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Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.

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Bibliographic data

fullscreen: Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.

Monograph

Persistent identifier:
philippson_heinrich_der_loewe_1918
Title:
Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Oskar Leiner
Document type:
Monograph
Collection:
bayern
Publication year:
1918
DDC Group:
900
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Full text

Traurige Lage Konrads III. 85 
Legalität von Konrads Achtspruch über die Welfen, ja sogar von dessen ganzer 
Erwählung bestimmt in Abrede stellen. Trotzdem hatte König Konrad nicht 
Macht genug, einem so feindseligen Treiben gegenüberzutreten, auch nicht, 
als Heinrich, immer kühner werdend, seine Ansprüche auf Bayern ganz öffent- 
lich und immer dringender aussprach'). 
Freilich war Konrads Lage traurig genug. Wohin er blickte, wurde das 
königliche Ansehen völlig mißachtet. Am schlimmsten ging es in Italien her. 
Hier wüteten die Kriege zwischen Venezianern und Ravennaten, Pisanern 
und Luchhesen, Florentinern und Sienesen““). Die Römer hatten auf An- 
trieb des berühmten Reformers Arnold von Brescia den Papst Eugen III. 
aus ihrer Stadt vertrieben, erklärten die Republik von neuem und boten 
dabei auch dem deutschen Könige Friede und Freundschaft an“““); aber auf 
diese veränderlichen Bürger war kein Verlaß. König Roger von Sizilien 
trat Konrad dem Dritten noch immer schroff gegenüber. Stand Italien 
durch seine Natur und die Mauer der Alpen dem eigentlichen Deutschland 
fern, war die Provence, die sich jetzt fast gänzlich von Deutschland losriß, nie 
sehr eng mit diesem verbunden gewesen, so wurde letzteres durch die ungari- 
schen und polnischen Händel unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen. 
Seit der Zeit Ottos des Großen standen die Polenherzöge in einem nomi- 
nellen Untertanenverhältnisse zum deutschen König, das kräftige Kaiser stets 
auch tatsächlich erneuert hatten. Herzog Boleslav III. hatte bei seinem Tode 
im Jahre 1138 das Land unter seine vier Söhne verteilt, indes sollte der 
alteste, Wladislaw, als Großherzog die höchste Gewalt über das ganze Land 
ausüben. Doch mit dieser Bevorzugung war Wladislaw nicht zufrieden, und 
vorzüglich seme stolze Gattin Agnes, eine Tochter des Markgrafen Leopold IV. 
von Osterreich und also Halbschwester Königs Konradf,)stachelte ihn an, seine 
Brüder ganz zu vertreiben. Da ihm dies nicht gelang, beschloß er, bei seinem 
Schwager, dem deutschen Könige, Unterstützung zu suchen. Auf dem Reichs- 
tage zu Kaynafs) erlangte er von dem immerfort unstet nach Erweiterung 
seiner Macht strebenden Konrad leicht, daß dieser ihn mit dem ausschließ- 
lichen Herzogtume m Polen belehntef f##). Um diese Entscheidung durchzu- 
führen, blieb indeß Wladislaw vorläufig auf seine eigenen Kräfte angewiesen. 
Sein Versuch, die Brüder zu vertreiben, mißglückte. Nach einer schweren 
Niederlage bei Posen und wechselnden Kämpfen s) ward er gänzlich aus 
dem Lande vertrieben und mußte abermals zum Könige seine Zuflucht 
  
% Otto Fris., Gesta Frid. I. imp. I, 45. 
½% Otto Fris., Chr. VII, 31. 
½%% Otto Frix., Gesta Frid. I. imp. I, 28. 29. 
1) Irrigerweise nennt das Chronicon Montis Sereni den Wladislaw einen Schwieger- 
sohn Konrads. — Man vergleiche über die polnischen Ereignisse K S5pell, Geschichte 
Polens, 1, p. 295 ff. 
Krit. Erört., II b. 
An. Magdeb., p. 188. 
) Man sehe hier bei den An. Magdeb. und dementsprechend Chron. Mont. Sereni, in 
wie kurzer Zeit sich im Mittelalter über historische Vorgänge Legenden bildeten. 
ca. 
1144—46 
1146 
14. April
	        

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