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Der deutsche Verfassungsstaat und die Parteien.

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Bibliografische Daten

fullscreen: Der deutsche Verfassungsstaat und die Parteien.

Monografie

Persistenter Identifier:
gutbier_verfassungsstaat_parteien_1904
Titel:
Der deutsche Verfassungsstaat und die Parteien.
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Kaiser-Wilhelm-Dank, Verein der Soldatenfreunde e.V.
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1904
DDC-Sachgruppe:
Politik
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
12. Schlußbetrachtungen.
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Der deutsche Verfassungsstaat und die Parteien.
  • Titelseite
  • Im Verlage des Kaiser-Wilhelm-Dank, Verein der Soldatenfreunde, E. V. Berlin erschienene Zeitschriften.
  • Rechtlicher Hinweis.
  • Vor- und Dankeswort.
  • Inhaltsverzeichnis.
  • 1. Die Uranfänge des deutschen Verfassungslebens.
  • 2. Die mittelalterliche Lehnsmonarchie.
  • 3. Die ständisch beschränkte Monarchie.
  • 4. Die Entwicklung des englischen Rechtsstaats.
  • 5. Die Entstehung der konstitutionellen Monarchie.
  • 6. Die preußische Verfassungsgeschichte.
  • 7. Die preußische Staatsverfassung.
  • 8. Der Deutsche Bund und die deutschen Verfassungskämpfe.
  • 9. Die deutsche Reichsverfassung.
  • 10. Die politischen Parteien der Gegenwart.
  • 11. Die Programme der Parteien.
  • 12. Schlußbetrachtungen.
  • Im Verlage des Kaiser-Wilhelm-Dank, Verein der Soldatenfreunde, E. V. Berlin erschienene Schriften.

Volltext

In diesen Vergleichen treten tatsächlich 
recht glücklich die inneren Gründe der Ab- 
sonderung der großen vaterländischen Partei- 
gruppierungen in die Erscheinung; aber sie 
lehren zugleich, daß alle diese Parteien doch auf 
einen gemeinsamen Stamm zurückleiten und 
daher trotz aller Verschiedenarligkeit der Ziele 
viele gemeinsame Daseinsbedingungen und 
Lebensinteressen haben. Sie alle haben min- 
destens den gemeinsamen Besitzstand der vater- 
ländischen Güter zu verleidigen und werden 
da von selbst zu einem solidarischen Zu- 
sammenstehen getrieben gegen die Elemente, 
welche, in derso zialdemokratischen 
Partei geeint, allein auberhalb der ge- 
schichtlich entwickelten Staats. und Gesell- 
schaftsordnung stehen und mehr und mehr 
eine Gefahr für den deutschen Nalionalstaat 
werden. Mit dieser Partei kann ein ehr. 
licher deutscher Bürger grundsätzlich nichts 
gemein haben, erstens wegen ihrer Ziele und 
zweitens wegen der Mittel, mit denen sie 
iese Ziele zu erreichen sucht. 
Ihre Bestrebungen gelten der Begründung 
ines sozialistischen Zukunftsstaates auf den 
Ruinen einer tausendjährigen Kultur und 
Rechtsordnung. Derselbe hat somit die Be- 
seitigung der monarchischen Staatsform, die 
Zertrümmerung aller Grundlagen des gegen- 
wärligen Wirtschafts- und Verkehrslebeus. 
den Sturz von Altar und Thron, die Konfis-. 
kation aller Produktionsmittel und Kultur- 
güter, die Abschaffung des Privaleigenkums 
und unserer Heereseinrichtungen, die Ertötung 
des gesamien Familienlebens zur unerläß- 
lichen Voraussetzung, und da das deutsche 
Bürgertum natürlich diese Schätze nicht frei- 
willig preisgibt, so ist der sozialistische 
Staat nur durch eine Wellkrifis zu schaffen, bei 
der das Oberste nach unten gekehrt wird und 
Ströme von Blut den schuldlosen Bürger 
ertränken. 
Schon wegen dieses revolutionären 
Grundzuges erscheint die Sozialdemokratie 
als ein gemeinschädliches Parkeigebilde. Das, 
was sie an die Stelle des Bestehenden setzen will, 
der sozialdemokratische Staat mit der „Ver- 
gesellschaftung“ aller Produktionsmitlel und 
alles persönlichen Eigenlums, ist aber im 
weileren auch ein solches Nebelgebilde, daß 
er von denkenden Männern gar nicht ernst 
genommen werden kann. Die ihn bedür- 
worlende sozialistische „Wissenschaftlichkeit“ 
hat sich als eine willkürlich kombinierte 
Afterweisheit erwiesen, welche einzelne Sozial- 
demokraten schon jetzt als „Utopie“ verworfen 
haben. Der sozialdemokratische Staat erscheint 
insofern schon als das Gebilde einer unhalt- 
baren Vorstellung, weil er nur als ein aus- 
77 — 
schließlicher „Industriestaat" auf engster 
kommunistischer Grundlage, als eine An- 
häufung einzelner kommunistisch organisierter 
Gemeinden, der sogenaunten „Phalansteren“, 
von etwa einer Quadratmeile Größe gedacht 
ist, wo jeder einzelne durch äußeren 
Zwang in dem ihm zugewiesenen Betriebe 
an einer bestimmten Stelle zur Arbeit ange- 
halten wird und wo der Geschickte mit dem 
Ungeschickten, der Fleißige mit dem Faulen 
tagaus, tagein gleichmäßig an einem 
Strang zieht. Man wird sich unschwer aus- 
malen können, was bei einer solchen gemein- 
samen Zwangsarbeit herauskommen muß, 
die für das angeborene Talent keinen Spiel- 
raum mehr läßt und bei der die Erträge 
in einen gemeinsamen Säckel fließen, weil 
niemand Privaleigentum erwerben und be- 
sitzen darf. Die erste Folge wäre eine stetig 
sich herabmindernde Arbeitsleistung, die 
zweite der Rückfall in die rohesten Formen 
des menschlichen Verkehrs; denn da es kein 
Privateigentum gibt, so fallen auch alle 
freien Käufer der Waren weg. Handel und 
Wandel im eigentlichen und heutigen Sinne 
hörte auf. Die einzelnen Arbeitsgemeinden 
wären die Auflraggeber und Abnehmer für 
die industrielle Gütererzeugung. Da sämt- 
liches Geld ebenso wie alle Produktionsmittel 
staatlich mit Beschlag belegt wärc, so würden 
die einzelnen Kommunen mehr und mehr 
zu einem gegenseitigen Auausch ihrer Waren 
in natura gezwungen, so wie es bei den 
Urzuständen der Völker der Fall zu sein 
pflegt. Für Lugxusarkikel, deren Herstellung 
hohe Kosten verursacht und reiche Abnehmer 
voraussetzt, bliebe überhaupt kein Naum 
mehr:; die hier beschäftigten Arbeiter würden 
überflüssig. Alle verfügbaren Hände müßten 
den wenigen Betrieben zugeführt werden, 
welche die unentbehrlichen Bedürfnisse der 
Bevölkerung zu befriedigen haben. Dort 
stände dann einer dem anderen im Wege. 
Der Feldbau würde mutmaßlich als Neben- 
beschäftigung für sie noch verbleiben; aber 
was käme da heraus? Genng. wenn man 
die Zustände im sozialistischen Staat auch 
nur oberflächlich auf ihre Möglichkeit prüft, 
ergibt sich schon ein unentwirrbares Chaos. 
Für die geistige Arbeit bliebe in ihm gar 
keine Verwendung; es gäbe höchstens einige 
alleingebietende Zwingherren über das Ganze 
und eine sklavisch gehaltene Herde. Weder 
die Freiheit der Person noch der Fortschritt 
der Kultur fänden eine Stelle zu ihrer 
Belätigung. Alles nur Zwang und 
Despotie auf der einen, willenlose 
Unterordnung und Rückfall in die Ver- 
rohung auf der anderen Seite. In
	        

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