dorndreher, m. Neuntödter, ein Vogel, der seine Nahrung 
an Dornen aufspießt. — Dornenbahn, k. Bahn voll 
Dornen, bildlich: des dulders dornenhahn Schiller 
Resign. — Dornenhecke, Dornhecke, k. Hecke aus Dornen; 
die fieng eine nagelneue predigt an, also dasz ich 
wunschte, ich lüge irgends in einer dornhecke Simpl. 
1, 335. — Dornenkronc, k. Krone aus Dornen: o häupt, 
zu spott gebunden mit einer dornenkron PGerhardt 
49. — dornenlos, ohne Dornen: dornenlose rose; bild- 
lich: sein leben war nicht dornenlos. — Dorncupfad, m. 
Pfad voll Dornen, bildlich, voll Beschwerden. — dornen- 
voll, voll Dornen, bildlich, voll Beschwerden: in so go- 
fährlich dornenvoller sache Schiller M. Stuart 2, 5. 
— Doenstrauch, m. dorniger Strauch, Dornbusch, Pl. 
58, 10. — Dornzweig, m. Zweig eines Dornstrauchs, 
Spr. Sal. 26, 9. 
Dornen, aus Dornen, ahd. durnin, mhd. Gurnen, 
im ältern Nhd. noch mit Umlaut: eino dörnen krone 
Matth. 29; in .. Christus eine dörnenec (Krone) ge- 
tragen Zinkgref 2, 21; auch als dörnern: cine dör- 
nerne krone Steinbach; bei Adelung dornen als 
wenig gebraucht, heute zu Gunsten der Zusammen- 
fetzungen mit dornen- sast vergessen. — dornen, dörnen, 
Dornbusch — dornen.
	        

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