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Ratgeber für deutsche Lehrer und Erzieher

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Bibliographic data

Object: Ratgeber für deutsche Lehrer und Erzieher

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1902
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1902.
Shelfmark:
rgbl_1902
Volume count:
36
Publisher:
Reichsdruckerei
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1902
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 5.
Volume count:
5
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(Nr. 2832.) Bekanntmachung, betreffend Aenderungen der Betriebsordnung für die Haupteisenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892, Reichs-Gesetzbl. S. 691.
Volume count:
2832
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Full text

146 Lehrproben, 
ber Elbe mie an ber Donau. Wir dürfen nicht in Trägheit und Ungigkeit 
verfallen, mir müffen ein wehritarkes, wehrmächtige® Wolf und Reich bleiben. 
Bitter not ijt ung ein ftarfes Heer und eine ftarfe Flotte. . .. 
Die Gründung des Deutichen Reiches. 
Sie wird am beiten eingeleitet durch einen 
Überblid über die Einigung der europäifden 
Großmädte. 
a) Sranftreid. Das Deutihe Reich ift erft am 18. Januar 1871 
entjtanden. ES gehört demnad) zu den jüngften Großmäcdhten Europas. Unfer 
meitlicher Nachbar, die Nepublif Frankreich, Hingegen hat fid) am früheften 
geeinigt. Wie die alten Germanen zerfielen auch die alten Gallier (Kelten) 
in viele Stämme, die Sich oft befriegten. Um 50 vor Ehriftus wurden fie 
bon dem tömijchen Feldherrn Cäfar unterjocht und dann ziemlich rafch zu 
Römern gemadyt. Die alte gallifche (feltiihe) Sprache verfhmand und er- 
hielt fi nur in einzelnen Neften (Bretagne). Dafür fprad) man die Ia- 
teiniihe oder römische Volfsfpradhe. Syn der Zeit der Völferwanderung er- 
oberten die Weftgoten den füdmeltlichen Teil und die Franken den nördlichen 
Zeil Galliens. Schon Chlodwig madjte um 500 nad Ehrijtus Paris zur 
Hauptitadt des Landes. Die Franken bildeten den herrfchenden Staınm und 
gaben aud, Gallien feinen heutigen Namen, aber fie nahmen die fremde 
Sprade an. Die franzöfiihe Sprade ift aus der gallijch-römifchen und 
fränfiihen Sprache hervorgegangen. 
Unter den Karolingern war das Tranfenreid) das mächtigite Reich Europaa. 
Unter den [hmahen Nachfolgern Karls des Großen zerfiel das fränfifcdhe 
Weltreich in feine Hauptteile: Frankreih, Stalien, Deutfchland. Sr der Mitte 
de3 fleinen Stanfreicyg lag das Land Franzien mit Paris al Hauptijtadt 
Die Herricher von Franzten haben allmählich ihr Land immer weiter ausgedehnt 
und geboten jchließlih über ganz Trranfreih. Sie erbten mande Landftriche, 
andre eroberten fie. Nach und nach verfhmanden alle Landesfürften, mochten 
fie Herzöge, Fürften, Grafen oder Barone geheifen haben. CEchon vor 1500 
bildete ranfreich ein einiges Reich und war nun aud) imstande, feine Grenzen 
immer meiter nad) Diten vorzufchieben. Namentlih dein alten Deutfchen 
Reiche ward da3 madjtvoll aufitrebende Franfreich gefährlich, denn Das alte 
Deutiche Neich zerflüftete fich feit 1500 immer mehr und fhmwädte fih un- 
aufhörli, da man dem deutfchen Kaifer immer mehr Rechte und Macht 
nahm. Seit 1500 tracdhteten die franzöfifchen Herrfcher danad), ihr Gebiet 
auf Koften des zerfallenden Deutfchen Neiches zu vergrößern. Site hatten darın 
auch fehr viel Erfolg und haben tatlächlich dem alten Deutfchen Reiche in 28 
Angriffefriegen gegen 7800 Scviertmeilen mit 8 Mill. Bewohnern enttifjen. 
Sranfreich ift erjt Durch diefe Eroberungen zu dem Umfange gelangt, den es 
heute hat. AS wir 1871 Eifaß-Lothringen zurücnahmen, haben mir ihm 
nur einen ganz Heinen Teil feiner ehemaligen Beute wieder entrijfen, näm- 
ih 260 ©eviertmeilen mit anderthalb Dill. Bemohnern. 
Wie fam e3, da fich FSranfreidh fo früh und fo völlig einigen fonnte? 
Sranfreic; und TDeutichland gehörten doch einjt beide zu dem Meltreiche 
Karls des Großen. Was nun in Stanfreich möglich war, hätte dod aud) in 
Deutfchhland gefchchen fönnen. Spnmerhbalb Frankreichs gibt c3 feit 1500 nur
	            		
Fortbildungsfcyule und Staatdfunde. 147 Provinzen oder Landesteile, aber e3 gibt feine Heineren Staaten mehr. 3 it alfo ein mirflider Einheitzftaat. Sn dem ganzen Lande ift alles eins und glei. Wie it da3 gefommen? Gehen mir zu! Sm Frankreich gab es ftetS eine Erbmonarcdhie. Dem veritorbenen Fürften folgte ftetS der ältefte Sohn oder näcdjfte Verwandte. Das ıjt ein großer Vorteil. Da gibt e3 feine Thronjtreitigfeiten und inneren DBürger- friege. Das Erbfürftentum fann jiet3 mit viel mehr Erfolg feine Wacht be» feftigen und vergrößern. Hat es einmal eine gemilfe Macht erreicht, jo be- hält e8 fie, und es ift für die anderen fchwer, fie ihm zu entreißen. Sm alten Deutjchen Reiche war es anders. Das ward 11 ein Wahlreid. Dan wählte nicht innmer den mächtigjten und füchtigjten Fürften, fondern oft einen unbedeutenden. Oft iam es zmwifchen den Warteien und Thronbemwerbern zum Bürgerfriege. Das fchmwädte das Neid. Dazu bedungen fich die Wahl» fürften mit der Zeit bei der Wahl neue Sonderrechte aus. Go blieb dem dem deutfhen Kaifer immer meniger Nedht. Schließlich hatte er fajt gar nicht3 mehr zu fagen und zu befehlen. In Sranfreich wurden die ehemaligen Randezfürften inımer gerinaer an Zahl und immer geringer an Bedeutung; in Deutfchland aber mar es umgekehrt; da vermehrte fich ihre Zahl durch Erbteilungen ufm., und fie erwarben auch immer mehr Madjt und Anfehen und immer neue Rechte. Ir SSranfreich nahnı die Macht des Königtums zu, in Seutfchland aber nahm die Macht des Katjertums ab. Ge mehr das franzöfifche Köntgtum an Mad gewann, Ddejto einiger ward ranfreid; je mehr das deutsche Kailertum an Macht verlor, defto mehr zerfplitterte das Deutiche Neid) in einzelne fleinere und größere Staaten. Noch fommen noch andere Umjtände in Betradt. Franfreidy mar atı- fang3 ziemlich Hein. ranzien umfaßte nur das Land von der mittleren und unteren Seine. Ein joldh Heines Gebiet forte um 900 bi3 1000 redjt qut bon einem einzigen Herrjcher einheitlich beherrfcht und regiert werden. Die Verfehrsmege und Berfehrsmittel waren damal3 nod) recht unvollfommen. Dazu bezahlte man die allermeiften Steuern noh in Waren und GSadıen, in Getreide, Vieh, Eiern und andern Gebrauchsgegenjtänden oder in Arbeiten (Fronen). Das machte in feinen Ländern weniger Bejchwerden al in großen. Der mäßige Umfang Frankreich war damals ein Vorteil und be- förderte die Einheit. Das Deutfche Reid) war aber gleid) von Anfang viel größer. Diefe Größe mar damal3 nicht ein Vorteil, fondern ein Nachteil; denn die Verkehrswege und Berfehrsmittel waren nod) viel zu unentmwidelt. E53 dauerte viel zu lange, ehe eine Nachricht vom Bodenfee bis an die Oft- jee gelangte ufiv. Die frangöfifhen Herrfcher Haben ganz allmählich ihr Land vergrößert. Sie griffen in Anfange nicht zu weit aus. Sn Deutfchland aber wollten die Staifer gleich cin gewaltiges Reich gründen. Gie zogen oft nach Stalien, nad) Ungarn, ja felbit nach Paläftina. Sie führten daher viele unglüdliche Kriege. Dadurch [hmädhten fie da3 Reich und das Kaifertum. Sie hätten aud) Iang- fam vorwärts gehen follen. Die franzöfiichen Herriher&mohnten jchon feit langer Zeit in Paris als ihrer Yauptitadt. Paris ward fomit der Sig der Hauptregierung. Won hier aus erhielt das ganze Land feine Gefege und Einrichtungen. Die Rarifer Sprahe mard auch die Landezipradhe, die gemeinfame Schriftfprache und Verfehröfprahe in ganz Sranktreih. Wer als gebildet und vornehm gelten wollte, der jprady und fchrieb fo mie die Parifer. Die Gefete wurden aud) :0*

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