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Bismarck Die gesammelten Werke. Band 5. (5)

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Bibliographic data

fullscreen: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 5. (5)

Periodical

Persistent identifier:
kbl
Title:
Deutsches Kolonialblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1890
1921
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
kbl_1908
Title:
Deutsches Kolonialblatt. XIX. Jahrgang, 1908.
Volume count:
19
Publisher:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1908
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nummer 10.
Volume count:
10
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
Nichtamtlicher Teil.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Schiffsbewegungen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Bismarck Die gesammelten Werke.
  • Bismarck Die gesammelten Werke. Band 5. (5)

Full text

Manteuffels Warnungen vor einem neuen Olmüt. 461 
3090. Zmmedsatschrelben. 
[Abschrift.] 
Von der am 20. April in Berlin übergebenen ötterreichischen Depesche vom 18., in der 
die Tüchigachung der beiderseitigen Rüstungen vorgeschlagen war (ogl. die Borbemerkung 
zu Ar. 307) batte Bismarck alsbald a den Gouverneur von Schleswig Sreiherrn von 
Manteuffel in Kenntnis gesetzt. Dieser richtete darauf umgehend — am 21. — ein Schreiben 
an Bismarck, das bestimmt war, dem König vorgelegt mu werden, und das aufs eindringlichste 
davor warnte, das verbängnisvolle Beispiel von Olmüh zu wiederholen, wo König Sriedri 
Wilbelm IV. sich darauf eingelassen batte, vor dem Schlusse der schwebenden Verhandlungen 
mur Entwaffnung zu schreiten. Manteuffel erinnerte an die katastrophalen Folgen jenes Olmütz: 
„In Dreußen selbst trat eine allgemeine ECntmutigung ein, in sterreich und im ganzen Auslande 
gewann die Überzeugung Naum, Dreußen raßle nur mit dem Schwerte, habe nicht den Mut, 
es wirklich auf den Krieg ankommen zu lassen. Unter diesen Eindrückeen wurden die weiteren 
Verbandlungen geführt und Dreuhen erlitt das Schlimmste, was einem Staate gescheben kann, 
eine Viederlage, ohne nur gekämpft zu haben.“ Indem Manteuffel dann auf die neuerliche 
Entwaffnuns-forderung Osterreichs überging, bemerkte er: „Heute steht die Entwaffnungsfrage 
vor dem Schlusse der Verhandlungen wieder obenan. Zch lege der Entscheidung über diese 
Vorfrage eine solche edeutung für den Preuhßischen Staat und für den inneren Srieden meines 
Königs bei, daß ich on Seine Mojestät schreiben würde, um ihm meine ebrfurchtsvollste Ansicht 
alleruntertänigst vor#utragen, wenn ich es nicht für unrecht bielte, dem Könige in einer 
politischen Krise über diese zu schreiben, ohne von ihm den Befehl daju zu baben.“ Und nach 
Darlegungen über die aggressiven Rüstungen Österreichs: „Es gibt heute in den Herzlogtümern 
und in ganz Dreußen und in ganz Deutschland keinen denkenden Kopf, der nach allen diesen 
Vorgängen nicht die Überzeugung bat, daß der ganze Suuhesent zwischen Preußen und Öfkerreich 
darin beruht, daß Preußen die Herzjogtümer will, daß Österreich sie ihm nicht überlassen will. 
und daß die gegenseitigen Rüstungen allein diese Bedeutung haben. Ein Entwaffnen, ohne 
die Herjogtümerfrage im preuhßischen Sinne gelöst zu haben, würde von dem gröhten moralischen 
Rückschlage in den Herjogtümern, in Preuhen (denn die Sriedenspartelmanöver bedeuten 
nichts), in der Armee sein. — Das Gesübl würde allgemein sein, der König gibt seine Dolitik 
auf die Hersogtümer auf, weil Osterreich Ernst zeigt. Wie die Zeiten beute find, so sind 
die Folgen biervon unberechenbar und Olmütz würde unwillkürlich auf jeder Lippe sein. — 
Hierju kommt noch eine andere Betrachtung. Preußen bat in der deutschen Frage eine 
Politik eingeschlagen, die ich in meiner prinzipiellen Einjeitigkeit nicht verstebe. Sie i#st aber 
einmal eingeschlagen, und durchgeführt Kann sie nur werden, wenn Preuhen in dem zunäöchst 
vorliegenden österreichischen Konflikt leine vollste moralische Machtstellung bewahrt. Gebt es 
bier nur mit dem Scheine der wäche, des TDachgebens, des Jurückziehens bervor, so sind 
auch in Bezug auf die deutsche olitik die Solgen von underechenbarem Tachteile." Schließlich 
ging enntteuffel in seinem Briefe noch auf die Frage ein, wie weit allenfalls dem österreichischen 
Entwaffnungsbegehren ohne schweren Schaden Rechnung getragen werden könne: „Den Dferde- 
verkauf halte ich für unmöglich, die Entlahung der Aeseroen mit Ausnabme der in Schleswig 
seienden, die aber unter dem Vorwonde der Schanzarbeiten hier emplopiert werden können, 
für zulässig. Ebenso, doh die Cruppen von der Grenze zurückegefogen, daß augmentierte Artillerie 
nach Pommern und Dreußen verlegt werden können, um Sriedensliebe Curopa gegenüber 
zu jeigen, ist möglich. Weiter darf man nach meiner Ansicht ohne Gefährdung des Staates 
nicht geben.“ 
ismarck legte das Manteuffelsche Schreiben mit dem folgenden, schon im Anhang v#u den 
Gedanken und Erinnerungen (I, 156 f.) abgedruckten Schreiben vom 22. April dem Könige vor. 
Welchen starken Cindruck es bei diesem bervorrief, lehrt die Antwort vom 23. (a. a. O., S. 137 f.). 
In diesen Zusammenba#g fällt auch das NRoonsche Schreiben an. M. v. Blanckenburg vom 
25. April (Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Generalfeldmarschalls Grafen von Voon 
II, 421): „Außerdem will ich Dir iu Deiner Berudigung mitteilen, dah ich seit Montag wieder 
an des Königs Zuversicht glaube, leitdem ich Beranlassung zu der allerschärfften und schneidigsten 
Aussprache gegeben, über das, was wir wollen, und das, was wir entschieden nicht wollen. 
Otto (Bismarch) ist darüber fast gesund geworden.“ 
Berlin, den 22. April 1866. 
Curer Mogjestät 
lege ich ehrfurchtsvoll den anliegenden heut von Manteuffel erhaltenen Brief vor. Ich kann 
mich dem darin enthaltenen Gedankengange und der Schlußauffassung, namentlich dem Satze, 
daß wir keine Pferde verkaufen sollten, nur allerunterthänigst anschließen. Cure Moajestät 
wollen Sich überzeugt halten, daß es meinem Gefühle, ich kann sagen, meinem Glauben wider- 
strebt, die höchsten landesvöäterlichen Entschließungen über Krieg und Srieden in zudringlicher 
Weise beeinflussen zu wollen; es ist das ein Gebiet, ouf dem ich Gott allein getrost überlajse.
	        

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