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Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1876
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1876.
Shelfmark:
rgbl_1876
Volume count:
10
Publisher:
Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R. v. Decker)
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1876
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück No. 6.
Volume count:
6
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(Nr. 1123.) Bekanntmachung, betreffend die Redaktion des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich.
Volume count:
1123
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Full text

697 
dunkel spinat Schiller Br. v. Mess. 1558; ihm spinnt 
das schicksal kine tueke melir Wallenst. Tod 5, 3; 
von belebt gefaßten Abstracten: (Wehmut) dio dann um 
stille scelen ihr zurtes dunkel spinnt Arndt 271; 
das netz der lugo . spinnt um deines uuges ewige 
klarheit ihre falschen schleier Platen Abbass. 6, 189; 
— reil.: (erkennen) dasz alle list .. sich allein in 
meinem kopfo spinnt Goethe Tasso 4, 3; in einem 
bartai#ckigen gefechte, dus sich den gröszten theil des 
tages bindurch fortspann Häusser d. Gesch. 4, 284; 
die verhandlungen spunnen sieh weiter; das gesprüch 
spinnt sich in die länge; — ganz srei, von zähen, 
Faden ziehenden Stossen: alter wein, sirup spinnt; 
gesponnenen honig Goethe ital. Reise 1I; von dem 
Schnurren einer Katze: die katze spinnt. — In Zu- 
fammensetzungen: Spiunhaus, n. Haus in dem ge- 
sponnen wird, früher Arbeitshaus für Landstreicher: ins 
spinnbaus gebört so eine drolle, wie sie ist Rabener 
3, 188; mein spinnhäuschen, was mit lauter fremden 
landstreichern besctzt ist Möser Phant. 2, 170. — 
Spinnrad, v. Getriebe zum Spinnen, durch ein Nad 
bewegt, seit 16. Ih.: das spinnrad, rhombus Maaler; 
(die Frau) binter idrem spinnrade Möser Phant. 
3, 139; mein spinnerüchen will gar nicht gehn 
Voß 1, 149. — Spintrocken, m. Rocken zum Spinnen: 
bildlich: damit wöllen wir disen spinrock oder kunkel 
adgespnunen baben Fischart Bienk. 160 3. — Spinn- 
stube, k. Stube in der gesponnen wird, ergaskulum 
netrieum Stieler; geschwinde spinnstuben so man 
zu Antorf tritlt Wickram unger. Son A 25; Stube 
in der man sich zum Spinnen und dabei zu geselliger 
Lust zusammenfindet, und solche Gesellschaft Frisch; 
in den spinnstunben abends zanken sie Geibel 
7, 182. 
Spinner, m. spinnende männliche Person, mas nens 
Stieler; spinner unl weber Goethe Wanderj. 3, 
mit näherer Bestimmung baomwoll-, woll-, seiden-, 
gold-, silber-, tabaksspinner, u. a.; bildlich: ränke- 
spinner; Besitzer und Leiter einer Spinnerei; Sach- 
verständiger für Gespinst: ich bin nicht spinner genug, 
um die richtigkeit dieses bildes auch nur za verstehen 
Bismarck Red. 15, 255; Name spinnender Inseklen: 
fichten-, obst-, ringel-, seidenspinner u. a. — Spinnerei, . 
das Spinnen: die wissenschaft der spinnerei Hage- 
dorn Fab. 2, 16, 2; mit verächtlichem Beisinne: dieser 
ewigen spinnerei wird wan uverdrussig; Gewerbe des 
Spinnens: durfte . mit dem flachsban and der 
spinnerei mehr zu gewinnen sein Möser Phant. 3, 162; 
Anstalt für sabrikmäßigen Betrieb des Spinnens: eine 
spinnerci banen, anlegen; in einer sp. beschäktigt scin. 
— Spinuerin, l. spinnende weibliche Person: necric 
spinnerin Dief.; sie ist eine gute spinnerin. 
Spint, m. Fett; weicher Kern im Holz; ahd. uld. 
Spinuhaus — spintisieren. 
spint, allengl. spind, dunller Herkunft; alburnum spint 
in dem holtze int mittel Dief.; spintspeek Kernspeck 3 1 
Knaben Maalerz; unsinnlich = stachlichte Gemütsart: 
Garg. 95; vgl. dazu auch spund 2. — spintisieren, 
Krübeln, nachsinnen; im 16. Jh. als fremdartige Bildung 
von unbelanntem Ursprunge auftauchend (Umbildung 
aus lat. „ensitare erwägen ist nicht wahrscheinlich): 
spintisieren, cin ##nnreicher mensch der gern allerlei 
dingen naturen und ursachen betrachtct und ergrundet, 
nliilothearos Maaler; das kundt jr kopf ausz spunte 
sicren Grebian. 4360; und kontst nicht ctwas spinti- 
sir· n Fischart Nachtr. 2043; dazu: in der speculation 
und durzuckter spin’isierung podagr. Trostb. K 55; in 
komischer und gewöhnlicher Rede geblieben: (er) erfand, 
nuch schlautm spintisirtn, als stier sich zu.maskir n 
Bürger neue weltl. Neime; uber etwas spintisieren; 
Sie Spiantisiren gar nicht darauf, Ihren mann von 
neucm an sich zu ziehen Möfer Phant. 1, 55; (sie) 
spintisicrten vers und reime HHeine ld, 195; etwas 
ausspintisicren. 
Spion spitz. 698 
Spilön, m. Späher, Kundschafter mit verächtlichem 
Nebensinne; Lehnwort aus gleichbed. ilal. spione (von 
spiare spähen), franz. espion, im 17. Ih. von Soldaten 
übernommen, in schwacher Form: ctliche hielten mich 
vor einen spionen Simpl. 1, 67; die auch später noch 
dauert (Plur. spionen Schiller Ränb. 2, 3), aber sich 
im 18. Ih. zu Gunsten der starken (Gen. spions, Plur. 
spionc Adelung) verliert; geblieben als Kriegswort: 
das ist cin spion, man musz ihn hüngen Hauff' 6, 12; 
aber auch in allgemeinerer Anwendung: ein polizei- 
spion; spionen zu besolden, welche sich in die ver- 
borgens:ien intrigocn zu schleichea wuszten Schiller 
4, 106; hinterbringen mir meine spionen (andere Lesart 
spione), dasz der oberschenk von Bock auf dem sprunge 
sei, um die lady zu werben Kab. 3, 2. — Spiounerei, s. 
Treiben als Spion: der rittmeister, der zuerst eine 
spionerei bier wittern wollte Goethe 30,26.— spionieren, 
Spion sein, kundschaften, als Kriegswort und allgemein: 
ich spionire erploro Stein bach; hast wieder spionirt? 
Goethe Faust I; dio weiber .. die uberall borchen 
und spionieren Benedix Wespe 2, 14; vgl. aus- 
spblonieren. 
Spitäl, v. m. Pflegehaus für Arme und Kranke, 
Entlehnung aus lat. hospitale in volksmäßiger Kürzung 
neben hospital der gewählteren Spr. (s. d.); mhd. spitäl, 
mit fremder Betonung fsortgesetzt im Nhd.: zu letzt im 
spital sterben H Sachs Fab. 1, 206; ein angefollt 
spital Caniz 130; nach oberd. Brauche (das und der 
spital Schmeller) auch Masc.: lich) träumt', ich sei 
noch im spitale, den ich doch längst geräumt Uhland 
105; Redensark, auf das Vorhandensein gleicher Be- 
schwerden gehend: so wisset, das in dem spital auch 
ich lieg krank PRebhun Euf. 1, 107; dann er auch 
in dem selbigen spital (der Liebe) krank und wund ge- 
legen was Wickram Nachb. 462; wer in dem spital 
5; Siceh gelegen, weisz wie es darin zugebt B. d. Liebe 
2058. Daneben, mit deutscher Tenrückung, Öpittel, n. m., 
besonders als Pflegehaus für arme Leute, mhd. spitel, 
spittel: stiste . ein spitel Br Berthold 1, 145; des 
selben spittels orden D. Städtechr. 9, 569; noch jetzt 
gewöhnlich, vielsach als Masc. Zutschenform“ laszt. 
cuch in den spittal tragen H Sachs Fab. 1, 361. 
Spitz, m. Spitze und fpitziges Ding oder Wesen, 
ahd. mhd. spiz; als Spitze einer Waffe, einer Schlacht- 
ordnung: acies spitz am ysen o. im Krieg Dies.; eines 
Gegenstandes: der spitz an einem ey, einem schnabel 
Maaler:; einer Tasel, Gesellschaft: trunkenheit sitz 
oben am spitz Wickram Obsop. E1; eines Berges, 
Gebäudes: der spitz oder die scherple eines telsen, 
der spitz cines bergs, der oberest spitz und gipfel 
cioes gebeuws Maaler; überlragen: wann ainer uff 
den spitz des glucks kummen ist Frölich Stob. 199; 
in diesen Bed. noch bairisch Schmeller; allgemeiner 
in der Zufammensetzung mundspitz. Spitze einer Pfeise 
oder für eine Cigarre; spitz, vom männlichen Glied bei 
mein spitz H Sachs Fab. 1, 120; = Spitzengewebe: 
der spitz an den buuben u. dergl. Schmeller:; einen 
saubern spitzen am kragen Schiller Wallenst. Lager 6; 
— in jetziger Spr. Bezeichnung eines leichten Rausches: 
ein spitz, ein simtzencn haben Adelung: die in keurig 
suszem wein sich einen spitz trank Heyfe 1, 316; 
Namc einer Hundeart mit fpitzem Kopfe und Ohren: 
so wi l der spitz aus unserm stall uns imme#r#rlort be- 
gleiten Goethe Klässer. — spitz, schmal in einen Punkt 
zulanfend; scharf siechend, Gegensatz stumpl: nur hochd. 
Wert, abhd. spizzi, mhd. spitze, spiz. in Wurzelgemein- 
schaft mit spicsz 2 (s. d.), sonst unbelannter Herkunft, 
ins Niederd. als spit-, spitz übernommen; in Wechsel 
mit spitzig, gegen das es in ällerer Spr. zurücktrut, 
während es jetzt wieder mehr gebraucht wird; von 
Dingen: spitze asdel, waffe, ein spitzes messer; daz
	        

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