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deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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Bibliographic data

fullscreen: deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Multivolume work

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch
Title:
Deutsches Wörterbuch.
Document type:
Multivolume work
Collection:
deutschesreich
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund

Volume

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch_2_1892
Title:
deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O.
Author:
Heyne, Moriz
Volume count:
2
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
S. Hirzel
Document type:
Volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1892
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Full text

861 
laut zu ahd. mios, mhd. mies Moos, das landschaftlich 
oberdeutsch noch jetzt besteht, urverwandt zu altslav. 
müchü, lat. muscus Moos. Das Geschlecht nur aus- 
nahmsweise Masc.: der nasse moosz Fleming 113. 
Bed. 1) moos als Sumpfland, in älteren Quellen ober- 
deutscher Heimat: palus mosz, mos, mös, mose Dief.; 
der held reit dahin über ein tief mos Teuerdank 41, 20; 
wen obgenannte mos .. überfrurn Aventin 1, 149 
(neben Plur. möser 2, 215); binzen so in den möszern 
und rieten wachsen Eppendorff Plin. 63; ausnahms- 
weise auch als Stoffbezeichnung, Schlamm: ver- 
streichet die (vorher geöffnete) ader widerum mit weichem 
kat oder mosz ebd. 62; in oberdeutschen Mundarten 
siets lebendig geblieben, von daher jetzt wieder in der 
Schriftspr. erscheinend: euercins kann ruhig um mitter- 
nacht durch das moos gehen Heyse 9, 319. 2) moos 
für die Pflanzenart, vorwiegend nieder= und mittel- 
deutsch (oberdeutsch in alter Spr. nicht unbekannt, aber 
von mies zurückgedrängt), uhd. die gewöhnliche Bed.: 
mosz muscees Schottel; mit einer schönen art von 
mosz, so in Arabia felice in den wäldern an etlichen 
bäumen zu wachsen pfleget Simpl. 2, 216; moos, welches 
nur auf dem höchsten gipfel der Schneekoppe wächst 
Moltke 4, 12; in dichterischen Schilderungen besonders 
gern seit Klopstock: sasz allein auf kühlendem moose 
Mess. 17, 617; sank ich ans ufer ins schwellende moos 
Stolberg 1, 281; versunken lag im moose Aerlin 
Uhland 314; auf Leichensteinen: der stein war schon 
mit stillem moose bedeckt Klopstock Mess. 11, 1347; 
daher für einen im Grabe Ruhenden: wenn dein moos 
schon begonnen ist Hölty 58; Plur. für Moosarten 
(die moose Deutschlands), sonst ungewöhnlich: als sie 
die schwellenden moose des weitumschattenden buch- 
baums jetzo erreicht Voß Luise 1, 557; bildlich: ur- 
bursche mit moos auf dem haupte J Gotthelf 
Schuldenb. 78; vgl. bemoosen. 3) anderes moos für 
Geld, im Volksmunde, landschaftlich weit verbreitet, der 
Gaunerspr. entstammend und wohl auf hebräischen Ur- 
sprung zurückgehend: moos haben, einem moos pumpen 
(borgen); in alten rotwelschen Vocabularien als müss 
(PGengenbach 369), oder mesz. meesz (Phil. Lugd. 
4, 170. 177) aufgeführt; jetzt auch umgedeutet Moses 
und die propheten haben, anlehnend an Luc. 16, 20.— 
Zusammensetzungen: Moosämmerling, m. Name des 
Nohrsperlings. — Moosbank, k. Bank aus Moos ge- 
bildet oder mit Moos bedeckt. — Moosblumc, f. Sumpf- 
dotterblume, Butterblume. — Moosflechte, f. Flechten- 
art auf feuchten Steinen. — Moosrose, k. Rosenart, 
mit moosiger Hülle um Kelch und Zweige. — Moos- 
stein, m. moosbewachsener Stein Voß Idyll. 11, 61. 
Moosen, mit Moos versehen, in bemoosen (s. d.). — 
Moosicht, moosig, nach beiden Bed. des Subst.; 1) sumpf- 
artig, sumpfig: mosig paludinosus Voc. 15. Ih.; mosz- 
achtig Maaler, mit Umlaut mösig Dasypodius; 
(das Land) ist mössig Aventin 1, 40; mösichtiger 
pful Luther 8, 845; jetzt nur noch mundartlich ober- 
deutsch. 2) moosartig, mit Moos versehen oder be- 
wachsen: mosichte beume Stieler; die gottheit des 
Rheins, mit mooszigtem schille umlaubt Crouegk 
2, 185; an deinen hügel, moosig und vergessen Lenau 
11; am see, auf moosgem stein Uhland 311. 
Mops, m. Name einer von den Niederlanden her 
verbreiteten Hundeart mit stumpser Schnauze, seit 17. Ih.; 
das niederd. Wort bezeichnet ursprünglich Fratze und 
Menschen mit solcher (zusammenhängend mit niederl. 
moppen das Gesicht verziehen, oberdeutsch mupfen, die 
Nase rümpfen, mutten, das Manl hängen lassen, murren), 
und ist, wohl zuerst als Rufname, dann als Gattungs- 
name auf jene Hundeart übertragen: so kust er meinen 
kleinen mops Günther 431; eben so gerne will ich 
mich von unserm mops lecken lassen Weiße kom. Op. 
2, 129; mit möpschen und mit stutzern spielen Cronegk 
Moosämmerling — Mops. 
Mopsgesicht — Morchel. 862 
2, 229; als Redensart: sich langweilen wie ein mops; 
— dafür auch die Form mopper und moppel, ober- 
wie niederdeutsch; zwei gar feine möpperlein Hebel 
2, 236. — Zusammensetzungen: Mopsgesicht, u. stumpfes 
fratzenhaftes Gesicht, wie das eines Mopses, und Träger 
eines solchen. — Mopshund, m. Mops. — Mopsnase, . 
Nase eines und wie eines Mopses; Träger einer solchen. 
Moräl, f. 1) Sittenlehre; im späten 17. Ih. aus 
franz. la morale übernommen, das aus lat. moralis 
(verstanden doctrina) gebildet war; zuerst von Thoma- 
sius gebraucht, noch im französ. Gewande: fundamente 
zur physic oder morale Einleit. zu der Vernunftlehre 85; 
dann eingebürgert: die moral, oder die kenntnis von 
der pflicht des menschen Gellert 5, 187; in gewöhn- 
licher Spr. auch — Sittlichkeit: ein mensch ohne moral. 
2) gute Lehre, die aus einer Erzählung entnommen 
wird, bei Fabeldichtern des 16. Ih. das morale: morale, 
das ist, der verstandt dieser fabel EAlberus Esop, 
1. Fabel; seit 18. Ih. im Geschlechte nach moral 1 ge- 
wandelt: die erzählung leidet mehr als Eéine moral 
Gellert 1, 324; in die gewöhnliche Spr. übergegangen, 
als Redensart: das ist die moral von der geschichte; 
stiesz ihm sein gewissen jeden bissen, den er binab- 
schlucktet, mit der moral wieder in’ hals zurück: du 
bist ein — Lenz Hofmeister 3, 1; für den Plur. moralen 
auch moralien (noch im Andenken an das alte Neutr. 
morale) Goethe Div. 1, 5. — moralisch, der Sitten- 
lehre gemäß oder sie betreffend: bei meinen moralischen 
vorlesungen Gellert 6, 1; der Sittlichkeit gemäß: 
moralische kraft des volkes Häusser deutsche Gesch. 
3, 144; im Gegensatz zu physisch, natürlich: ein so 
murrsinniger mann ist in der moralischen welt, was 
ein gichtbrüchiger in der physischen ist Thümmel 
2, 49; jetzt auch = nur gedanklich, nicht wirklich: 
moralische person, Vereinigung die rechtlich als eine 
Person angesehen wird:; einen moralisch ohrkeigen. 
Moräst, m. Sumpffläche, Sumpf und Kot; Lehn- 
wort aus altfranz. waresc, später marais (aus mittellat. 
mariscus, Lache, Teich, von mare), im Mittelniederd. 
mit Anlehnung an das heimische mör Moor als moras 
übernommen, seit 16. Ih. ins Hochd. eingedrungen, mit 
gebliebener fremder Betonung, als morasz, marasz, 
morasch, seit dem frühen 17. Ih. schon in heutiger Form; 
— Sumpffläche, zusammenhängendes Sumpfland: mo- 
rasz, locus palustrik, sumpf Schottel; ein morast, 
der nicht breiter war, als etliche acker Weise Erzn. 
100; wandersleute in einen morast oder frosch- 
graben hinein fuhren Wieland Sylv. 3, 2; Plur. ohne 
und mit Umlaut der betonten Silbe: in den groszen 
wildnissen und morasten Schuppius 386; in die mo- 
raste und wälder Gegenwart 1889, Nr. 10; eine republik 
steigt aus morästen empor Schiller 7,11; — Sumpf 
als Stoff, Kot, ohne Plur.: (der Vesuv speit) den 
stinkichten morast Opitz 1, 32; watet . im morast 
Wieland Ob. 2, 34; bildlich: nichts kann zu ehr- 
würdig sein, das du nicht in diesen morast unter- 
tauchen sollst Schiller Fiesko 2, 15. — morästig, 
sumpfig, kotig, pal##k’is Frisch: eine morastige lache 
des flusses Seume Spaz. 2, 18; gegend, die morastig 
von urzeiten her (war) Goethe DuW. 18; bildlich: 
von dieser morastigen seele JPaul uns. Loge 1, 60. 
Morchel, k. Name eines eßbaren Pilzes, p 
scutenè#; Verkleinerungsform zu morche (vgl. unter 
möhre), welches in der alten Spr. neben der Nübenart 
auch den Pilz bezeichnete: von den schwämen, es sint 
morchen, engerlinge, päifterlinge Ortolff 61°, wie um- 
gekehrt ahd. morhila, mhd. und später morhel, sich auch 
auf die Möhre bezog (Laskmaca morhel, morgel, mor- 
heln, morc! u. ä. Dief.); die heutige Bed. ist die einzige 
geblieben: morchlen, eine gattung schwämmen, so man 
isset Maalerz in mehreren Arten, spitz-, breit-, ohren-, 
stockmorcheln Nemnich; übertragen auf den Pilz
	        

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