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Sächsische Volkskunde.

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Bibliographic data

fullscreen: Sächsische Volkskunde.

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1906
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierunddreißigster Jahrgang. 1906.
Volume count:
34
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1906
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 61.
Volume count:
61
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
1. Konsulatwesen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Sächsische Volkskunde.
  • Cover
  • Prepage
  • Title page
  • Imprint
  • Preface
  • Inhaltsverzeichnis.
  • I. Die Grundlagen des Volkslebens.
  • 1. Das sächsische Land.
  • 2. Sachsens Vorgeschichtliche Zeit.
  • 3. Die germanischen Bewohner Sachsens vor der Slawenzeit.
  • 4. Verlauf und Formen der Besiedelung des Landes.
  • 5. Die Anfänge des sächsischen Städtewesens.
  • II. Die Bevölkerung.
  • 6. Stand und Wachstum.
  • 7. Die Bevölkerungsgliederung.
  • 8. Verbrechen und Selbstmord.
  • Aus dem geistigen Leben des Volkes.
  • 9. Volksdichtung in Sachsen.
  • 10. Die obersächsische Hauptmundart.
  • 11. Sitten und Gebräuche im Kreislauf des Jahres.
  • 12. Aberglaube und Volksmythen.
  • 13. Sprache und Volksdichtung der Wenden.
  • 14. Volkssitte, Brauch und Aberglaube bei den Wenden.
  • IV. Das künstlerische Wollen des Volkes.
  • 15. Die Dorfkirche.
  • 16. Haus und Hof.
  • 17. Die bäuerliche Wohnung.
  • 18. Die bäuerliche Kleinkunst.
  • 19. Die wendische, vogtländische und altenburgische Volkstracht im 18. und 19. Jahrhundert.
  • 20. Die Zukunft der Volkstrachten.
  • Sachregister.
  • Advertising
  • Karte - Das Königreich Sachsen.

Full text

M. Rentsch: Volkssitte, Brauch und Aberglaube bei den Wenden. 373 
flachs lenèek) und wäscht sich in dem Wasser; bleiben Flocken im Wasser, dann ist 
es erwiesen, daß die Übelkeit vom „Geschehen“ herrührt. Das Wasser gießt man 
auf die Hausthür, (d. h. die Krankheit soll zur Thür hinausgehen!). Doch ich 
breche davon ab; es kommt mir nur darauf an, einige Proben hier mitzuteilen. 
Bei allen derartigen abergläubischen Vorstellungen, die es in vielen 
Variationen giebt, spielt die subjektive Phantasie die Hauptrolle. Unbewußt 
sind sie aus dem Volksgeiste hervorgewachsen, verändern sich je nach Bedarf 
und tragen den Charakter der Naivetät. Sie finden sich ähnlich in entfernten 
rein deutschen Gegenden und nur in einzelnen Fällen kann man sie als aus- 
schließlich und speziell wen disches Charakteristikum bezeichnen. 
Ganz anders liegt es nun bei dem ungleich interessanteren mythischen 
Volksaberglauben der Wenden, d. h. dem Glauben an übernatürliche 
Mächte, Wesen und Geister. Hier haben wir Reste altheidnischer Vorstellungen 
vor uns, Reste aus der Zeit der Verehrung der Naturmächte. Andererseits 
können wir dabei Blicke in die Vorstellungen des Volkes vom Seelenleben 
thun. Dieser mythische Aberglaube trägt vielfach den Stempel des echt 
slawischen an sich und hat eine unverwüstliche Lebenskraft. 
Indem der Urmensch beobachtete, daß ein Leichnam oder der Körper 
eines schlafenden Menschen nicht geht, nicht arbeitet, weil der Geist aus ihm 
gegangen ist, so schloß er daraus, daß die Ursache alles menschlichen Thuns 
der Geist ist, und analog übertrug er die Ursache der Vorgänge in der Natur, 
welche er sich nicht zu erklären vermochte, auf Mächte, die über dem Menschen 
stehen, auf verschiedene Geister, denen er menschliche Gestalt, eventuell auch 
die Gestalt von Tieren gab. 
Auch die Vorgänge im menschlichen Leben, angenehme und unglückliche, 
schrieb man den Geistern zu; so entstanden die Genien der alten Römer, 
die Dämonen der Griechen, die Schicksalsgöttinnen der flawischen Völker. 
Merkwürdigerweise haben die Wenden den Glauben an Schicksalsgöttinnen 
nicht, man müßte denn etwa das boke sedlesko und die pripoldnica, die 
Mittagsfrau, wovon dann die Rede sein wird, dazu rechnen. Hingegen 
hatte man den Glauben, daß die Seelen der Abgeschiedenen in dem Hause 
verbleiben, auch wenn der Leichnam hinausgetragen ist; darum darf man 
nicht allzusehr jammern, denn der Geist des Toten hört alles. Man ver- 
ehrte verschiedene Hausgeister, dabei vergessend, daß man ursprünglich die 
Seelen der toten Hausgenossen darunter gemeint hatte. So entstand der 
Glaube an die Kubolciki, an die lutki, an den plon oder zmij und an 
die boza losc oder das boze sedlesko. 
Der Kubolcik, in der Niederlausitz Kobod, Kobolt, Koblik, um 
Muskau spilitus, d. i. spiritus, Geist genannt, entspricht dem deutschen Kobold, 
(plattdeutsch Klabatermann) und findet sich auch im Aberglauben der Czechen, 
Mähren, Slowaken Polen und Russen. Bei den letzteren heißt er domowoj,
	        

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