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Der Betrug am deutschen Volke.

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Bibliographic data

Object: Der Betrug am deutschen Volke.

Monograph

Persistent identifier:
liebig_betrug_am_deutschen_volke_1919
Title:
Der Betrug am deutschen Volke.
Place of publication:
München
Publisher:
J. F. Lehmanns Verlag
Document type:
Monograph
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1919
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Full text

4 Vorwott. 
wieder eingestürzt sind, haben die herrlichsten Entwürfe zu Außenbauten und 
Inneneinrichtungen gar keinen Werk. Der Bauherr, das Volk, läuft damit höchstens 
zu den alten Stümpern und läßt sie sich von ihnen verpatzen; siehe z. B. das Hilfs- 
diensigesetz. Das deutsche Volk muß zuerst zum richtigen Bewußtsein der Bauplatz- 
beschaffenheit kommen und die Morschheit der Stoffe, die Mängel der Arbeiter und 
die Untauglichkeit der bisherigen Bauführer erkennen, ehe man es dazu bringen 
kann, mit dem Schutt aufzuräumen, gesundes Bauzeug herbeizuschaffen, seine 
Arbeiter richtig anzulernen, ihrer Aufgabe gewachsene Meister anzustellen; früher 
entsteht kein haltbarer Bau. Die Massen unseres Volkes gehen heute immer noch 
unter den alten Irreführern den alten Irrweg, auf dem sie immer wieder von neuem 
abstürzen müssen; diesen Weg und diese Führer muß es verneinen lernen, ehe man 
ihnen bessere zeigen kann. Jede Werte schaffende Arbeit kann zurzeit nur eine weg- 
schaffende Arbeit sein, die Wege schafft, indem sie hinwegschafft. Alles andere ist 
heute noch Spiegelfechterei, die sich die alten Betrüger gerne gefallen lassen, weil 
sie die Ehrlichmeinenden in harmloser Weise beschäftigt und ihnen das ungestörte 
Weiterspinnen ihrer verderblichen Retze gewährleistet. Die Betrüger haben heute 
die Massen hinter sich; das ist die gegebene Tatsache, mit der jeder schaffen wollende 
Politiker rechnen muß. Diese Massen gewinnt man nicht, indem man ihnen gute 
Baupläne vorweist; denn ihre Betrüger haben immer noch viel schönere zur Hand, 
und den Unterschied zwischen ehrlich gemeinten und ausführbaren Plänen und eitel 
Blendwerk vermögen die Massen nicht zu erkennen; ihr Urteil richtet sich nicht nach 
der Sache, sondern nach den Persönlichkeiten, die ihnen die Sache vortragen; der 
Führer, der ihren „Glauben“ hat, kann ihnen den aufgelegtesten Unsinn unter- 
breiten; sie glauben ihm immer noch eher als die schlichtesten und einfachsten Wahr- 
heiten einem Manne, der nicht bei ihnen „eingeführt“ ist. Wobei unter Masse des 
Volkes nicht die Masse des ungebildeten, sondern wirklich die Masse des Volkes, 
also Fürsten und Geheimräte mit einbegriffen, verstanden ist. Diese Massen lassen 
sich ihren bisherigen Führern nur entreißen, wenn es gelingt, sie über die Natur 
dieser Führer aufzuklären, ihnen die Folgen dieser Führung aufzudecken, und sie 
zur Erkenntnis des ungeheuren Betruges zu bringen, in dem sie seit Jahrzehnten 
sich bewegen. Ehe dies nicht erreicht ist, ehe das Volk sich nicht zu anderen Führern 
zurückgefunden hat, ist ein haltbarer Aufbau unmöglich, und alles, was geleistet wird, 
bleibt Stück= und Flickwerk. In dem Schreibtisch manches Verneinenden liegen 
vermutlich mehr und besser durchdachte Aufbaupläne als in denen seiner Freunde, 
die seine „zersetzende“ Art mißbilligen — als ob man zersetzte, wenn man zum 
Kampf gegen Jersetztes und Jersetzendes antreibt! Mitarbeiter, die dabei nicht mit- 
tun wollen, sind jetzt überhaupt zu nichts nütze —; aber er läßt sie im Schreibtisch, 
solange er keine Ausführungsmöglichkeiten erblickt. Wer lesen kann, sieht ihre Linien 
überall durchschimmern. 
Bernried (Oberbayern), Ende Juli und (Nachtrag) August 1919. 
bHans von Liebig.
	        

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