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Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1906
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierunddreißigster Jahrgang. 1906.
Volume count:
34
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1906
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 38.
Volume count:
38
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
Zoll- und Steuerwesen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

law

Title:
Ausführungsbestimmungen zum Brausteuergesetze vom 3. Juni 1906.
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Appendix

Title:
Muster 5. Brauereirolle.
Document type:
Periodical
Structure type:
Appendix

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Full text

953 Folie — foppen. 
Folie, k. metallische Unterlage für Edelsteine oder 
Spiegel, ursprünglich nur Handwerkerwort, aus dem 
lat. Plur. solia von folium Blatt entlehnt: eine folje, 
spiegelfolje Frisch; in neuerer Spr. auch in gewählte 
Rede übertragen: einer, etwus ist folie für einen undern 
(bebt Glanz oder Bedeutung); hat lhre wonne die ver- 
Zveiflung so nöthig zur folie? Schiller Kab. 4, 7; 
das fehlte noch, der braut .. zur folie zu dienen! 
Heyse 3, 256. 
Folter, k. Handlung des Folterns und Gerät dafür: 
folter, peinigung, mit der folter die warheit erforschen. 
Henisch (noch nicht bei Maaler); cinen auf die folter 
spannen Stieler; wenn sic auf der folter ihn de- 
fragen Schiller Picc. 1,3; im Plur.: ein teufel, er- 
blickt auf den foltern der ewigen verdammnis, würde 
menschen weinen machen Schiller 2, 364; bildlich 
— quälende oder verlangende Seelenregung: du spannst 
meine neugier auf die folter; serlen auf die folter zu 
schranben Schiller Kab. 3, 6; die kunstler haben sich 
die folter gegeben, um solche urmseligkeiten bedentend 
zu machen Goethe ital. Reise I; im Plur.: er em- 
pfand dic foltern der unglucklichen anspannung mit 
W. Meister 4, 20.— foltern, henkerisch peinigen, martern; 
nur hochdeutsches, im 14./15. Ih. als fultern vorhan- 
denes Wort, niemals in amtlicher Spr., sondern als 
bloßer Volksausdruck gebräuchlich gewesen und nach und 
nach allgemein geworden; daß das Wort ein fremdes, 
mit lat. poledrus, span. portugies. potro Martergestell 
in Form eines Pferdes, Folterbank zusammenhängendes 
sei, ist ganz unwahrscheinlich:; das Verbum ist weit früher 
vorhanden, als das dazu gehörige r*-. lolter; es scheint, 
daß mit grausamem Scherze ein Ausdruck des Walker- 
oder Weberhandwerks auf die peinliche Frage übertragen 
worden sei, der zusammenhängt mit einem ahd. Neutr. 
fulter (Otfrid 4, 29, 39), mhd. vulter (Partenop. 1133), 
welches einen nicht näher gekennzeichneten Walk= oder 
Webfehler im Tuche bezeichnet. corguere foltren Dief.; 
ich ward oft gefultert Hätzlerin 2, 25, 160; (Stock- 
meister) der den dieb in den kerker steckt, .. foltert 
ihn Luther Gefang Simeonis 1526; vast folteren 
und strecken Maaler; einen inquisiten foltern Ade- 
lung; in kreiem Sinne: wie man eprache verdirbt, 
mit schranben sie foltert und radbricht Platen verh. 
Gabel 4; wie deine auffuhrung das vaterherz foltert 
Schiller Ränb. 1, 1; foltert euer fleisch mit fasten 
2, 3; (das) gewissen mag . alte wucherer auf dem 
todesbett foltern 1, 2; dieser gleichmuth foltert, martert 
mich Grillparzer 5, 178; foltere mich nicht länger 
mit deinem geechwätz Heyse 8, 28. — In Zusammen- 
setzungen: Folterbank, k. Bank zum Foltern: auch die 
unschuld bekennt sich auf der folterbank zu freveln 
Schiller Kab. 5, 2. — Folterflamme, f. folternde 
Flamme: geworfen in die foltertammen Lenau 386.— 
olterkammer, s. Kammer in der gefoltert wird. — 
Folterpein, f. Pein des Folterns. — Folterqual, s. Qual 
des Folterns: nicht die hürtesten folterqualen hutten 
ihr den namen von der zunge gerissen Heyse 8, 159. 
— Folterschraube, k. Schraube beim Foltern; bildli 
die mancherlei folterschrauben der sinnreichen r*? 
II 
954 
sich foppen — sich lustig machen: er foppt sich nur, 
und spottet beides, gott und der religion 2, 10; später 
ohne solch gemeinen Klang: ich glaube Sie wollen mich 
foppen, Madame? Schillker 3, 554; den onkel prellen, 
die tante foppen Kotzebue Pagenstr. 2, 4; sie lüszt 
sich uber nicht soppen Rosegger Waldheim. 2,141.— 
Fopperei, f. das Foppen: eollte das eine fopperei sein? 
Keller Werke 6, 296. 
Forderer, m. der da fordert, mhd. vorderare, in der 
Rechtsspr. — Kläger Weist. 3, 601; forderer zum zwei- 
kumpf, vgl. ausforderer; auch neue Verdeutschung für 
Prätendent: der spanische thronforderer Don Curlos 
eitung 1888. — förderlich, zum Fördern geeignet, nütz- 
lich, mhd. vurderlich: förderliche unterweieung Garg. 
137; förderliche hand dabei bieten Butschky Patm. 
857; bestimmung die . dem katholicismus bei weitem 
förderlicher wurde Ranke Päpste 2, 37; in älterer 
Spr. mit zeitlichem Beisinne, ohne Aufschub: recht zu 
sprechen fürderlich Basler Rechtsquellen 2, 225; sendet 
auf das fürderlichst jemand zu uus 2. Macc. 11, 36. 
Fordern, gebieterisch verlangen; nur sochdeutsches, 
von vorder (s. d.) abgeleitetes Wort, ahd. fordaron, zu- 
näcstt vorwärts oder voran bringen, von fördern (s. d.) 
noch nicht geschieden (anteriorare fordarön ahd. Gloss. 
2, 732, 18), dann in die Bed. des Treibens und Nötigens 
übergetreten, mhd. vorderen; mitteldeutsch entsprang die 
Form toddern, die Luther meistens braucht (erst in 
der Bibel von 1545 einige Male fordern 2. Mos. 11, 2. 
Richt. 1, 14), schon früh und auch oberdeutsch aber mit 
Ausfall des r vodern, fodern, was im 18. Ih. noch 
ziemlich häufig vorkommt (Belege im folgenden), selbst. 
in heutiger Spr. gelegentlich: die kriege, die dein lied 
gesodert (rlodert) Geibel 1, 219. requirere vordern, 
sodern, sudern Dief.; im Gegensatz zu bitten: ich bitt 
es nicht von dir, ich darf es fordern Goethe Tasso 
2, 3; geld, lohn von einem, rechenschaft, genugthuung 
fordern; milch gab sie, da er wasser foddert Richt. 5, 25; 
vom könige geleit und reuter zu foddern Esta 8, 22; 
die menge die das opfer dringend fordert Goethe 
Iphig. 1, 3; an die pforte wird geschlagen, einlas: 
fordernd Grillparzer 3, 29; es fordre Sappho löse- 
geld für sie 229; etwas an einen fordern: als er geld 
an ihn gefodert Simpl. 4, 285; neuer gewöhnlich nur 
in der Verbindung zu fordern haben: ah wen hest du 
dein taglohn zu fodern? Schiller Fiesko 1, 9; bei 
Adelung er hat nichts an mir zu fordern; mit ab- 
häng. Satze oder Inf. mit zu: fodderten, das er ge- 
creuziget würde Luc. 23, 23; von nun an fordr ich mit 
im rath zu sitzen Goethe nat. Tocht. 3, 1; — eine 
person fordern, rufen, zu sich entbieten: da foddert 
Pharao die weisen und zeuberer 2. Mos. 7, 11; er hat 
ihn zur tafel gefordert Schuppius 296; be da! mein 
Fopperei — fördern. 
freund! darf ich dich zu uns fodern? Goethe Faust 1; 
einen vor gerieht, zum kampfe fordern; fordre mich 
aufe schwert in eine wuste Schiller Macb. 3, 8; wo 
er von einem andern ofözier, den er bceleidigt hatte. 
gefordert worden war Keller Seldw. 2, 253; — von 
Dingen: danach es die not foddert 1. Macc. 8, 25; 
alles was das gesetz soddert Luther üb. das 1. Buch 
Schiller Fiesko 5, 13. — Folterseil, n. Seil mit dem Mose 1527; das fordert die gesunde vernunft; diese 
man foltert: einen ans folterseil schlahen Maaler. — beleidigung fordert blut; setzt fodert mich ein dringend. 
Folterwerlzeug, n. Folterzeug, n. Gerät zum Foltern. werk von hier Schiller Br. v. Mess. 554; die ge- 
Foppen, neckend plagen, einen zum esten haben; rechtigkeit fordert, dusz er gehbrt wercde. 
zufrühest ein der Herkunst nach unbekanntes Gauner-= Fördern, vorwärts bringen; wie das Vorige Ab- 
wort, im 15./16. Ih. voppen, liegen (lügen) Gengen= leitung von vorder und im Ahd. als fordarôön Eine Bil- 
bach 370; im 17. Ih. voppen und ferden, legen und dung mit fordern; aber schon hier beginnt Sonderung 
betriegen Philand. Lugd. 4, 167, voppart, narr, der sich der Formen, indem für die sinnliche Bed. ein furdiren 
nürrisch stelt, der voppet 173; was vopst du dich was 
narrest dich? ebd.; zu dieser Zeit schon in niedriger 
Rede allgemein geworden: die Spesserter und Vogels- 
berger bauren lassen sich fürwar so wenig ale die 
Hessen .. anf ihrem mist foppen Simpl. 1, 47; refl. 
eintritt (proveatax furdrit ahd. Gloss. 2, 146, 24), das 
dch im mhd. und älter- uhd. vurdern, vurdern fortsetzt; 
euther braucht meist die Form fordern (gegen foddern 
verlangen), nur selten fördern (Ps. 7, 10). Ausfall des r 
(wie bei fordern) in älterer Spr. nicht ganz selten, noch
	        

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