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Der Betrug am deutschen Volke.

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Bibliographic data

fullscreen: Der Betrug am deutschen Volke.

Monograph

Persistent identifier:
liebig_betrug_am_deutschen_volke_1919
Title:
Der Betrug am deutschen Volke.
Place of publication:
München
Publisher:
J. F. Lehmanns Verlag
Document type:
Monograph
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1919
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Full text

74 Parteilelend. 
Der deutsche Mittelstand und das Bauerntum sind auch der kraftvollste Träget 
bewußten Deutschtums. Das Zentrum wird politisch geleitet von Rom aus, und 
römische Belange kreuzen sich meistens mit den deutschen. Der Freisinn vertritt das 
jüdische Großkapital, und seine mächtige Presse arbeitet stets politisch mit der jüdischen 
Großfinanz in gleichem Sinne. Die jüdische Großfinanz ist aber ebenso international 
wie der Jesuitismus. Die Sozialdemokratie baut ihre Theorien auf der Gleich- 
heit alles Menschentums auf: Proletarier aller Länder vereinigt euch!; in der 
Herrschaft über die Völker sollen allerdings die Menschen nicht gleichberechtigt sein, 
sondern hierin soll die Arbeiterklasse ein Vorrecht besitzen. Dieses Vorrecht glaubt 
sie nur durch die Verbrüderung der Arbeiter aller Völker erreichen zu können; da- 
rum ist sie international. Ein auf sein Deutschtum stolzes deutsches Volk würde für 
alle drei Parteien einen schlechten Boden ergeben. Das Jentrum hatte in den ersten 
zwei Jahren noch deutschtümliche Anwandlungen, unterwarf sich dann aber völlig 
der vatikanischen Politik Erzbergers. Der Welkkrieg war für das Zentrum die 
entscheidende Probe, ob es als deuksche Partei gelten könne oder ob es der 
Internationale zuzurechnen sei. Sogar die Kanzlerschaft war ein volles Jahr in 
seinen Händen. Es hat die Probe nicht bestanden; wir wissen jetzt endgültig, 
in jedem Zwiespalt zwischen Deutschtum und dem Vatikan wird sich das Zentrum 
auf die vatikanische Seite schlagen. 
* # 
# 
Von dem gemeinsamen Gesichtspunkte der Gegnerschaft gegen reines 
Deutschtum aus fanden sich die Mehrheitsparkeien auch in ihren Kriegszielen 
zusammen. Auch hier war das Verbindende ein Verneinendes; keine der Par- 
teien wollte ein größeres Deutschland, keine einen politischen Machtzuwachs 
Deutschlands. 
Das deutsche Kaiserreich ist ein vorwiegend prokestantisches Kaiserreich; der 
Vatikan aber kann die Stärkung eines protestantischen Reiches nicht wünschen. 
So wie es war, konnte es dem Vatikan recht sein; dies Deutsche Reich stützte den 
Katholizismus im Reiche besser, als es die einzelnen Bundesstaaten gekonnt hatten, 
und vor allem brauchte der Hort des vatikanischen Katholizismus, der österrei- 
chische Staat, die Stütze des Deutschen Reiches. Dem Katholizismus ging es im 
Reiche Kaiser Wilhelms II. ausgezeichnet. Aber ein Landzuwachs im Osten hätte 
trotz einer katholischen Besiedelung Litauens doch den Protestantismus wohl 
mehr in die Vorderhand gebracht, und der allgemeine politische Machtzuwachs des 
Reichs hätte in höherem Maße das protestantische Preußen befruchtet als die vor- 
wiegend katholischen Staaten. Aus dem gleichen Grunde erleben wir in Deutschland 
niemals eine nationale Bewegung, an deren Spitze katholische Geistlichkeit Künde, 
während bei den Polen, den Tschechen, den Slowaken, den Wallonen, den Italienern 
die Führung der Verbände, die schärfer allpolnisch, alltschechisch usw. sind als der all- 
deutsche alldeutsch, in den Händen des katholischen Klerus liegt. Wenn in Deutsch- 
land der katholische Klerus politisch sich anstrengt, dann handelt es sich entweder 
um Dinge, wie die Einführung der Jesuiten, oder um Französierung und Polo- 
nisierung in der Art Wetterlés und der polnischen Geisilichkeit. 
In Österreich ist der katholisch jesuitische Klerus eifrig damit beschäftigt, 
die Angliederung Deutschösterreichs an das Reich, die einen neuen Machtzuwachs 
Deutschlands bedeuten würde, zu hintertreiben, und die jesuitisch gesiunte Null
	        

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