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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1912
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierzigster Jahrgang. 1912.
Volume count:
40
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1912
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 23.
Volume count:
23
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
8. Polizeiwesen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

188 
Nach kurzer Beratung des kommandierenden Gene- 
rals mit dem Chef des Generalstabes, Oberstleutnant 
Hesse, wurde dem Kapitän Grenier das am Nachmit- 
tage bereits aufgesetzte Protokoll der übergabe 
vorgelesen. 
Inzwischen war es völlig dunkel geworden. Nur 
im weiten Umkreise der Festung beleuchteten die noch 
brennenden Gebäude die Landschaft mit taghellem 
Schein, während sich im Besten über Maubeuge, wie 
von einem gewaltigen Fanal des Sieges, der Himmel 
rötete. über das ihm vorgelegte Schreiben gebeugt, 
saß der Parlamentär an einem der Tische im Garten 
von Vent de Bise. Beim flackernden Licht von Ker- 
en, welche man in leere Burgunderflaschen gestect 
hatie, las er die Bedingungen, welche noch am Abend 
unterzeichnet werden sollten. Einmal schüttelte er 
mit wehmütigem Lächeln den Kopf. Es betraf die 
Stelle, an welcher stand, daß mit allem Kriegsgerät 
auch sämtliche Feldzeichen dem Sieger übergeben 
werden sollten. Befragt, ob er Zweifel habe, bejahte 
er dieses. Fahnen oder Standarten seien nicht mehr 
vorhanden. Man habe sie entsprechend der Instruk- 
tion vor der Übergabe der Festung verbrannt. 
Nach beiderseitigem übereinkommen sollte am näch- 
sten Nachmittag der Ausmarsch der gesamten Gar- 
nison nach den für den Abtransport bestimmten 
Bahnstationen erfolgen. Noch während der Nacht 
sollten die Truppen entwaffnet sowie sämtliche Forts 
übergeben und von den Deutschen besetzt werden. 
Dieses alles vollheg sich ohne Zwischenfall. 
Es war am Nachmittag des 8. September um 
2 Uhr, als der kommandierende General Ex- 
ellenz v. Zwehl mit seinem Stabe an der Porte 
* Mons von Maubeuge den Kommandanten der 
Festung, General Fournier, empfing. Dieser war 
begleitet von seinem Generalstabsoffizier Hauptmann 
Grenier und dem ersten Artillerieoffizier vom Platz. 
Nachdem der deutsche Führer dem Pommandanter 
in Anerkennung der tapferen Verteidigung der Stadt 
seinen Degen zurückgegeben hatte, begann vor den 
Augen Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Fried- 
rich Leopold von Preußen sowie Seiner Hoheit des 
Prinzen von Anhalt der Ausmarsch der Besatzung. 
Zu beiden Seiten der nach Jeumont führenden 
Straße waren die deutschen Truppen beider Divisionen 
sowie die Mannschaften der österreichischen Motor- 
batterien aufgestellt. Bezeichnend für die treue Kame- 
radschaft mit unseren Verbündeten, welche in diesen 
Tagen gemeinsamer schwerer Kämpfe bei jeder Ge- 
legenheit hervortrat, war der laute Jubel, mit dem 
die Osterreicher jetzt bei ihrem Eintreffen von unseren 
Leuten begrüßt wurden. 
Es war wohl kein Zufall, daß die ersten französi- 
schen Truppenverbände, welche den Ausmarsch aus 
der Festung eröffneten. von allen den besten Eindruck 
machten. Es schien vielmehr, daß hier eine beson- 
dere Auswahl getroffen war. Haltung, Ordnung 
und Marschtempo zeigten bei diesen Leuten keine 
Spuren der voraufgegangenen großen Anstrengun- 
gen und Entbehrungen. Auch erschienen keineswegs, 
wie der Kommandant gleichsam als Entschuldigung 
esagt hatte, vorwiegend Leute älterer Jahrgänge, 
ondern junge, kräftige Gestalten von J gutem 
Wuchs. Es war den Offizieren gestattet worden, nach 
Belieben entweder mit der Truppe zu marschieren 
oder Wagen zu benutzen. Von dieser Vergünstigung 
machten wndessen fast nur die Verwundeten Gebrauch. 
Die meisten blieben an der Spitze ihrer Leute und 
II. Kriegsgeographie und Kriegsgeschichte 
grüßten beim Vorbeimarsch den Kommandanten, der 
mit seinem Stabe seitwärts von den deutschen Offi- 
zieren stand, in strammer Haltung. 
Bereits zwei Stunden waren die gefangenen Fran- 
zosen durch die zu beiden Seiten der Straße aufge- 
stellten Linien unserer Truppen marschiert. Alles voll- 
zog sich ruhig und würdig. Wenn auch unseren bra- 
ven Leuten der Stolz über so ungezählte Gefangene 
aus den Augen leuchtete, sie achteten doch in dem 
einzelnen geschlagenen Franzosen immer noch den 
Soldaten und enthielten sich jedes verletzenden Aus- 
drucks. Da zog es mit einem Male wie lauter Un- 
wille durch die Reihen unserer Braven. BVerwün- 
schungen wurden laut und wie umgewandelt sahen 
sie alle mit haßerfüllten Blicken nach dem Zuge gelb 
gekleideter Gefangener, der sich jetzt aus dem Stadt- 
tore auf sie zubewegte. 
Erst jetzt erfuhr man, daß sich auch noch Englän- 
der in der Festung befanden. Es waren etwa 120 
Mann, meist Versprengte oder Zurückgebliebene, 
welche sich seit der Schlacht bei Mons im August in 
Maubeuge gesammelt hatten. 
War die Valtung der Franzosen ernst und militä- 
risch, so zeigte sich das gerade Gegenteil bei den Eng- 
ländern. Gegensatz zu dem elastischen Schritt 
der ersteren kamen sie ohne Ordnung. schleppenden 
Ganges, mit einem Ausdruck, der im höchsten Grade 
Unvorteilhaft auffiel, laut sprechend vorüber. Wie 
nachher bekannt wurde, hatten sie sich vor dem Aus- 
marsch Über einen Teil der Branntweinvorräte in der 
Festung hergemacht, der seine Wirkung nicht verfehlt= 
So endete der Vorbeimarsch dieser englischen Kul- 
turträger, und es folgten weiter in scheinbar end- 
loser Reihe Scharen auf Scharen gefangener Fran- 
osen. Viele Verwundete, zum Teil an Siocken hin · 
end oder von Kameraden gestatzt Viele auch auf 
Wagen und kleinen zweiräderigen Karren. Jeder 
hatte versucht, an Lebensmitteln und Gepäck so viel 
als möglich fortzutragen, teils wurde es durch Fuhr- 
werk aller Art befördert. Weiter folgten in buntem 
uge, mit den Truppen gemischt, Trommler und 
pielleute, Verpflegungsbeamte und Krankenpfleger, 
Trainsoldaten und Sanitätsmannschaften. Biele der 
Offiziere, welche ihre Degen noch nicht abgegeben 
Hatten legten sie jetzt im Vorbeigehen vor dem deut- 
chen Führer hin, zu dessen Füßen die im Laufe des 
Abends sich immer mehr steigende Zahl von Offizier- 
degen, Trommeln, Trompeten und Kriegsgerät aller 
Art Zeugnis ablegen konnte von dem Erfolge, der 
hier erkämpft war. — — — 
So geht der Zug weiter, ziehen vorüber Hunderte, 
Tausende, zu Fuß, zu Wagen, Verwundete, Unver- 
wundete, einzelne Trupps, ganze Kompanien, Batte- 
rien, Bataillone, Regimenter, in scheinbar endloser 
Reihe, bis erst nach 10 Uhr abends die letzten Ge- 
fangenen vorübergezogen sind und der Schleier der 
Nacht sich über den bedeutsamen Tag senkt, der von 
nun an in unvergänglicher Erinnerung der Kriegs- 
geschichte angehört. 
Die Kämpfre im Argonner Wald. 
Beröffentlicht im Februar 1915. 
I. Als Ende Septemberk die ersten deutschen 
Truppen aus dem Airetal in westlicher Richtung in 
die Argonnen vorgeschoben wurden, hatten die Fran- 
1 1914.
	        

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