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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
kbl
Titel:
Deutsches Kolonialblatt.
Erscheinungsort:
Berlin
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1890
1921
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
kbl_1892
Titel:
Deutsches Kolonialblatt. III. Jahrgang, 1892.
Bandzählung:
3
Herausgeber:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1892
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

law_gazette

Titel:
Stück Nummer 3.
Bandzählung:
3
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
law_gazette

Kapitel

Titel:
Nichtamtlicher Theil.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Personal-Nachrichten.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Volltext

Schian: Die christlichen Kirchen im Weltkrieg 
löst, sich dabei allerdings die Wiederaufnahme vor- 
behalten. Außerdem sind eine große Zahl von Er. 
klärungen, Briefen und sonstigen Außerungen hin 
und her gegangen, namentlich zwischen angesehenen 
deutschen und englischen Theologen. Das Ergebnis 
ist dahin zusammenzufassen, daß eine Verständigung 
weder erzielt noch auch angebahnt ist. Die Brücken 
wischen den evangelischen Kirchen der feindlichen 
länder sind fürs erste als abgebrochen anzusehen. 
Die evangelischen Kirchen der neutralen 
Länder (auch die Waldenserkirche gehörte anfangs 
zu ihnen) haben sich natürlich stärker zurückgehalten. 
Doch hat die Gesellschaft der Genfer Pfarrer eine Er- 
klärung an die protestantischen Kirchen Frankreichs 
und Belgiens geschickt, in der sie bezeugte, daß, ob 
sie auch politisch neutral sei, ihre brennenden Sym- 
pathien sich ganz natürlich den Schwesterkirchen unter 
dem Kreuz zuwendeten. Das Schweizerische Zentral- 
komitee der Evangelischen Allianz, die ja ein Binde- 
lied für die Evangelischen der verschiedenen Länder 
ein will, bezeugte September 1914 allen christlichen 
Ländern Europas ihre Teilnahme; es sprach die 
Hoffnung auf den Tag aus, da in Wirklichkeit alle 
eins sein würden. Im übrigen hat die Evangelische 
Allianz, die vornehmlich unter englischem Einfluß 
steht, keine Anstrengungen zur Herstellung einer Ver- 
ständigung gemacht esonders eifrig hat der oberste 
Geistliche der lutherischen Kirche Schwedens, Erz- 
bischof N. Söderblom von Upsala, für den Frieden 
zu wirken gesucht; er hat nicht nur bald nach Kriegs- 
ausbruch dem Erzbischof von Canterbury seine Auf- 
fassung in einem ernsten Schreiben dargelegt, son- 
dern auch einen gemeinsamen Aufruf der höchsten 
geistlichen Würdenträger einer großen Zahl von 
evangelischen Landeskirchen und Freikirchen angeregt, 
der dazu mahnte, »den Gedanken des Friedens ernst- 
lich ins Auge zu fassen, so daß des Blutvergießens 
bald ein Ende werde«. Aber weder die deutschen noch 
die englischen Kirchenleiter haben ihre Unterschrift 
dazu gegeben; der Aufruf ist mit Namen, die fast 
durchweg neutralen Ländern, namentlich Amerika, 
entstammten, ausgegangen, ohne irgendeine praktische 
Wirkung zu erzielen. 
Die deutschen evangelischen Kirchen mach- 
ten, wie schon aus dem Vorstehenden hervorgeht, 
die nationale Sache ganz zu der ihrigen. Sie konn- 
ten das, weil niemand in ihrer Mitte an der Gerech- 
M#eit der deutschen Sache zweifelte. Die führenden 
änner gaben dieser Überzeugung in den Absatz 1 
genannten Erklärungen öffentlich Ausdruck; auf die 
erwähnte Antwort der 42 erfolgte noch einmal eine 
deutsche Erwiderung, die in ausführlicher Darlegung 
den Beweis für Deutschlands ehrlichen Friedens- 
willen und für seine Schuldlosigkeit am Ausbruch 
dieses Krieges führte. Nachher haben, abgesehen von 
den Verhandlungen des Gustav-Adolf--Vereins mit 
den Waldensern und der Belgischen Missionskirche, 
die deutschen Kirchen ihre Arbeit lediglich dem eige- 
nen Volke gewidmet. Die Kirchenregierungen er- 
ließen wegweisende Kundgebungen; sie veranstalte- 
ten durch ihr ganzes Gebiet Kollekten für die durch 
den Krieg hervorgerufenen Notstände, besonders für 
Ostpreußen und das Elsaß; die hessische Landeskirche 
stellte aus einer besonderen Sammlung dem Roten 
Kreuz die Mittel für einen Lazarettzug zur Ver- 
fügung. Die meisten Kirchenregimente ordneten am 
Anfang des Krieges einen besonderen Landesbuß- 
und bettag an. Verfach wurde das Offenhalten der 
327 
evangelischen Kirchen angeregt und durchgeführt. Die 
Abhaltung regelmäßiger -Kriegsbetstundene wurde 
teils angeordnet, teils doch empfohlen. Aus kirchlichen 
Mitteln erfolgten Zeichnungen für die Kriegsanleihen. 
Alle sonst im Flusse befindlichen kirchlichen Unter- 
nehmungen ließ man, um die Kräfte für die Kriegs- 
arbeit freizumachen, vorläufig ruhen; die Synoden 
tagten nur ganz kurz zur Erledigung unaufschieb- 
barer geschäftlicher Angelegenheiten. 
Die Hauptmasse der Kriegsarbeit entsiel, wie sich 
das aus der Sache selbst ergibt, auf die Kirchen- 
gemeinden. Obwohl die Arbeitskräfte durch die 
militärische Einberufung oder den freiwilligen Ein- 
tritt nicht weniger Pfarrer, besonders auch der jün- 
geren Hilfskräfte, ins Heer an manchen Orten ver- 
mindert waren, ist in den Gemeinden eine gewaltige 
Arbeit geleistet worden. Fast überall wurden Kriegs- 
betstunden eingerichtet, die regelmäßig neben Gesang 
und Schriftlesung eine freie Ansprache des Pfarrers 
bringen. Für die aussehenden Soldaten und ihre 
Angehörigen wurden besondere Abendmahlsfeiern 
veranstaltet. Die Pfarrer in den größeren und viele 
in kleineren Orten übernahmen als freiwillige, nicht 
bezahlte Mehrarbeit die Seelsorge in den zahlreichen 
Lazaretten; nicht wenige halfen zur Einrichtung von 
Soldatenheimen für die Verwundeten. Die soziale 
Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer for- 
derte viele Kraft und große Mittel; die kirchliche Ar- 
menpflege mußte ihre Leistungen vervielfachen. Es 
kam den Kirchengemeinden auch darauf an, mit den 
Familien der im Felde Stehenden innere Fühlung zu 
ewinnen; so wurde an zahlreichen Orten unter Mit- 
gilfe von eifrigen Gemeindegliedern eine besondere 
Besuchs- und Hilfsorganisation geschaffen, die sich 
mühte, allen Ansprüchen gerecht zu werden. An die 
Frauen der ins Feld Gezogenen ergingen Einladun- 
gen zu abendlichen Zusammenkünften mit zweck- 
mäßigen Ansprachen und gemeinsamer Arbeit. Re- 
ligiöse Schriften wurden unter sie zur Verteilung ge- 
bracht. Ganz besonders beteiligten sich die Vereine 
der Evangelischen Frauenhilfe und die Gemeinde- 
frauenvereine an diesen Arbeiten. Auch mit den im 
Feld stehenden Gemeindegliedern suchten viele Kirchen- 
emeinden Verbindung zu halten. Aus freiwilligen 
ammlungen beschaffte Liebesgaben wurden ihnen 
zugeschickt, gedruckte und mit handschriftlichem Gruß 
versehene Blätter aus der Heimat wurden hinaus- 
gesandt; die persönliche Korrespondenz der Pfarrer 
mit ihren an der Front stehenden oder in auswär- 
tigen Lazaretten liegenden Gemeindegliedern nahm 
oft einen mächtigen Umfang an. Mit den Anstren- 
gungen der Kirchengemeinden und Pfarrer vereinig- 
ten die freien Organisationen die ihrigen. Die innere 
Mission stellte nach festen Abmachungen und darüber 
hinaus ihre Pflegekräfte, vor allem Diakonissen, der 
Heeresverwaltung zur Verfügung; ihre Kranken- 
häuser wurden zum großen Teil als Lazarette ein- 
gerichtet. Besonders pflegtesie die Arbeit der Schriften- 
verbreitung; ein „Gesamtausschuß zur Verteilung 
von Lesestoff im Felde und in den Lazarettene sam- 
melte Mittel und Schriften und sorgte dafür, daß 
alle Lazarette in der Heimat und im Feld, dazu auch 
die Truppenteile mit gutem (nicht ausschließlich, aber 
auch religiösem) Lesestoff versehen wurden. Um die 
Herstellung geeigneter Schriften waren zahlreiche Ver- 
einigungen, insbesondere auch der Evangelische Bund, 
bemüht. Der Abhaltung von Kriegsvorträgen reli- 
giösen Inhalts wurde von seiten der Kirchengemein-
	        

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