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Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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Bibliographic data

Full text: Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Multivolume work

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch
Title:
Deutsches Wörterbuch.
Document type:
Multivolume work
Collection:
deutschesreich
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund

Volume

Persistent identifier:
heyne_deutsches_woerterbuch_1_1890
Title:
Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G.
Author:
Heyne, Moriz
Volume count:
1
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
S. Hirzel
Document type:
Volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1890
DDC Group:
Sprache
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

Full text

917 
hett die hand voller vingerling D. Städtechr. 5, 23; 
fonst Uberzug über einen kranken Finger; an Schiffen 
eifernes Band zur Besestigung eines Ruderhakens; auch 
eine Art Schwämme. — fingern, mhd. vingeren, mit 
den Fingern berühren, spielen: auf der laute fingern 
Stieler; ieb fngerte und schwenkte meinen fiedel- 
bogen Eichendorff Tangen. 75; mit fingernder hand 
(scandieren) Goethe Eleg. 1, 5; unzüchtig: heim frauen- 
zimmer ist dus tingern geführlich Stieler; die Finger 
zuckend bewegen, ausstrecken: fugerten hundert weisze 
hände Dach meinem golde empor Keller Werle 3, 118; 
sasz aufgeregt an einem tische . und fingerte mit den 
schmalen händen unermüudlich auf demselben hin und 
ber Taplor Autin. 319; tranf., in neuerer gewöhn- 
licher Spr., eine sache tingern, drehen, wenden: das 
musz geschiekt geüngert werden. 
Finke, Fink, m. der bekannte Singvogel; abd. üncbo. 
mhr. vinke nur in schwacher, altengl. tinc in starker 
Form; dunkler Herkunft; die starke Form ist uns teil- 
weisc im Nom. Dat. Acc. des Sing., nicht im Gen. 
und im Plur. eingedrungen; der Vogel erscheint in 
mehreren Arten, vgl. blut-, buch-, distel-, gold-, tannen--, 
weisztinke u. u.; es beißt lustig wie ein Inke; frei wie 
der tink Schiller Wallenst. Lager 7; übertragen auf 
einen losen Gesellen, auch auf einen schmutzigen, vgl. 
schmier-, schmutzink. — Zusammenfetzungen: Finlen- 
schlag, m. Schlag, Gefang des Finken. — Finlenstrich, m. 
Zug der Fmken; das Fangen derfelben auf ihrem Zuge; 
übertragen: auf den unkenstrich gehen, auf Buhlerei; 
nun wil ich gehn aber ein mal auf meinen alten 
finkenstrich H Sachs Fastn. Sp. 1, 104; den finken- 
strich nehmen, fortzieben, ausreißen: hat gar den finken- 
strich genommen J Gotthelf Schuldenb. 24. 
Finne, kf. 1) blatterartige Pustel: ihre finnen und 
leberftleeken Schiller 2, 344; im Plur. Krankheit, 
Ansfatz der Schweine. Das mbd. pfinne und vinne be- 
zeichnete die Krankheit der Schweine (Nürnb. Pol. Ordn. 
232) und auch einen fauligen, ranzigen Geruch. 2) die 
der Bahn entgegengesetzte Seite eines Hammers. 3) Floß- 
feder großer Seefische. In allen Bedentungen Lebnwort 
aus lat. pinna; vgl. pinne. — finnig, mit Pusteln oder 
Finnen verfehen, in älterer Spr. auch finnicht: ein fin- 
niges gesicht haben; finnicht schwein Henisch; gemäß 
der Form des Subst. (s. oben) pünnige sau Fastn. Sp. 
573; von pfinnigem schweinem fleische Ortolf 376. 
Finster, durchaus lichtlos; ahd. fnstar, mhd. vinstar, 
im Altsächf. ist nur das Subst. nstar Neutr. und finistri 
Fem. Finsternis vorhanden; ungewisser Herkunst, boch- 
deutsch neben gleichbedentendem dinstar, dinster stehend 
(rgl. darüber unter duster); ob Verwandtschaft zu diesem 
vorhanden, ist fraglich, zu duster in keinem Falle. ob- 
Kvcurz#st, nrz,t, esrosks fuinster, venster, funster 
Diesf.; in eigentlicher Bed., stärker als dunkel: finstere 
keller, zimmer. nuchte; der selbe tag musse finster sein 
Hiob 3, 4; jre sterne mussen finster sein 3, 9; ein 
ünster wolken 2. Mos. 14, 20; unser augen aind finster 
worden Klagel. Jer. 5, 17; in finstrer mitternacht Hauff 
Ged. 11; die finstre mette, Mette am Karfreitag ohne 
Lichterglanz; zum finstern haus (dem Grabe) Schiller 
die Ideale: finstre wetter, den finstern weg ebd.: ein 
zimmer finster machen; dusz Ihr leuchtthurm in stur- 
mischen nächten funster bleibt Kotzebue Almanach 
dram. Sp. 3, 170; unperfönlich: es ist, wird funster 
1. Mof. 1, 2. 2. Mos. 10, 21; frue, da es noch finster 
war Joh. 20, 1; als fubst. Neutr.: im klinstern dricht 
er zun heusern ein Hiob 24, 16; ein glater weg im 
finstern Jer. 23, 12; im finstern stehn sie Grillparzer 
5, 177; sprichwörtlich: im fnstern ist gut mausen; 
als Adv.: wetterbäche .. kommen ünnster gerauscht 
Schiller Br. v. Mess. 215; ungewöhnlich von Haaren: 
uas blendende licht des angesichte wie es von den 
fiustern baaren erhoben ward! Gocthe Götz 1; — 
fingern — finster. 
918 
auf Geistiges und Scelisches übertragen, — dunlel, un- 
llar: das d. Carlstadt so finster und unorchg echreibt 
Luther widder die hinil. Proph. 1525; die verheisunge 
stehen hie, sind aber noch finster üb. das 1. Buch Mosc 
1527; unheimlich, verdüstert, vom Gemüt und dessen 
Ausdruck: ein tinstrer mann; finstres gesicht, finstre 
gedanken haben; wit dem finstern gatten Schiller 
Kl. der Ceres; es geht ein finstrer geist durch unser 
haus Picc. 3, 9; der zufall . tinster herrschend Wallenst. 
Tod 1, 3; der finstre spricht oft lange wochen mit 
mir .. kein wort Lenau 384; die finsteren gewalten 
Grillparzer 3, 13; ein üinsterer fanatischer basz 
Treitschke 1, 511. Bei den Jägern heißt das finstere 
zeug das dicke Jagdzeug, zum Unterschiede vom lichten; 
finstere hölzer, Nadelhölzer; im Hüttenwesen den ofen 
hinster fuhren, kein starkes Flammenfener geben. — Fin- 
sterc, f. Finsternis, ahd. fuünstri, mhd. vinstere. vinster: 
sach man . prunst schimern in der vinster Aventin 
I. 337; wann man sie in der Gnstre streichet Simpl. 
1, 170; in der tnstere Schiller Räub. 2, 3; jetzt fast 
untergegangen. — Finsterling, m. Lichtfeind, Gegner der 
Auftlärung, zuerst bei Campe verzeichnet: ihr finster- 
ling., im herzen ciskalt, im kopfe warm Voß 5, 268. 
— finstern, tranf. finster machen: obseurare vinsteren 
Dief., val. vertinstern; intranf. finster werden: da es 
nun zu der nacht vinsterte Germ. 7, 376 (15. Ih.); jetzt 
noch schweizerisch: sie wollten doch machen und fort. es 
tinstere ja schon JGotthelf Uli d. Kn. 345. — Finster- 
nis, f. Lichtlosigleit, ahd. finstarpissi (-nessi), Neutr., 
mhd. vinsternisse, Neutr. und Fem.; noch bei Luther 
und später doppelgeschlechtig (das Neutr. z. B. Hiob 5, 14. 
Pf. 107, 14 u. ö.; wer im finsternusz wandelt Henisch), 
erst im späteren 17. Ih. wird das Fem. allein gebräuch- 
lich; im eigentl. Sinne: da scheidet gott das 1iecht vom 
fnsternis und nennet das liecht tag und die funsternia 
nacht 1. Mof. 1, 4; das liecht scheinet in der finsternie 
Joh. 1, 5; linsternis des himmels, der räume; in des 
kerkers feuchter f#nsternis Schiller Tell 4, 2; Plur. 
ünsternis mügen mich decken Pf. 139, 11; das euacn die 
fnsternisse nicht uberfallen Joh. 12, 35; — Verfinste- 
rung: sonnen-, mondfinsternis; — übertragen: die werk 
der uünsternis Röm. 13, 12; das sie sich bekeren von der 
finsternis zu dem liecht Ap. Gesch. 26, 18; (das Herz) 
ward voll hasz und fuinsternis Geibel 1, 162; du dringst 
mir in des busens fisternisse Lenan 388. 
Finte, f. List, Vorspiegelung, Kniff, aus dem ital. fnta 
im 17. Ih. übernommen, zunächst als Fechterausdruck 
(Frisch); eine tinte machen (anders stoßen als man 
scheinbar zielt) Adelung; ich begann mit einer herr- 
lichen fnte, schlug dann einige regelmäiszigo biebe 
Hauff Mem. des Sat. 42; bald allgemein: einem eine 
nnte machen, er steeket voller finten, ich kenne deine 
finten wol Stieler: hat die hölle eine neue Gnte er- 
aonnen? Schiller Ränb., Trauerfp. 5, 7; neue fuinten! 
das kind . lugt so entsetzlich Benedix Lügen 3, 8; 
Sie haben doch noch Ihre finten im kopf Freytag 
Journ. 2,2; such keine finten und umwege Heyse 5, 303. 
Firlefauz, m. Possen, albernes Zeug. Die früheste 
Bed. dieses erst im 14. 15. Ih. bezeugten, in seinem 
letzten Teile mit alsau- 3. d. unter alfanzerei) zusammen- 
hängenden, im ersten Teile dunkeln Wortes muß per- 
sönlich sein, wenn sie auch erst fpät hervortritt: ein 
alelunz und firlefanz Frisch (bei Erklärung von fanze, 
—2 ein eingemachter firlefanz trug groszen 
hut und dicken schwanz (Lanuckhard) nene Carrica= 
turen (Berlin 1003) 2, 39; dicsen stich fuhlte nun der 
pinselhalte ürlefanz 2, 42, also — Narr, Thor: in älterer 
Finstere — Firlefanz. 
Spr. gewendet zur Bezeichnung eines jedenfalls komischen 
Tanzes, der im Mhd. ürlei, ßrlefei heißt, welcher Name 
später vor #rlesanz gewichen ist: do pfcit er ir den 
tirletanz wol nach der dörfer site Uhland Volksl. 
647; dann — Thorheit, thörichte, geckenhafte Art und 
58 *
	        

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