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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1897
Title:
Central-Blatt für das Deutsche Reich. Fünfundzwanzigster Jahrgang. 1897.
Volume count:
25
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1897
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück No. 21.
Volume count:
21
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

Kriegsberichte: Durchbruch in Galizien 
durchbrechen, es war vielmehr auch am Unterlauf die- 
ses Flusses geglückt, das östliche Ufer zu gewinnen. 
Osterreichische Truppen waren es, die in der 
Nacht vom 1. zum 2. Mai bei Mondenschein den Du- 
najecübergang erzwangen. Das Unternehmen 
war so gut vorbereitet und ausgeführt worden, daß 
der gegenüberstehende Feind völlig überrascht wurde. 
Neben mehr als tausend Gefangenen wurden zahl- 
reiche Geschütze und Maschinengewehre erbeutet. 
Amßg. und 4. Mai nahm die Durchbruchsschlacht 
ihren Fortgang. War doch am 2. Mai erst die vor- 
derste Haupt selung der Russen gefallen, und hatten 
diese doch bis zur Wistola, das ist auf einer Strecke 
von etwa 30 km, noch drei weitere mehr oder weni- 
er stark ausgebaute befestigte Stellungen vorbereitet. 
der russishen zweiten Hauptstellung fanden 
die Verbündeten wenig Widerstand. Es kam hier 
vielfach nur zu Nachhutgefechten. Größere Kämpfe 
fanden an vereinzelten Stellen, vor allem an Punk- 
ten statt, wohin der Feind von rückwärts her Verstär- 
kungen herangeholt hatte. Diese Kämpfe endeten all- 
gemein damit, daß auch die Verstärkungen mit in den 
Strudel des Rückzugs gezogen wurden. 
Am Nachmittag standen die verbündeten Truppen 
vor der dritten Hauptstellung des Feindes, gegen 
die der Angriff am 3. Mai nicht mehr durchgeführt 
werden konnte. Die Truppen des Generals vo e ran - 
cois kämpften an diesem Tage noch um den jener 
dritten Stellung vorgelagerten Sitezatberg= den 
Schlüsselpunkt für den Besitz der Stadt Biecz. Diesen 
Berg hatten die Russen besonders stark ausgebaut. 
Wiederum lagen ihre Schützengräben stockwerkartig 
Üübereinander. Die Russen versuchten das Herankom- 
men der deutschen Truppen an diesen Berg zu ver- 
zögern, indem sie von Süden her zu einem Gegen- 
angriff ansetzten. Ein paar Schrapnells genügten 
aber, um den schon schwer erschütterten Feind zur Um- 
kehr zu veranlassen. Noch am Abend des 3. Mai war 
der Wilczak in deutscher Hand. Die preußische Garde 
nahm nach heißem Waldkampfe die Höhen von Lipie. 
Dem rechten Flügel der österreichischen Truppen der 
Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand gelang es 
an diesem Tage, die Russen von den steilen Wald- 
ssen östlich des Bialatals hinunterzuwerfen und 
ichtung Tuchöw weiter Gelände zu gewinnen. 
Standen die Russen am 3. Mai nock gan im Bann 
ihrer tags zuvor erlittenen schweren Niederlage, so 
glaubten sie doch am 4. Mai die Offensive der Ver- 
ündeten zum Stehen zu bringen. Mit dem am 3. 
Mai eingesetzten Teilen verfügten sie über vier bis 
fünf Infantrrie= und vier Kavalleriedivisionen, die 
sie an diesem Tage den Angreifern entgegenführten. 
In einem großen, nach Südwesten gerichteten Bogen, 
der als eine Art von großem Brückenkopf der Stadt 
Jaslo auf etwa 12—15 km Entfernung vorge- 
lagert war, finden wir die dritte Hauptstellung der 
Russen. In ihr waren die Höhen um Szerzyny, 
nördlich Biecz, und die Ostra Gora wichtige Stütz- 
punkte. Der Feind leistete an vielen Stellen erbitter- 
ten Widerstand, aber ihm fehlte, wie die gesangenen 
Offiziere aussagen, jede planmäßige und einheitliche 
Leitung. War schon die Vermischung der Verbände 
infolge der Kämpfe am 2. und 3. Mai eine sehr er- 
hebliche gewesen, so erfolgte am 4. Mai der Einsatz 
der Reserven völlig planlos. Regimenter- und ba- 
taillonsweise wurden die Verstärkungen in die Front 
geworfen, dorthin, wo die Not des Augenblicks es ge- 
rade gebot. Die Auflösung hatte bereits einen der- 
Der Krieg 1914/16. I. 
b 
in 
209 
artigen Grad erreicht, daß, wenn der Feind an einer 
Stelle der Kampffront zähen Widerstand leistete, die- 
ser dadurch vergeblich wurde, daß die Truppen rechts 
und links jede Lust am Kampf verloren hatten und 
vorzeitig das Weite suchten. So erwies sich auch die 
Behauptung der dritten Hauptstellung der Russen als 
unmöglich. Die preußische Garde erreichte am Abend 
des Tages die Gegend von Szerzyny. Das unga- 
rische Honvédregiment 10 setzte sich nach siebenmali- 
gem Sturm in den Besitz einer Höhe nördlich Biecz, 
worauf sich die Besatzung der benachbarten Höhe er- 
gab. Weiter südlich schickten sich deutsche Angriffs- 
truppen gerade zum Vorgehen auf die Ostra Gora an, 
als der durch das schwere Artilleriefeuer erschütterte 
Feind weiße Fahnen schwenkte und sich in Scharen er- 
gab, bevor noch ein deutscher Infanterist zum Angriff 
angetreten war. 
m Abend des 4. Mai war der rechte Flügel der 
Armee Mackensen bis auf wenige Kilometer an die 
Wissoka herangekommen. Man rechnete mit neuen 
feindlichen Stellungen auf dem Ostufer dieses Flusses. 
Hatten doch auch Gefangene ausgesagt, daß die Russen 
die Landeseinwohner zum schleunigen Bau betonier- 
ter Unterstände gepreßt hätten. Dazu war aber für die 
russische Armee des einstigen bulgarischen Gesandten 
am Hofe des Zaren, des jetzigen russischen Generals 
und zum Fürsten erhobenen Armeeführers Radko 
Dimitriew, keine Zeit mehr; die Reserven waren ver- 
braucht, neue Truppenverbände noch nicht zur Stelle, 
und die Offensive der Verbündeten kannte kein Stocken. 
Bis zum Abend des 4. Mai war die Zahl der 
Gefangenen auf etwa vierzigtausend gestie- 
en. Unter den gefangenen Kosakenoffizieren wurden 
nalphabeten festgestellt, welche merkwürdige Tatsache 
in einem ausdrücklichen Vermerk in den Personal- 
papieren dieser Offiziere ihre Bestätigung fand. 
* r1# 
1 
Am Abend des 4. Mai war der taktische Durch- 
bruch vollendet. Trotz des Einsatzes namhafter 
Reserven und trotz aller vorbereiteten zweiten, dritten 
und vierten Linien war der Feind geschlagen und im 
vollen Rückzug über die Wisloka. Wie der offizielle 
russische Bericht selbst zugibt, war die Truppe vor 
allem durch die außerordentliche Wirkung der schweren 
Artillerie der Verbündeten stark erschüttert. Am 
Morgen des 5. Mai meldeten die Flieger, die durch 
ihre Unermüdlichkeit und ausgezeichneten Meldungen 
die Führung außerordentlich unterstützten, und deren 
Tätigkeit durch eine warme, unverwüstliche Maien- 
sonne wesentlich begünstigt wurde, den Rückzu 
des Feindes auf allen von Jasio nach Osten un 
Norden führenden Straßen. Sie waren sämtlich von 
in großer Unordnung abziehenden Kolonnen bedeckt, 
die Straßenbrücken bei Jasto brannten, die Eisen- 
bahnbrücken über Ropa und Wisloka waren gesprengt. 
Nun war kein Zweifel mehr, daß der Feind nicht 
mehr die Kraft besaß, die Wislokalinie zu vertei- 
digen. Der Verzicht auf die Behauptung dieser Linie 
mußte aber von der weittragendsten Bedeutung für 
die russische Nachbararmee werden, deren Stellungen 
im nördlichsten Zipfel Ungarns nunmehr unhaltbar 
wurden. Die strategische Wirkung des Durch- 
bruchs mußte sich jetzt fühlbar machen, und die 
Aufrollung der russischen Karpathenfront 
bis zum Lupkowsattel als Frucht des gelungenen 
Durchbruchs dem Sieger in den Schoß fallen. Zögerte 
der Feind mit dem Abzuge, dann wurden ihm die 
14
	        

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