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deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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Bibliographic data

fullscreen: deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1900
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1900.
Shelfmark:
rgbl_1900
Volume count:
34
Publisher:
Reichsdruckerei
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1900
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr 41.
Volume count:
41
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(Nr. 2713.) Bekanntmachung, betreffend Beschränkungen der Ein- und Durchfuhr aus Glasgow.
Volume count:
2713
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Full text

743 
märchenhaft im dunkeln . . den lichten reigen nächt- 
lich sunkoln Geibel 1, 10. — Märchenland, n. “welt, k. 
Land, Welt, worin die Märchen sich abspielen: nach 
mährchenländern Freiligrath 1, 131; Kolchis düustre 
märchenwelt Grillparzer 1, 69. 
Marder, m. Name eines kleinen wieselartigen Raub- 
tieres; gemeingerm., im Goth. nicht vorhandenes, sonst 
in zwei Formen überliefertes Wort, in einer kürzeren, 
altnord. mörör (aus maröus), altengl. mearS, mhd. 
mart, landschaftlich auch nhd. noch mard als Masc. und 
Neutr., und einer erweiterten, ahd. mardur, marder, 
mhd. marder, auch mardel; der Name scheint ein echt 
deutscher und das spätlat. martes, von dem auch 
die romanischen Spr. ihre Formen entnahmen, davon 
erst entlehnt; Ursprung dunkel. Bezeichnung des Tieres 
in verschiedenen Arten, baum -, edel-, haus-, stein- 
marder; da werden unternander laufen marder und 
geire Jes. 34, 14; soll der marder in seinen hühner- 
stall fallen Schiller Fiesko 1, 3; seines Felles: ge- 
fürbter, ungefärbter marter Stieler; in seinem 
damastenen mit martern durchfüttertem schlafbel: 
Simpl. 1, 97; — übertragen im Volkswitze paletot- 
marder von einem Dieb, der in Wirtschaften oder Ver- 
sammlungen fremde Uberzieher an sich nimmt und da- 
mit wegschleicht, briefmarder von einem ungetreuen, 
Briefe unterschlagenden Postbeamten, opferstockmarsler, 
der Opferstöcke plündert. — Zusammensetzungen: Marder- 
balg, m., Fell, n. Balg, Fell des Marders. — Marder- 
pelz, m. Pelz des Marders, daraus gefertigtes, damit 
gefüttertes Kleidungsstück: die in marderpelz ge- 
hbüllte gestalt eines chorherrn CF Meyer d. Heil. 1. 
Märe, Mär, f. Kunde, Erzählung; Fortsetzung des 
ahd. Fem. märi, mhd. riære., Gerücht, Kunde, Ruf, das 
sich zum Teil mit dem mhd., später untergegangenen 
Neutr. mære Kunde, Bericht, Erzählung mischt; im 
älteren Nhd. bis ins 17. Ih. weniger als märe, häufiger 
in der kürzeren Form mär gebraucht, in dem Sinne 
von Kunde, Bericht: böse mär bringen, mala narrare, 
newe mär sagen, narrare guid novi Dafypodius; 
ich bring euch gute newe mehr Luther 5, 3592; 
discr mär und potschaft war kaiser Valentinianus gar 
fro Aventin 1, 1077; guet mer, AUbersetzung von 
evangelium bei demselben; in der Bed. der unwahren. 
Erzählung: es sind märe, es ist narrentädig, luft oder 
erdacht und nichis daran Maaler; darumb's ein un- 
götlich, unerbär, erlogen märe ist Aventin 1, 729; 
mit mehr verwischtem Begriffe, wie Ding, Sache: war 
gueter mer, fro, und zoch darvon Zimm. Chr. 2, 101; 
was mehr das sindt! H Sachs Fastn. Sp. 1, 9; — seit 
dem letzten Drittel des 18. Ih. dichterisch wieder auf- 
gesrischt, als Erzählung: hört . eine mähr aus alter 
zcit Stolberg 1, 162; tiefempfundne mähren Lenan 
222; als Nachricht: ich wollt ich hätt eine frohere 
mähr Goethe Faust 1; mich sendet mit der frohen 
müre dein treuer feldherr Polydor Schiller Ring 
des Polykr.; im Sprachgebrauch Goethes auch um- 
herlaufendes Gerücht: das mädchen brachte die mähre 
laehend weiter Wanderj. 3, 8. Uber die Diminutive 
märchen, märlein, vgl. märchen. 
Marie, Name der Mutter Christi, als weiblicher 
Eigenname ungemein häufig, landschaftlich (durch die 
Form Marja. AMarje hindurch) auch als Marge, Märge 
und dann oft als allgemeinerer Begriff (wie Mädchen, 
Weib) mit verächtlichem oder scheltendem Beisinne 
(dumme, faule Marge) gebraucht; in Zusammensetzungen 
bei Tier-, Pflanzen-, Mineralnamen u. a., wo es auch 
mit frauen- (Bd. 1, 966) wechselt, und wo nicht nur 
ehrende, sondern vielfach auch alte athologlche Be- 
ziehungen dunchschimmern: Marienapfel, m. Art früh- 
zeitiger Apfel. — Marienbad, u., auch krauenbad, Gefäß 
mit heißem Wasser, in welches ein anderes gesetzt wird, 
dessen Inhalt gewärmt werden soll. — Marienbild, u. 
Märchenland — Marienbild. 
744 
Bild der Jungfrau Maria. — Marienblume, k., blüm- 
chen, n. Gänseblümchen. — Mariendistel, fk. Name der 
Pflanze cardns marianus, Frauendistel, auch Margen- 
distel. — Marienfaden, m., -garn, n. Sommerfaden, 
das umherfliegende Gewebe einer Spinne. — Marien- 
glas, n. Name der Steinart relen#e auch Narieneis, 
fraucneis, trauenglas. — Marienglöckchen, n. Wald- 
glockenblume.— Mariengras, n. Name mehrerer Pflanzen. 
— Mariengroschen, m. Groschen, Münze mit dem Bilde 
der Jungfrau Maria, auch M#rgengroschen. — Marien- 
gulden, m. Silbermünze von zwanzig Mariengroschen.— 
Marienkäfer, m. die Käferart cocol##ela. Sonnenkäfer, 
auch Marienkälbchen, v. — Marienkrant, n. Name der 
Pflanzen gemeiner Sinau und Wolverlei. — Marien- 
rose, f., „köschen, n. Name verschiedener Pflanzen. — 
Marientag, m. Festtag der Jungfrau Maria gewidmet. 
— Marienthräne, k. Name der Pflanzen Perlhirse und 
Thränengras. — Marienwürmchen, n. Marienkäfer. 
Marine, k. Seewesen, Seeflotte, Seemacht, aus dem 
franz. gleichbed. marine erst im 18. Ih. übernommen: 
handels-, kriegsmarine. Bei den Malern ein Seestück. 
Mark, n. weiche Masse innerhalb der Knochen; ge- 
meingerm., nur goth. unbezeugtes Wort, mit ursprüng- 
lichem schließendem g, welches noch in mergeln (s. d.) 
hervortritt, altnord. mergr als Masc., altengl. mearg, 
altsächs. marg, ahd. marag, marg, mhd. marc. Gen. 
marges als Neutr.; stammhaftes g auch im älteren 
Nhd.: das marg im bein Maaler, später als ch: 
march und bein PGerhard 159; das heutige schließende 
k aber ist feit dem späteren Mhd. verbreitet worden. 
Urverwandt ist altslav. mozgü Mark, msga Saft, und 
das lat. Verbum mergere eintauchen. Als Stoffwort 
ist mark ohne Plur. Den Inhalt der tierischen Knochen 
bezeichnend: aus dem mark des ruchgradts Eppen- 
dorff Plin. 93; als Speise: ein mal von seinem wein, 
von fett, von mark Jes. 25, 6; (sie) legt mark und 
nieren reichlich vor Hagedorn Fab. 1, 69; in der 
Formel mark und bein Hebr. 4, 12; gedacht, nament- 
lich beim Menschen, als Sitz der körperlichen und 
Lebenskrast: er hatte mark in den gebeinen Stol- 
berg 1, 291; der Titanen kraftvolles mark Goethe 
Iphig. 1, 3; mein vater hat das mark eines löwen 
Schiller Räub. 2, 1; ein zweckloses, unnutzes ge- 
schlecht, ohne mark im rücken Freytag Wald. 4,2; 
angegriffen durch körperliche oder seelische Erschütterungen: 
das geht durch mark und bein Klopstock 1,63; dem 
allsiegenden blick, der mir im warke zuckt Hölty 
115; mein innerstes mark gefror in mir Schiller 
Räub. 5, 1; vorheulen in mark und bein zermalmenden 
tönen Kab. 3, 6; wovon schon der gedanke mir das 
mark gerinnen macht Grillparzer 3, 121; mude bis 
ins mark Uhland 361; dasz sie . uns in mark und 
blut vergisten wird Bismarck Reden 13, 253; auf- 
geregt durch starke Einflüsse, gestärkt durch kräftige Mittel: 
durchdrungen bis aufs mark von unlöschbarem feuer 
Wieland Idr. 3, 123; was mark und bein erquicket 
Perhard 211; schlurk ihn (den Wein) ein ins tiefste 
mark Lenau 73; — Hirn: studicren sich das mark 
aus dem schädel Schiller Räub. 1, 2; — übertragen 
auf Pflanzen: mark, das inner im holz, das schwammige 
mark, als im hollunder Frisch; im Bilde: da sieh 
ich, ein entlaubter stamm! doch innen im marke lebt 
die schaflende gewalt Schiller Wallenst. Tod 3, 13; 
bei saftreichen Früchten: mark, was in schelfen und 
hulsen steckt, als in eitronen, pomeranzen. weinbeeren 
Frisch auch von der Krume des Brotes Stieler; — 
ildlich für den Sitz eines Lebens, das Innerste, Kräftigste 
von irgend etwas: ihr (der Natur) mark auszusaugen 
Schiller 2, 311; das mark seiner unterthancn in 
einem feuerwerk binpuffen Kab. 2,1; hat das mark 
des ganzen daseins verschlungen Fiesko 3, 2; uns ver- 
lich sie das mark und die fulle Br. v. Meff. 231; 
Marienblume — Mark.
	        

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