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Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

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Bibliographic data

fullscreen: Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Monograph

Persistent identifier:
brosien_lexikon_deutsche_geschichte_1882
Title:
Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.
Author:
Brosien, Hermann
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag des bibliographischen Instituts
Document type:
Monograph
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1882
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Full text

186 
von 1431—76. (1876—78, Bd. 1 u. 2, 
bearbeitet von v. d. Ropp). 
Lardenberz, Karl August, Fürst 
von, preuß. Staatsmann, geb. 31. Mai 
1750 zu Essenroda im Lüneburzgischen, 
studierte in Göttingen und Leipzig undtrat 
1770 in den hannöverschen Staatsdienst. 
Er machte dann Reisen, gab 1782 infolge 
eines Privatzwistes mit dem Prinzen von 
Wales seine Stellung in Hannover auf 
und wurde Präsident des Klosterrats 
im Herzogtum Braunschweig. Infolge der 
Emfeölung des preußischen Ministers 
Hertzberg übertrug der Markgraf Alexan- 
der von Ansbach-Baireuth d 1790 die 
Verwaltung seines Landes; bald darauf 
wurde dieser preußischer Kabinettsminister 
und führte auch, als Ansbach-Baireuth 
an Preußen fiel, die Regierung weiter. 
1795 leitete er die Verhandlungen, welche 
zu dem Baseler Frieden führten, und war 
nach dem Frieden von Lüneville, allerdings 
ohne Erfolg, bemüht, die Bistümer Würz- 
burg und Bamberg für Preußen zu er- 
werben. Nachdem er den Grafen Haug- 
witz schon 1803 einige Zeit vertreten hatte, 
wurde er 1804 dessen Nachfolger in der 
Leitung der auswärtigen Angelegenheiten 
Preußens. Ohne rechte Ahnung von der 
fKroßen Gefahr, welche in Frankreichs 
ermacht auch für Preußen lag, sah er 
es als seine vornehmste Aufgabe an, die 
Lage der Dinge zu einer Vergrößerung 
Preußens zu benutzen, und amgeeignetsten 
schien ihm die Erwerbung Hannovers. 
Obwohl Preußen mit Rußland insgeheim 
verbündet war, sicherte er 1805 Napoleon dem A 
für das Zugeständnis Hannovers die preu- 
Kische Neutralität während des bevorstehen- 
den Kriegs gegen Osterreich und Rußland 
zu und war selbst, als nach der Verletzung 
ansbachischen Gebiets durch die Franzo- 
sen der König auf Krieg gegen Napoleon 
drang, einem so entschiedenen Schritt ab- 
eneigt. Er nahm dann das Bündnis mit 
Kramrreich im Schönbrunner Vertrag im 
Prinzip an und veranlaßte darauf den 
König, die Rüstungen einzustellen. Als 
dann Haufwig den ungünstigen Pariser 
Vertrag (1806) schloß, sah er seine auf 
Napoleons Aufrichtigkeit basierende Poli- 
tik gescheitert und nam im Aprilk die Ent- 
Hardenberg. 
lassung, zumal da auch Napoleon, der sich 
über Hardenbergs Absichten täuschte, ihn 
im Moniteur- auf das heftigste angriff. 
Seitdem ist eine Wendung in seiner tel- 
lung Frankreich gegenüber unverkennbar, 
t wurde ein entschiedener Gegner Napo- 
eons. 
Im April 1807 berief ihn der König 
wieder an die Spitze der Slaatsgeschäfte 
und H. veranlaßte den innigen Anschluß 
an Rußland, sah sich aber schon im Juli 
wieder zum Rücktritt genötigt, da Na- 
poleon in- Entlassung als Vorbedin- 
gung des Tilsiter Friedens forderte. Er 
verfaßte dann für den König eine Denk- 
schrift, welche Vorschläge zu unerläßli- 
chen Reformen enthielt, und schrieb 1808 
seine Memoiren über die Verwaltung in 
den letzten fünf Jahren nieder. Als der 
Minister v. Altenstein die Kriegsentschä- 
digung für Frankreich nicht aufzubringen 
vermochte, übernahm H. 6. Juni 1810 
als Staatskanzler die Leitung der öffent- 
lichen Angelegenheiten. Er ordnete nun 
die Finanzen, vollendete die von Stein be- 
gonnenen Reformen (s. Preußen) und 
rängte schon 1811 im Einverständnis mit 
Scharnhorst und Gneisenau zur Wieder- 
aufnahme des Kriegs gegen Frankreich. 
Doch hielt diesen der König noch für ver- 
früht und schloß vielmehr 1812 ein Bünd- 
nis mit Napoleon gegen Rußland. Kaum 
warder unglückliche Ausgang des russischen 
Feldzugs bekannt, so drängte H. wiederum 
um Krieg, kam aber erst nach Yorks selb- 
Kände em Vorgehen zu seinem Ziel. Bei 
schluß des Bündnisses mit Rußland 
1813 kam es H. weniger auf Vergröße- 
rungen in Polen an, auf Hannover und 
die fränkischen Fürstentümer verzichtete er 
gern und verpflichtete nur Rußland zum 
Ausharren, bis Preußen wiederhergestellt 
sei; eine Entschädigung durch Sachsen und 
in Westfalen sowie die Erwerbung der 
Hegemonie in Norddeutschland galt ihm 
als das Wesentlichste. Während des “ 
Rigte er sich gleich Metternich und Knese- 
beck wiederholt bereit, Napoleon als Frie- 
densbedingung die Rheingrenze zu bewil- 
ligen; zum Glück ging jener darauf nicht 
ein. Dagegen hätte H. 1814 gern das El- 
saß für Deutschland erworben, mußte diese
	        

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