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Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreiunddreißigster Jahrgang. 1917. Erster Teil. (58a)

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Bibliographic data

fullscreen: Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreiunddreißigster Jahrgang. 1917. Erster Teil. (58a)

Multivolume work

Persistent identifier:
schulthess_kalender
Title:
Europäischer Geschichtskalender.
Editor:
Riess, Ludwig
Delbrück, Clemens von
Schulthess, Heinrich
Stahl, Wilhelm
Roloff, Gustav
Jäckh, Ernst
Document type:
Multivolume work
Collection:
deutschesreich
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund

Volume

Persistent identifier:
schulthess_kalender_058a
Title:
Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreiunddreißigster Jahrgang. 1917. Erster Teil.
Editor:
Stahl, Wilhelm
Volume count:
58a
Place of publication:
München
Publisher:
Beck’sche Verlagsbuchhandlung
Document type:
Volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1920
Scope:
1085 Seiten
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Subtitle:
Der ganzen Reihe LVIII. Band.

Contents

Table of contents

  • Europäischer Geschichtskalender.
  • Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreiunddreißigster Jahrgang. 1917. Erster Teil. (58a)
  • Title page
  • Zur Beachtung.
  • Vorwort.
  • Inhaltsverzeichnis des ersten Teils.
  • Chronik der wichtigsten politischen Ereignisse des Jahres 1917.
  • Chronik der wichtigsten Kriegsereignisse des Jahres 1917.
  • I. Das Deutsche Reich und seine einzelnen Glieder.

Full text

182 Beutsches Reich. (Februar 24. 25.) 
handel, so daß einzelne Gemeinden z. B. auf Kohlrüben bis zu 500% Preis- 
zuschlag auf Kosten der Verbraucher bewilligt hätten. Hier müsse eingegriffen 
werden, und es sei verwunderlich, daß über derartige Vorkommnisse in der 
Oeffentlichkeit wenig oder gar nicht gesprochen werde, obwohl sie bei der 
Preisbildung keine geringe Rolle spielten. Die Bewirtschaftung der Gerste 
solle anders erfolgen als bisher. Gerste werde in der Hauptsache zur 
Brotbereitung verwendet, sie werde deshalb der Futtermittelstelle entzogen 
und der Reichsgetreidestelle überwiesen. Bezüglich der Kartoffeln sei ge- 
plant, den Preis im ganzen Reiche und für das ganze Jahr auf 5 M. 
den Zentner festzusetzen; dabei solle unter Aufsicht der Reichskartoffelstelle 
den südlichen Bundesstaaten und dem Westen gestattet sein, bis zu 6 M. 
zu gehen. Vom Standpunkt der Verbraucher sei das Wichtigste die Ver- 
sorgung mit Brotgetreide und Kartoffeln. Die Zuweisung eines Mindest- 
maßes habe die Bevölkerung mit wahrem Heldenmut ertragen und dafür 
gebühre ihr die höchste Anerkennung. Ausreichende Versorgung in Getreide 
und Kartoffeln müsse für alle, in Milch mindestens für Kinder und Kranke, 
ermöglicht werden. Eine Erhöhung der Fleischration könne jedoch nicht 
mehr, wie früher in Aussicht gestellt, zugesagt werden. Eine Hauptsache 
sei Erhaltung der Milchkühe und Förderung der Milch- und Buttererzeugung. 
24.—25. Febr. (Berlin.) Tagung des Zentralausschusses der 
Fortschrittlichen Volkspartei. 
Es sprechen Abg. Dr. Pachnicke über die Neuorientierung, Abg. 
Dr. Müller--Meiningen über die politische Lage und Abg. Waldstein 
über das preußische Fideikommißgesetz. 
Zuletzt wird folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der 
Zentralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei erblickt in der preußischen 
Fideikommißvorlage eine schwere Gefährdung des Burgfriedens und erhebt 
entschieden Einspruch gegen den Versuch, die Fideikommißfrage im Interesse 
einer kleinen, an sich schon bevorrechtigten Oberschicht während des Krieges 
zu regeln, während die Rechte und dringlichen Ansprüche des Volkes, ins- 
besondere die Wahlrechtsreform in Preußen, unter Berufung auf den Burg- 
frieden zurückgestellt werden. Der preußische Gesetzentwurf bringt nicht eine 
wirksame Einschränkung und Erschwerung von Fideikommißgründungen, 
sondern deren starke Vermehrung und Erleichterung gegenüber dem bisher 
von uns stets bekämpften Zustande und steht in vollkommenem Widerspruch 
zu einer gesunden Agrar--, Ansiedlungs- und Bevölkerungspolitik. Der Zentral- 
ausschuß lehnt ihn daher grundsätzlich ab. Der Zentralausschuß dankt der 
Landtagsfraktion der Fortschr. Vp. für die entschlossene Bekämpfung der Vor- 
lage und gibt der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß die Entscheidung über 
die Fideikommißfrage der Zeit nach dem Kriege vorbehalten bleiben wird. 
24. Febr. (Preuß. Abgeordnetenhaus.) Haushaltsplan des 
Finanzministeriums. 
Zu Anträgen betr. Teuerungszulagen an Beamte bemerkt Finanz- 
minister Dr. Leutze: Die Erörterung der Besoldungsreform hat uns eine 
Reihe Anregungen auch aus der Mitte des Hauses gebracht, die ihre weitere 
Wertung finden werden. Was die Teuerungszulagen betrifft, so hat die 
Regierung bereits am 1. Okt. 1915 Kriegsbeihilfen gewährt. Als sich dann 
herausstellte, daß diese Beihilfen nicht auf längere Zeit haltbar waren, weil 
die Teuerung immer weiter stieg, ist am 1. April 1916 wiederum eine Er- 
höhung der Bezüge erfolgt und auch der Kreis der bezugsberechtigten Be- 
amten erweitert worden. Hierbei sind wir aber nicht stehen geblieben, 
sondern am 1. Dez. 1916 sind einmalige Kriegsbeihilfen gezahlt worden
	            		
Beufsches Reich. (Februar 25.—März 3.) 183 die dann am 1. Jan. weiterhin ergänzt und am 1. Febr. 1917 wiederum erweitert wurden. Dabei ist der Kreis der Personen ganz wesentlich er- weitert worden. Wir sehen leider, daß die Teuerung immer weiter fort- schreitet, und die Staatsregierung wird infolgedessen nach wie vor sehr sorgfältig die Frage weiter prüfen, ob die Kaufkraft des Geldes für die einzelnen Beamten noch ausreicht, um dabei bestehen zu können, und wir werden weiterhin sorgfältig prüfen, ob nicht wiederum etwas geschehen muß. Sie können beruhigt sein, die Staatsregierung behält diese Frage beständig im Auge, auch die Beamtenschaft im Lande kann versichert sein, die Staatsregierung wird weiter vorgehen, sobald sie überzeugt ist, daß eine weitere Hilfe notwendig ist. 25. Febr. Die „Adlonkonferenz“. Der Stuttgarter „Beobachter“ schreibt am 24.: Morgen Sonntag den 25. Febr. vormittags 10½ Uhr findet in Berlin im Hotel Adlon eine Zusammenkunft statt, zu der eine Reihe von Persönlichkeiten Einladungen erhalten hat. Als Einladende sind unterzeichnet: Emil Kirdorf, Admiral v. Knorr und Graf Hoensbroech. Gegenstand der Beratung ist: Der Wechsel im Reichskanzleramt. In der ausführlichen schriftlichen Begründung, in welcher das Bedürfnis, die Zwecke und die Mittel, u. a. Auftreten im Reichstag, Herbeiführung von Differenzen zwischen Zivil= und militärischen Behörden, dargelegt sind, werden die Eingeladenen gebeten, „sich den ganzen Tag für die Besprechung freizuhalten, die bis zum Abend dauern dürfte“. In der Einladung wird ferner mitgeteilt, es habe Graf Westarp sein Er- scheinen zugesagt. In der schon vor Reichstagseinberufung entworfenen Einladung wird den Eingeladenen ans Herz gelegt, sofortige Einberufung des Reichstages zu verlangen und im Falle der Weigerung eine Sonder- tagung der mit dem Vorgehen einverstandenen Abgeordneten zu veran- lassen, auch das Abgeordneten- und Herrenhaus müsse sofort zu den Fragen Belgien und U-Bootkrieg Stellung nehmen. Bei der Zusammenkunft werde die Gründung eines Ausschusses von Männern geboten sein, die sich zur Aufgabe setzen müßten, die Einleitung einer großen Bewegung, Versamm- lungen in allen großen Städten, Gewinnung von Zeitungen, Beschaffung von Geldmitteln und die Absendung einer Entschließung an den Reichstag und an andere Stellen zu veranlassen. Dem schon bestehenden unabhängigen Ausschuß solle nicht entgegengearbeitet werden, im Gegenteil: „Zwei Pferde vor einem Wagen leisten mehr als ein Roß“". Als zuverlässige Vertrauens- männer werden bezeichnet Fürst Salm-Horstmar, Geheimrat Körting--Hannover, Rechtsanwalt Petzold-Plauen, Begründer des Ausschusses zur raschen Nieder- werfung Englands und Vorstandsmitglied des Alld. Verb. Die Abgg. Graf Westarp und Fuhrmann sowie Professor Dietrich Schäfer erklären in Berliner Blättern, daß sie der Versammlung nicht bei- gewohnt bezw. die Einladung dazu mit ausführlicher Begründung abgelehnt hätten. Nach weiteren Blättermeldungen hat die Versammlung tatsächlich stattgefunden; es seien aber nur etwa 50 Personen zugegen gewesen. Die Beratungen seien vertraulich gewesen, doch wollen die „Berliner Neuesten Nachrichten“ wissen, daß die eingebrachten Vorschläge von der Versammlung selbst mit großer Mehrheit abgelehnt worden seien. (S. ferner S. 229.) 25. Febr. (Bayern.) Bei der Landtagsersatzwahl im Bez. Regen wird für den zum Regierungsrat beförd. Abg. Götz Landwirtschafts- lehrer Rauch-Cham (Ztr.) mit 2200 St. ohne Gegenkandidat gewählt. 26. Febr.—3. März. (Preuß. Abgeordnetenhaus.) Zweite

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