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Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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Bibliographic data

Full text: Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Multivolume work

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch
Title:
Deutsches Wörterbuch.
Document type:
Multivolume work
Collection:
deutschesreich
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund

Volume

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch_3_1895
Title:
Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z.
Author:
Heyne, Moriz
Volume count:
3
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
S. Hirzel
Document type:
Volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1895
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Full text

5 Radachse 
wandt zu littanisch ratas, lat. rota Nad, fanstr. ratas 
zweirädriger Kriegswagen; ursprünglich wohl das Näder- 
gestell eines Wagens bezeichnend, dann im Begrifse ver- 
einzelt. Plur. im Mbd. wie Sing., im Nhd. rüder; 
vom Dim. der Plur. rücchen und räderchen, rädlein 
und rüderlein; am Wagen oder Fuhrwerk: dic reder 
sciner wagen Richt. 5, 28; sprichwörtlich: nutze .. als 
dem wagen das funfte rad Schuppius 30; dasz man 
dem vielfachen rüderwerke, welches unsre maschine 
bewegt, noch ein fünftes rad am wagen binzufugt 
Bismarck Red. 4, 210; das rollende rad der Fortuna, 
des glucks, aus dem Altertum überkommen, vgl. unter 
gluck und glucksrad; auch rad der schickung Caniz 
27; räder des Sonnenwagens, der Sonne Schiller 
6, 158; rad der zeit 11, 323; — in neuester Spr. rad, 
fahrrad, stablrad, dentscher Ausdruck für Velociped; — 
rad eines Gctricbes, an Mühlen, Brunnen, Maschinen, 
Uhren, vielsach bildlich: freude treibt die rüder in der 
groszen weltenuhr Schiller an die Freude; alles 
was die rüder des staats in zweckmäszige bewegung 
setzt Klinger 12, 172; sei cin geheimes rad im groszen 
werkskasten des staates Rosegger Waldschulm. 205; 
rad zum Spinnen, spinnrad; weiber und kinder 
beim rade Möser Phant. 1, 103; — Strafswerkzeug, 
zur Hinrichtung eines Verbrechers: galgen und rad, 
v#gl. unter galgen: die, so man aufs rad stöszet, umb 
gestolen kirchengut Luther 5, 328“; (das Gericht) 
druckt das auge bci der hälfte deiner verbrechen zu, 
und .. läszt es bei dem rade bewenden Schiller 
Räub. 2, 3; wurden aufs rad geflochten CF Meyer 
Ang. Borg. 125; — radförmige Unterlage eines Storch- 
nestes, radförmige Priesterkrause, radförmiger Pfauen- 
schweis, wenn der Vogel ein rad macht, schlägt; rad- 
oder kreisförmige Bewegung, im rade herum gehen, 
laufen; bei Schlittenfahrten rüdeben fahren, machen, 
den Schlitten um Kreife herum treiben; cin rad schlagen, 
von einer kugelnden Bewegung des Körpers auf Armen 
und Beinen, die einem rollenden Rade gleicht; die 
kinder schlugen im chanssee-staube rad Gandy 
Erz. 35; ein gewisses rumoren und radschlagen Bis- 
marck Red. 15, 170; — in der Gewerksspr., ein Feuer- 
werkskörper, vgl. keuerrad; im Bergwerke Maß, nach 
welchem die Bergwasser verliehen werden; bei Glas- 
schleifern eine zum Glasschleisen gebrauchte kupferne 
oder eiserne Scheibe; Scheibe mit scharfen Zacken zum 
Ausformen des Teiges. — Zusammensetzungen: Rad- 
achse, f. Achse eines Rades. — Radarm, m. im Mühlen- 
ban Stange, wodurch der Kranz des Rades an die 
Schwelle beiestigt wird. — Rad-, Radcbohrer, m. zum 
Ausbohren der Naben an den Wagenrädern. — Rad- 
brunncn, m. Brunnen, aus dem das Wasser mit einem 
Schwungrade geschöpft wird. — Raddampfer, m. Dampf- 
schiff, durch Räder bewegt. — Radeberge, f sahrbarer 
Kasten mit einem Rade, Schublarrenart; neuere Um- 
formung des älteren radebere, radeber, mhd. radeber 
Trage mit einem Rade (über die Form bere, ber vol. 
unter mistbabre): mann der auf ciner radeber den korb 
für das moos fuhr Freytag Erinn. 50. — rade-, rad- 
brrchen, eine Breche, Brechung auf dem Rade vornehmen, 
mhd. radebrechen; gemäß seiner Ableitung vom Subst. 
hreche schwaches Verbum mit der 2. 3. Sing. Präs. 
du radcbrechst, er radebrecht, dem Prät. radebrechte 
und dem Part. geradebrecht; die falsche starke Form 
wird dennoch seit 16. Ih. vereinzelt gesunden: wie Christus 
leib im brot geradebrochen werde Luther 3, 84b; der 
sie (die Sprache) radebricht Heyfe 3, 226; im eigent- 
lichen Sinne, den Verbrecher auf dem Nade martern: 
der jude wart geschleufet uf cinre swinin hut und 
geradebrechet D. Städtechr. S, 138; hengen, köpfen und 
radbrechen Luther 4, 397°; becken, molknecht er 
all radbrecht H Sachs Dicht. 1, 306; übertragen auf 
Martern und Qualen überhaupt, befonders vom stümper- 
radebrechen. 
Rädelsführer — radieren. 6 
hasten Handhaben einer Sprache oder Versform: matte, 
geradebrechte versc Lessing Dram. 19; dasz sio 
französisch radchrechten Treitschke 1, 361; das deut- 
sche wunderlich radbrechend C F Meyer Nor. 1, 139. 
— Rädelsführer, m., früher rädleinsfuhrer, Führer eines 
Ringes oder einer Rotte Landslnechte, daun in sreierem 
Sinne, Anführer, Leiter einer verschworenen Menge: 
ibnlich jencm crsten abscheulichen rädelsfuhrer, der 
tausend legioncn schuldloser engel in rebellisches feuer 
kacbte Schiller Näub. 2, 3. — Rademacher, m. in 
Norddeutschland Wagner: hufschmidt und rademacher 
Möser Phant. 1, 197. — Räderfeile, f. bei Uhrmachern 
Feile zum Ausfeilen der Uhrräder. — Räderticr, n., 
Dim. Gtierchen, Art von Wirbelwürmern in stehenden 
Wassern und Aufgüffen. — Räderwerk, u. zu einem 
Triebwerk verbundene Näder. — Radfahrer, m. der auf 
einem Fahrrade fährt. — Radselge, k. Felge eines Rades. 
— Radfeuster, n. Fenster in Form eines Rades: dic 
schönen radfenster oder fensterrosen Über den haupt- 
portalen der christlichen kathedralen des 12. jahr- 
hunderts Moltke 1, 203. — Radsorm, k. Form eines 
Rades, dazu Adj. radförmig. — Radkranz, m. Kranz, 
äußere Umfangstücke eines Rades. — Radmautel, m. 
weiter Mantel mit radförmigem Schnitt: weiten dunkel- 
grauen radmantcl . mit schwarzem sammt ausge- 
schlagen Keller Seldw. 2, 5. — Radnabe, f., eeif, m. 
Nabe, Reif eines Rades. — Radscheibe, f. Rad in 
Scheibenform; auf Schiffen ein Rad mit Seil zum 
Lastenheben. — Radschicuc, k. Schiene um ein Rad: 
(daß ein Schmied) die radschiene heisz gemacht Goethe 
ital. Reise I. — Radschloß, n. an den Handsenerwaffen 
des 16. und 17. Jh. ein Steinschloß, das durch ein kleines 
Rad gespannt und in Bewegung gesetzt ward. — Rad- 
schuh, m. eiserner Schuh für ein Rad, Hemmschuh. — 
Nadspeiche, k. Speiche eines Rades. — Radspur, k. 
Spur die das Nad eines Fuhrwerks macht. — Rad- 
wellc, f. Welle eines Rades; mundartlich auch Schub- 
karren. — Radzahn, Fapfeln, m. Zahn, Zapsen eines 
ades. 
Radäu, m. Lärmen, niedriges Wort der neuesten 
Spr., von Berlin her verbreitet, jetzt schon in die 
Schriftspr. eindringend (ob es mit franz. radot Ge- 
schwätz, Faselei zusammenhängt, ist zeiselhaft). radan 
machen; wenn sic hetrunken oder durch irgend cinen 
radau ermutigt worden sind Grenzboten 1890, Nr. 40. 
— Rade, k. Name der Pflanze agrustemma. vgl. korn- 
radc; auch als Masc. raden erscheinend, Wort unbe- 
kannter Abstammung, in niederd. Form, abd. entspricht 
rato, mhd. rate, ratte, ratten, was mundartlich oberd. 
dauert. — rädern, durch das Rad hinrichten: rokare, 
redern, reddern Dief.; darauf (auf dem Rade) redert 
man die gotteslesterer 2. Macc. 13, 5; einen misscthäter 
von unten auf rädern Schiller 2, 347; einen rüdern 
oder köpfen Moltke 1, 231; bildlich: ciner ist wie 
gerädert, wenn ihm von einem harten Lager die Glieder 
schmerzen; mit abgerissenen knöpfen und geridert kam 
ich nach hause CF Meyer Nov. 1, 127; durch Räder 
verunglücken: ger#dert werden (durch Uberfahrung) 
Adelung; rädern beim Seiler, das Rad drehen; sich 
durch Räder bewegen: ein dampfer dualmt und räderte 
zu thal Freiligrath 3, 124; Part. gerädert, mit 
Rädern versehen: im schöngeräderten wagen Voß Il. 
8, 13. — radicren, auskratzen, ausschaben, lat. radere; 
zufrühest als Schreiberwort übernommen: (wenn die 
Notare) radirten . in ciner oder mehr zeilen Ordnung 
der Notarien 1512 8 18; cinc stellc, einen buchstaben 
radieren, ausradieren; radirte stelle (eines Papiers) 
Keller Sinng. 244; später bei Kupferstechern, mit der 
Nadel reißen; dazu: es (eine Bloßstellung) wird sich 
nicht ausradieren lassen, da reicht kein radiergummi 
zu Bismarck Red. 13, 256; ein radirmesser Keller 
Sinng. 211; mit der radiernadel . der kupferstecher 
1“
	        

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