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deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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Bibliographic data

fullscreen: deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Periodical

Persistent identifier:
kbl
Title:
Deutsches Kolonialblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1890
1921
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
kbl_1897
Title:
Deutsches Kolonialblatt. VIII. Jahrgang, 1897.
Volume count:
8
Publisher:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1897
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Appendix

Title:
Beilage zum Deutschen Kolonialblatt 1897. Deutsches Kolonial-Adressbuch 1897.
Document type:
Periodical
Structure type:
Appendix

Chapter

Title:
II. Theil. Einfuhr in die Kolonien.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Full text

1009 
tehlen nimmermehr PGerhard 83, 9; der milzsüchtige 
podagrische moralist von einem gewissen . bei mir 
wird er nimmermehr audienz bekommen Schiller 
Räub. 4, 2; im Ausrufe: nein, nimmermehr, mein 
obrist! nimmermehr! Hv Kleist Fr. v. Homburg 2, 2; 
in den Verbindungen nie, nun und nimmermehr, vgl. 
auch nie und nun: nun und nimmermehr willst du 
zum mörder werden Schiller Iphig. 2, 2. — nimmer- 
satt, niemals satt, unersättlich; als Adj.: all die nimmer- 
satten wünsche Schiller Fiesko 3, 2; in substantivem 
Gebrauche: du ruchlos nimmersatte Heyse 1, 391; als 
scherzhafte Bezeichnung in der Art eines Eigennamens: 
ein nimmersatt, insaturabile cbdomen Stieler; du 
bist der nimmersatt Goethe Götz 1; auch Name einer 
Pelikanart. 
Nipp, m. kleiner Schluck, so viel man auf einmal 
nippt: klein und grosze nippe Voß 4, 47; im gewöhn- 
lichen Leben auch — ganz kurzer Schlummer: einen 
nipp, ein pippchen thun. — nippen, 1) in kleinen 
Zügen, mit Absätzen trinken; Wort erst der neueren 
Spr., aus dem gleichbed. niederd. nippen entlehnt, bei 
Stieler neben dieser Form auch in der hochd. nipfen, 
bei Frisch als nupten und nippen, sonst nur in letzterer: 
ich nippe, libo, pauca liquidorum ebibo Steinbach; 
ieh nippte, ich zungelte, ich schlurfte Gaudy venez. 
Nov. 19; wenn ich jemandem sage, er soll mit mir 
trinken 80 meine ich nicht, nippen, wie die fraucn 
Freytag Journ. 2, 2; an, von, aus etwas nippen: 
während er seinen sagdbecher vollschenkte und 
daraus nippte Eichendorff Taugen. 129; nie wirst 
du mehr aus meinem glase nippen Heyse 1, 79; doch 
nippten und nippten sie von dem süszen nectar immer 
wieder Hauff 6, 72; tranf.: jenen perlenschaum des 
weins nicht nur flach zu nippen Goethe General- 
beichte; bildlich und sreier: ihr habt der dichterin ver- 
gönnt, zu nippen an dieses lebens süsz umkränztem 
kelch Grillparzer 3, 243; die regel, dasz man nippen 
musz, gilt nicht vom weince nur: sie gilt .. auch 
vom kuss Voß 4, 48; im geschaukel des wagens nipp 
ich einen kuss 5, 245. 2) leicht schlummern, uiktare 
Schottel als niederdeutsches Wort, in der täglichen 
Rede des Nordens, neben nicken (s. d. 1). — Nipp- 
sache, f. zierliche Schmucksache, Fremdwort (sranz. nippe, 
Plur. nippcs Putz, Tand) mit verdeutlichendem Zusatz. 
— Nipptisch, m. Tisch woranf Nippsachen stehen. 
Nirgend, an keiner Stelle, verneinendes irgend (s. d.), 
aus nie wergin entstanden, altniederfränk. bereits zu- 
sammengezogen niergin, mhd. niergon, später niergent 
mit angetretenem t ohne etymologischen Wert; das 
16. Ih. kennt noch die Formen nirgen und nirgend, 
später kommt nur die letztere vor: nullicubi nirgen, 
nirgent Dief.; nirgend numsbe Schottelj; in eigent- 
licher örtlicher Bed.: ein prophet gilt nirgend weniger, 
denn in scinem vaterland Matth. 13, 57; das man sie 
nirgend mehr finden kundte Dan. 2, 35; wann man 
ihn nirgend finde Simpl. 2, 56; ich bin nirgend wobl, 
und üborall wohl Goethe Werther II; mit Adverbien 
der Richtung und Bewegung: wenn die kamen, so 
nirgend hin wusten Weish. Sal. 19, 13; er breitet aus 
die mitternacht nirgent an Hiob 26, 7; sprichwörtlich: 
oben naus und nirgend an, von einem Brausekopf, auch 
als Satzname: er ist ein obennaus und nirgendan; 
mit doppelter Verneinung: hab ich doch nirgend keine 
hulfe Hiob 6, 13; nirgends kein richter! Schiller' 
Wallenst. Tod 3, 15; — die örtliche Bed. ist abgeschwächt, 
mehr — in keinem Falle, keineswegs: vicl sind goe- 
fallen, durch die scherfe des schwerts, aber nirgend 
so viel, als durch böse menuler Sir. 28, 22; traurig- 
keit tödtet viel leute, und dienet doch nirgent zu (zu 
gar nichts) 30, 24; er nimpt nirgent dic engel an sich 
Hebr. 2, 16; mit doppelter Verneinung: die zeit ist hin- 
geschlendert, hat nirgend nichts verändert Heyse 1, 51. 
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, II. 
nimmersatt — nirgend. 
1010 
Nebenform nirgends, im Gegensatze zu dem positiven 
irgends (s. d.) gerade in neuerer Spr. Fäusgge schon 
mnd. nergens, nergenst, seit 16. Ih. auch hochdeutsch: 
er war niergends sicher Zimm. Chron. 2, 589; ich 
fand ihn (einen Gedanken) noch nirgends in den vielen 
büchern Immermann Münchh. 3, 44; nirgends oder 
dort kuhlst du die brunst dir ab Hv Kleist Penthes. 4; 
ihr könnt nirgends ruhiger und sicherer die dinge 
abwarten als in Creisau Moltke 4, 195; doppelte Ver- 
neinung: dasz nirgends nichts mehr zu haben sei 
Goethe 30, 65; nirgends keine seele war zu sehen 
Wanderf. 1,8; Bezeichnung eines ruhelos umherschweisen- 
den Menschen: ein überall und nirgends; der alte Ueber- 
all und Nirgends, eine geistergeschichte von CH Spieß 
1792; — dazu nirgend- (nirgends-) wo: wenn dieser 
gedanke noch nirgendwo geschrieben steht Immer- 
mann Münchh. 3, 44. 
Nische, f. muschelförmige Vertiefung in einer Mauer, 
Mauerblende; Lehnwort aus dem gleichbed. ital. nicchia, 
das als Kunstansdruck der frühen Renaissance aufge- 
kommen und auch in das Französische als niche ge- 
drungen war; dem Italiänischen gemäß ist die deutsche 
Form nitsche: nitsche, muschelformig bild-gewölblein, 
niederl. nitsch Kramer nider-hocht. Wb. 2, 1545; dem 
Französischen schließt sich nische an: die nische, loculus, 
soculamentum Stieler; statuen von heiligen in nischen 
Schiller 4, 317; duckte sich . in einec nische der 
dicken mauer C F Meyer Ang. Borgia 192; in einer 
fensternische sitzen; auch freier: in einer natürlichen 
nische, welche die zeit in den felsen gegraben hatte 
Wieland Peregr. Prot. 4; und selbst: in sichern dicht 
verwebten nischen (von Strauchwerk) Idr. 5, 91. 
Nisse, k. Lausei; ahd. niz für hniz, mhd. niz, alt- 
engl. hnitu, urverwandt zu dem gleichbed. poln. gnida, 
böhm. huida, und zu griech, konis, Plur. konickes, wenn 
das letztere auf einen Stamm knid- beruht; die ältere 
Spr. kennt den Sing. nisz und nisse: lens, nisz, nisze, 
nis, niederd. nyt, nette, neete Dief.; nisz kens Schottel; 
Bild verächtlicher Kleinigkeit: umb einer laus oder nisse 
Willen Luther 8, 45b; Plur. nisse, jetzt auch nissen: 
eruca dörret die nisse auf dem haupt Tollat margar. 
med. 15b. 
Nisteln, sich zu Neste machen, Nestbau betreiben, 
Wiederholungsbildung zu nisten, teilweise aber auch mit 
nesteln (s. d.) vermischt; nidifieare nisteln, nestlen, 
nester machen Dief.; nistelen, nidulari, nidificare, 
nidos struere Stieler; zu Texgen hat ain par stor- 
chen genistelt Aventin 2, 89; übertragen. — sich wie 
in ein Nest setzen, festsetzen (vgl. auch unter einnisten): 
die in disc neue bergstadt einschleichen und nisteln 
wolte Mathesius Luth. 425; Münzer schleicht heim- 
lich gen Nürnberg, das er da nistle 472; = zusammen- 
tragen wie zum Nestbau, mit dem Nebensinn des Wirren: 
schüttelte mir die bänder an den hosen, sprechend, wie 
diese spatzen hergenistelt hätten Simpl. 2, 270; zu- 
sammensuchen, wie zum Nestbau, herumsuchen: mein 
marquctender aber gieng beim wagen herum nisteln 
3, 80; fieng ihr an umb den busam herumb zu nisteln 
331. — nisten, ein Nest bauen, ahd. mhd. nisten: 
nidificare nisten, nesten Dief.; im eigentlichsten Sinne, 
von Vögeln: da selbs nisten die vogel Ps. 104, 17; die 
tauben, so da nisten in den holen löchern Jer. 48, 28; 
alle vogel des hbimels nisteten auf seinen esten Hes. 31, 6; 
im wipfel dieser kirchhoflinde nist" ein Lurteltauben- 
paar Hölty 61; dort .. will er (der Flamingo) an 
dem gestade nisten Freiligrath 1, 91; mit örtlichem 
Acc.: der .. strausz pflegt in den sand zu nisten Opitz 
3, 40; von andern Tieren: der igel wird auch daselbs 
nisten Jes. 34, 15; wohne, wo die schlangen nisten 
Schwieger geharn. Venus 59; du ungeheuer! mir 
scheuszlicher, als es geschwollen in morästen nistet 
HvKleist Amphitr. 3, 11; übertragen, — sich herzu- 
64 
nirgends — nisten.
	        

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