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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

law_collection

Persistent identifier:
gs_preussen
Title:
Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten.
Place of publication:
Berlin
Document type:
law_collection
Collection:
preussen
Publication year:
1810
1906
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_collection_volume

Persistent identifier:
gs_preussen_1820
Title:
Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1820.
Volume count:
11
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Königliche Hofbuchdruckerei Decker
Document type:
law_collection_volume
Collection:
preussen
Publication year:
1820
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück No. 1.
Volume count:
1
Document type:
law_collection
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(No. 575.) Allerhöchste Kabinets-Order vom 22sten Dezember 1819., die anderweite Eintheilung der Landwehr betreffend.
Volume count:
575
Document type:
law_collection
Structure type:
law

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

Von deusscher Art 
von Professor Dr. Dietrich Schäfer in Berlin -Steglitz 
Einleitung. Nach den Befreiungskriegen sammelte 
sich unser Volk unter der Losung Vaterland, des 
Deutschen Vaterlande. Wenn man sich erinnert, daß 
Schiller, als er der württembergischen Heimat entrückt 
war, schreiben konnte: Ich habe zu rechter Zeit mein 
Baterland verloren, es ein zutauschen gegen die weite 
Welte, so erkennt man den Wandel der Begriffe. Mit 
Ernst Moritz Arndts Lied -Was ist des Deutschen 
Vaterlande hat unser Volk sich in ihn hineingesungen. 
1870 war erfestgelegt: »Lieb' Vaterland, magst ruhig 
sein!e In der shweren Prüfungszeit, die wir jetzt 
durchleben, fassen wir unsere Hoffnungen, Wünsche 
und Schwüre nicht allzuoft mehr in dem Worte 
»Vaterland« zusammen. Wohl aber vertreten wir mit 
Inbrunst unser Deutschtum: -Deutschland, Deutsch- 
land über alles! Gern geben wir unserm nationalen 
Glauben durch die Verse Ausdruck, mit denen Emanuel 
Geibel, der Herold von Kaiser und Reich, -Deutsch- 
lands Beruf« schloß: 
Und so mag am deutschen Wesen 
Einmal noch die Welt genesen. 
ü„Am deutschen Wesene! Wasist das? Was 
ist Deutschtum, deutsche Art? 
Gar mancher, der Geibels Worte begeistert aus- 
sprach, hat wohl diese Frage aufgeworfen und eine voll 
befriedigende Antwort nicht gefunden. Wenn hier 
versucht wird, zu klaren Vorstellungen zu gelangen, 
so geschieht es in dem Bewußtsein, das chwierig- 
keiten im Wege stehen, die nicht leicht, die vielleicht 
überhaupt nicht Üüberwunden werden können. Han- 
delt es sich doch nicht allein um eine Frage der Er- 
kenntnis, sondern fast mehr noch um eine solche des 
Empfindens, auch um eine Frage des Wollens. 
Bolkstum. Ist es schon schwer, Wesen und Charak- 
ter des Einzelmenschen zu verstehen und zu zeichnen, 
so mehren sich die Zweifel und Bedenken, sobald man 
das Gebiet der Völkerpsychologie betritt. Ihre Wichtig- 
keit wird ja mit Recht betont; aber jeder, der sich ihren 
Aufgaben nähert, stößt alsbald auf Hindernisse ge- 
sicherten und klaren Erkennens. Selbstschilderung 
ist natürlich von Eigenliebe, die Außerungen anderer 
Völker, besonders der Nachbarn, sind von Abneigung 
beeinslußt. Und in beiden Fällen kann man den Ur- 
teilenden kaum einen Vorwurf machen. Ohne Eigen- 
liebe ist ja ein Volk überhaupt nicht denkbar; es bedarf 
ihrer, wenn es bestehen will. Denn wie beim Einzel- 
menschen liegen auch für die Nationen in Selbst- 
Der Krieg 1914/16. I. 
schätzung und Selbstachtung die Quellen des Selbst- 
gefühls, ohne das weder der einzelne noch ein Volk 
Halt hat. Abneigung gegen Nachbarvölker kann aber 
nicht nur berechtigt, sondern unter Umständen sogar 
Pflicht sein. Man wird sich bei völlerplychologischen 
Fragen mehr an Handlungen und Leistungen als an 
Zeugnisse zu halten haben. 
Man muß sich zunächst vergegenwärtigen, daß bei 
der Gildung eines Volkscharakters Anlage und Ent- 
wicklung, Natur und Geschichte nebeneinander eine 
Rolle spielen. Weite Kreise sind in unserer Zeit ge- 
neigt, der natürlichen Anlage, der Rasse, eine entschei- 
dende, ja fast allein Bedeutung zuzuschreiben. Man 
darf solchen AUnschauungen gegenüber nicht vergessen, 
daß es rassenreine Kulturvölker nicht gibt, daß auch 
die Geschichte keine solchen kennt; wir wissen nur von 
mehr oder weniger gemischten. Es gibt hochentwickelte 
Kulturvölker, in denen kaum eine bestimmte Rasse vor- 
wiegt. Für die Unterscheidung der Völker ist heute 
fast ausschließlich die Sprache maßgebend. Sie ist die 
vornehmste, die wirksamste Trägerin und Vermittlerin 
des Denkens und Empfindens, alles geistigen Lebens. 
Sie ist eine Naturgabe, ihre Entwicklung und Ver- 
breitung aber eine Frucht geschichtlichen Werdens. 
Denutsche Art. Daß unser deutsches Volk, das Volk, 
»soweit die deutsche Zur e llingt-, nicht rassenrein ist, 
weiß - eltisch- römisches und slawisches 
Blut sind in erheblichem Umfange eingedrungen, von 
anderen Beimischungen ganz zuschwelgen. Auch kann 
man von den Deutschen kaum sagen, daß die grund- 
legende germanische Art bei ihnen am reinsten vertreten 
sei. Niederländer und Skandinavier können diesen 
Ruhm mit größerem Recht für sich in Anspruch neh- 
men, ohne daß sie darum geneigt sein möchten, sich zum 
Deutschtum zu bekennen. So steht von vornherein 
fest, daß Deutschtum, deutsches Wesen nicht allein auf 
deutscher, germanischer Rasse beruht, sondern ein Er- 
gebnis geschichtlicher Entwicklungist. Daß der Schwer- 
punkt dieser Entwicklung nicht in der Fortbildung 
des Körpers, sondern in der des Geistes liegt, versteht 
sich von selbst, ebenso anderseits, daß auch Geistes- 
eigenschaften Naturanlagen sein können. 
Tacitus hat uns ein Bild des Germanen gezeichnet. 
Es ist ein Schatz unserer Vorstellungswelt geworden, 
und wir schulden dem Römer dafür noch heute Dank. 
Es ist dabei nicht in erster Linie entscheidend, ob dieses 
Bild ganz getreu ist. Es hat, seitdem es in der Zeit des 
1
	        

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