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Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1906
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierunddreißigster Jahrgang. 1906.
Volume count:
34
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1906
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 17.
Volume count:
17
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Full text

511 Bügel — Buhle. 
Gu biegen wie flug zu fliegen; mhd. buc das Fallen 
vom Pserde): bug, buck curvatio, in/lero, fleæura. ein 
bug oder biegung Frisch; (wenn er) durch den einen 
bug die ganze krümmung misst Lessing 1, 177; durch 
einen bug der hugel Goethe 16, 234; der Sporer nennt 
bug die runde Biegung der Stange an einem Zaum 
Jacobsson. 
Bügel, m. gebogenes Holz oder Metall, von biegen 
abgeleitetes, erst nhd. bezeugtes Wort, bei Luther bögel 
1, 1085, und bügel Tischr. 367b (beidemal — Reif zu 
einem Kranz), bei Henisch als duggel, bügel, bigel, 
bei Stieler und Späteren auch als biegel; in mannig- 
sacher Anwendung als Geräte in der Hauswirtschaft 
und bei Gewerken, Jägern, Schwertfegern, Schiffern, 
Schlächtern, am Schießgewehr, u. a.; auch als gebogenes 
Reis beim Vogelsang, und als junger Rebschoß; am 
häufigsten aber der Steigring für den Reiter, steigbugel: 
ihr den fusz in den bugel zu setzen Wieland Amad. 
2, 39; den bugel ihm zu halten Ob. 2, 54. — biügellos, 
ohne Steigbügele ich aber, büugellos geworden Immer- 
mann Münchh. 1, 90; doch trug wie bugellos mich 
Phantasie weit Uber spalt und barren Droste 11. 
bügeln, auf heißem Wege Zeug oder Tuch glätten; im 
I7. Ih. aufgekommenes Wort, eigentlich bügelsörmige 
Krümmungen in die damaligen Halskrausen bringen, 
was durch ein eigens dazu erfundenes, heiß zu machendes 
Eisen, das Bügeleisen, geschah: biegelen, areuare lintea 
Stieler; das Wort ward später auf das plätten (s. d.) 
übertragen: der schneider bugelt das kleid, die wäsche 
bugeln Stein bach; kammerm#üchen, die mit waschen 
und bugeln . nicht fertig werden konnten Goethe 
Wahlverw. 2, 4. 
Bugsieren, ein Schiff ins Schlepptau nehmen, vor- 
wärts ziehen; niederd. Schifferansdruck, bogsẽren, neu- 
niederl. boegseeren, bei Kilian aber noch boech-seerden, 
boecht-seerden remulco tranere, so daß das Wort wie 
eine verdunkelte Zusammensetzung mit bug, niederl. boeg, 
boech. Bug aussieht, wobei ungewiß bleibt, was in dem 
zweiten Teil steckt; in sreierer Bed. in die Schriftspr. 
übergegangen: (der Neger ward) zu bette bugsiert Wie- 
land Amad. 13, 5; selbst in die oberd. Volksspr. als 
bugsen — fortschicken (Schmeller mit Beispielen aus 
der Handwerksburschensprache). 
Bübel, Bühl, m. mäßiger Hügel; ahd. pubil, buhil, 
mhd. buhel, mit Wechsel von g zu b zu biegen gehörig, 
die Vorstellung von Abhang, Berglehne wiedergebend; 
in älterer Spr. oberdentscher OQuellen häufig: eallis 
buhel, puhel, buchel Dies.; ein perg und puhel Aven- 
tin 1, 587; alle gräben, moräste, büsche, buhel Simpl. 
1, 293; auch als Grabhügel: #em####o, ich begrabe, mach 
ein buhel Dasyp.; alte greber, aufgeworfne puhel mit 
griechischen puecehstaben ouberschriben Aventin 1, 81; 
selbst als Geschwulst, Auswuchs: bohel, rein, ##ber, als 
von geschwulsten Maalexz in neuerer Schriftspr. auch 
bei Oberdeutschen von hugel fast verdrängt: nah am 
klosterbuh!l Wieland Ob. 2, 35; zum büble da rettet 
cuch! Goethe Joh. Sebus. 
Buble, m. Geliebter, Geliebte; ein im späteren Mhd. 
als buole, mitteld. bale auftauchendes, jedensalls aber 
altes Kosewort, zunächst für geliebte Verwandte, so min 
büle vom Schwager Elis. 6252, büle redet die Schwester) 
den Bruder an Myst. 1, 108; ebenso niederd.: srater 
germanus boule brouder, utferi#es boule broder ran 
der mouder wegen Dief.; ungewisser Herkunft, doch ist., 
wenn das innere 1 des Wortes der Ableitung angehört, 
Zufammenhang mit dem reduplizierenden bube (s. d.), 
wohl nicht abzuweisen. Es erscheint später nur auf; 
Liebhaber und Liebhaberin bezogen, der buhle gilt für 
beide Geschlechter, in älterer Spr. häufig, sowohl in! 
ehrbarer Bed.: wie ein lieber bule einen bulen lichb hat 
Jes. 62, 5; wilt den buol dewerben dir 2e deiner chan 
(Ebesrau) Ning 114, 29; als mit unehrbarem Beisinne: 
512 
alle deine bulen, mit welchen du wollust getrieben 
hast Hes. 16, 37; (der Kaiser) bielt im (dem Landes- 
hauptmann) ainen puelen aus, wo er anderst kain 
eweib het Aventin 1, 633; später im Gebrauche zurück- 
gegangen, erst seit der zweiten Hälste des vor. Ih. in 
der Dichterspr. wieder aufgelebt, nun aber mit gram- 
matisch verschiedenem Geschlecht nach dem persönlichen; 
als Masc.: ein bittrer vorwurf ihm und ihrem buhlen 
Goethe Inhig. 2, 1; da sie aus gold mit ihrem buhlen 
trank Schiller M. Stuart 1, 1; als Fem.: ein ring, 
meine liebe buhle damit zu zieren Goethe Faust l; 
lüszt von wein und buble Geibel 1, 90. — bahlen, 
Buhle sein, mhd. buolen; in verschiedener Fügung und 
Anwendung: intrans. lasz uns gnug bulen * Sal. 
7, 18; die ioehter bublt Lessing Sinnged. 1, 97; wie 
buhlen dort die turteltauben Hagedorn Od. 1,9; frei 
und dichterisch: buhlende winde Schiller Laura am 
Clavier; in älterer Spr. auch mit Acc. der Person: 
kein zager bölt ein schönes weib Grobian 1078; mit 
Dat.: die sternen buhln der nacht Lohenstein Arm. 
1, 1129; mit Präp. um, mit: bule umb das bulerisch 
und ehebrecherisch weib Hos. 3, 1; Juda bulet mit eines 
frembden gottes tochter Maleachi 2, 11; bulet mit allen 
schönen gesellen Hes. 23, 7; mit diesem müdchen zu 
buhlen Schiller Kab. 4, 3; frei und dichterisch: um 
was bublen, aliquid appetre Stein bach; um den 
rang zu buhlen mit den göttern Schiller Semele 53; 
um das lob der menge buhlen M. Stuart 4, 10; abend- 
luftchen buhlen mit den wiesenblumen Hölty 52; 
(ein Mann) der so lange mit der philosophie gebuhlt 
hat Klinger 3, 59; = wetteisern: an schnelle buhlt 
es mit eincs adlers tug Schiller Rätsel 13; ungewöhn- 
lich mit nach: dieses buhlen nach dem beifall HHeine 
9, 13. — Zusammensetzungen: Buhldirne, k.; Buhl- 
schwester, k. gern buhlendes Weib. — Buhler, m. der 
da buhlt: puler amasius, amasso Voc. 15. Ih.; Lieb- 
haber in ehrbarem Sinne, Bewerber, der buhler zank 
ist der liebe anfang Steinbach; schöne buhler werden 
kommen, verden dich um liede ütehn Bürger Huldi- 
gungslied; übertragen, vgl. nebenbubler; bei den Metz- 
gern heißen an verschiedenen Orten die Lästerer buhler 
Jacobsson; mit unkeuschem Beisinne: du aber hast 
mit vielen bulern gehuret Jer. 3, 1; wann der bherr 
nicht selbsten wuste, wie einem buler ums herz ist 
Simpl. 1, 326; ibn, den man .. für ibren buhler hält 
Wieland Perv. 1, 454; jetzt als einfaches Wort selten 
geworden. — Buhlerei, f. das häufige Buhlen: duolri 
triben Teuf. Netz 5030; bulerei, bulschaft Henisch; 
uralte buhlerei Schiller Fiesko 2, 19. — Bühlerin, t. 
die da buhlt, mit verächtlichem Beisinne: pulerin, amasia, 
amatriæ inordinata Voc. 15. Ih.;z fleuch die bulerin 
Sir. 9, 3; eine privilegierte buhlerin Schiller Kab. 
1, 7; klaget als eine bublerin sie an Karl. 3,4; ohne 
solchen in nebenbuhlerin. — huhlerisch, zu buhlen eifrig: 
das bulerisch und ehebrecherisch weib Hos. 3, 1; so 
buhlerische kusse Wieland Idr. 3, 117; des königs 
buhlerische absicht Schiller Karl. 2,9; der vögel buhl- 
risches koncert Hölty 29. — Buhlschaft, f. das Treiben 
als Buhler, Liebesspiel, Lichschaft, mhd. buolschaft: der 
bülschaft ergeben Maaler; zu den bublschaften deiner 
tochter Schiller Kab. 5,2; in älterer Spr. auch buhlende 
Person, Geliebter und Geliebte: pulschaft, amasio Voc. 
. Ih.; bülschaft, omassc. mit eines andren bölschaft 
kundtschaft machen Maaler; noch bei Möser: wäh- 
rend der zeit er mit seiner ersten buhlschaft. .lebte 
Phant. 4, 111. 
Buhne, k. Holz-, Latten= oder Reisigwerk zu verschie- 
denen Zwecken; im Hafenban Einfassung, Verschälung 
am Ufer des Meeres oder eines Flusses; in einer See- 
stadt auch ein Hof, worauf die Waren so lange auf- 
bebalten werden, bis man sie in Niederlagen bringt 
(Buhnenmeister, Aufseher über die eine oder andere An- 
buhlen — Buhnenmeister.No full text available for this image
	        
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