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Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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Bibliographic data

Object: Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1908
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1908.
Volume count:
42
Publisher:
Reichsdruckerei
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1908
DDC Group:
340
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr 36.
Volume count:
36
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Contents

Table of contents

  • Deutsches Wörterbuch.
  • Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

Full text

459 
i. B. 1, 122. — schonungsvoll, voll Schonung: scho- 
nungsvolle bedachtsamkeit Ranke Päpsie 2, 118, ein- 
sicht Werke 1, 198. 
Schooß, s. schosz. 
Schopf, m. 1) Haupthaar und mit Haaren bedecktes 
Haupt, mhd. schopf, verwandt zu goth. kuft, altnord. 
skopt Haupthaar; cesaries schopt Dief.; ergreif in 
beim sebopt Judith 13, 8; ich seb ihn Dnoch, auf seinem 
schopf das küppchen Pichler neue Markst. 50; den 
schopf gekrönt mit falscher flechten masse Heyse 1, 261; 
als schopf haarc: ein schupf haare, manipulus criniun, 
eirrus Stieler; Ernestine- . hat einen ganzen schopf 
haare Moltke 6, 129; in festen bildlichen Formeln; 
bei Entsetzen: es faszt mich kalt beim schopfe Goethe 
Faust 1; bei Ergreifen von flüchtig Dargebotenem: wenn 
frau Forluna jetzt vorüber flattert, so packen Sie die 
here schnell beim schopf Kotzebue Pagenstr. 4, 12; 
gelegenheit beim schopfe fassen (Benedix zärtl. Verw. 
3, 9), nehmen (Keller Werke 6, 305); auch vom rauhen 
Geschick: dasz mich ja das schicksal förmlich am schopf 
gepackt und hineingeschleudert habe in dicse leiden 
Heyse 6, 178; — übertragen auf die Mähne des Pferdes 
und des Löwen, schon mhd. Lexer; auf den Federbusch 
auf dem Kopfe gewisser Vögel; im Forstwesen — Gipfel 
der Bäume, botanisch = emporragende Blätterbüschel 
an Pflanzen; im Hüttenwesen unreine Enden der Eisen- 
stäbe, die abgehauen und umgeschmolzen werden, u. a. 
2) anderes schopf, ossene Hütte mit Schutzdach, ober- 
deutsche Form zu schuppen (s. d.), mhd. schopfe und 
schopt, ahd. scopf, vestibufum, inkrorfs: zu howende 
.. zu cime schoppfe drige böme (als Bauholz) Weist. 
1, 825. 
Schöpfe, s. Ort wo Wasser geschöpft wird; auch 
Schöpsgefäß. — schöpfen, bervorbringen, entnehmen; 
schwaches Verbum, das sich aber erst im Mbd. als 
schepfen. Prät. schepfete, schepfte, schapfte, aus dem 
starfformigen ahd. scephan, seephen, scepfen. seeflen 
ausgesondert hat; das letztere war, neben seiner all- 
gemeinen Bed. schaffen, ins Werk fetzen, einrichten, in 
alter technischer Spr. auf die Anlegung künstlicher 
Brunnen und Entnahme des Wassers darans bezogen 
worden: quam thõ wib fon Samariv (zum Brunnen) 
scctlen wazzar Tat. 97, 7; thie thür scuolun dag wazzar 
15, 7; und erweiterte später von hier aus seinen Be- 
griff mannigfach, indem es zugleich aus dem engen Zu- 
sammenhange mit der alten allgemeinen Bed. durch 
veränderte Form beraustrat, wicwohl selbst noch im 
späteren Mhd. vereinzelt auch starle Form sich hält: 
schuof ez (das Becken) vol des brunnen Iwein 2531; 
der daz wazzer senos Germ. 3, 112. Heutiges allge- 
meines schöpfen seit 14. Ih. im Oberdeutschen auf- 
tanchend: sach er einen menschen wasser schöpfen in 
eime sode Germ. ebd.; schöpfet ez dagz wazzger mit der 
zungen Megenberg 14, 15. Bed. 1) auf Grund des 
ällesten Sinnes „in Tiefbrunnen Wasser führen und 
daraus entnehmen (schöpfen. wasser aufzichen Maaler) 
von Entnahme des Wassers überhaupt: ans einem 
brunnen, flusse. sec. nus einer pfutze, schale, mit der 
hand, kanne. wasser schöpfen; scherbe darin man 
wasser schepfe aus einem brun Jef. 30, 11; am brunn- 
lein sehöpfte sie wasser in einem krystallbecher Platen 
kofensohn 2; es gibt gefrorn ding, was man aus bronnen 
schöpft Garg. 36; frischen trunk sieh dort (an der 
Quelle) zu schöplen Schessel Tromv. 155; wasser in 
cin gefüsz, glas schöpfen; begrifftanschend das glas voll 
schöplen; schöpf die goldene urne voll Hölty 115; 
mit Gen.: schepften des wassers aus dem brunn 2. Sam. 
23, 16; obne Obj.: lief aber zum brun zu schepien, 
und schepfete allen seinen kamelen 1. Mos. 21, 20; zu 
schüpfen sie sich bucket Ubland 228; übertragen auf 
die Entnahme anderer Getränte: der öl oder anders in 
die gschirr schöpfet Maaler; dasz ich cinen guten 
schonungsvoll — schöpsen. 
160 
trunk mög schöpfen Garg. 35; frisch, ihr mädchen, 
und schöpft in den etrurischen krug (den Wein) 
Schiller Hercul. u. Pomp. 36; milch aus dem eimer, 
suppe aus der schussel in den teller schöpfen; begriss- 
tauschend: lasz mieb vom fasz dir den becher schöpten 
Geibel 5, 26; auch von Körnerfrüchten: (er ritt) auf 
den groszen haferhaufen zu, . Schöpfte das gel.sz 
ubervoll Goethe DuW. 5 sprichwörtlich aus dem vollen 
schöpfen; dasz ich hier recht muhelos und froh aus 
dem vollen geschöpft habe Freytag Erinn. 292; — 
in weiterem Sinne: schiff. kahn, schuh schöpft wasser, 
läßt Wasser ein-oder durchdringen, sonne schöpft (zieht) 
wasser Adelung; bei Jägern talke schöpft, trinkt, 
auch einen habicht schöplen, tränken oder baden ebd.; 
bei Papiermachern sehöpsen die flüssige Masse mit der 
Bütte auf die Form ausbreiten; arbeiler .. die nur 
geschöpftes papier berstellen konnten Heyse Merlin 
I, 231. 2) schöpfen, bezogen auf Handlungen, die dem 
schöpfen verglichen werden; in der Rechtsspr. des Mhd. 
(Renner 8411) urteit schöpfen; (die Bauern) muessen 
urtail schepfen Aventin 1, 42, vgl. dazu das gebliebene 
schöffe; früher auch: schöpften inen neue nämen 1, 959; 
das jedermann sein geburtsregister . aus dem schiff 
Noe schöpfen könte Garg. 41; gern vom Atmen: den 
atem aus freier lust senöpfen Möser Phant. 2, 85; 
luft schöpfen; auch etwas lust schöpfen — spazieren 
ins Freie Benedir Störenfr. 3, 8; reine (Heyfe 
9, 315), freie (CFMeyer Nov. 1, 332); wiecker lult 
schöpfen können, von Drückendem befreit sein; schöple 
wicder etwas lust. das unthier wär weggeschafft 
Grabbe 2, 116; unsinnmlich: suezer tröst unde lust, 
den si schepfete az dem ewigen worte Myst. 2, 47; 
ans dicser reinen quelle schöpft sio ihre lehren und 
muster Schiller 3, 516; kenntnisse (3, 199), argwohn 
(EKönig an Lessing 1770), verdacht (Grabbe 1, 280), 
hoffnung von einem umstand (Schiller 1, s1), neuen 
muth (Ranke 1, 2841), zuversicht (Häufser d. Gesch. 
3, 50), erfahrung Moltke 2, 33), berechtigung ([Bis- 
marck Red. 5, 102) schöpfen; ich habe vergeblieb. 
nach einer analogie einer solchen bestimmung gesucht 
— ich habe sie nicht schöpfen können 2, 258; ich 
schöpfe auch da mein urtheil ans dem leben 16, 59. 
In Baiern schöpfen von Pflanzen, Fruchtknoten an- 
setzen Schmeller; der hopfen schöpft, blüht Ade- 
lung. — In Zusammensetzungen: Schopfbrunnen, m. 
Brunnen aus dem das Wasser geschöpft wird, Gegen- 
satz zum lausenden Brunnen. — Schöpseimer, m, 
-lelle, f.. -öffel, m. Eimer, Kelle, Lössel zum Schöpsen. 
Schöpfer, m. der da schöpft: schöpfer, der öl oder 
anders in die gschirr schöptct. capulator Maaler; 
in Salzwerken und Papiermühlen Arbeiter der Sole 
oder Papiermasse schöpft; — gewöhnlich Fortsetzung 
des ahd. scepfüri, mhd. schepf#re nach der alten all- 
gemeinen Bed. des ahd. scepfan (vgl. unter schöpfen 
im Eingang), auf Gott als Ordner und Einrichter der 
Welt bezogen (vgl. dazu auch schaffer): der schepfer 
aller dinge Sir. 1, 8; des licchtes schöpfer Wacker- 
nagel Kirchenl. 5, 1099; ich pries meinen schöpfer, 
dasz ich . noch unehelich war Gandv Erz. 51; von 
Menschen, die etwas aus cigener Krast hervorbringen: 
er ist der schöpfer dieser einrichtung; der schopfer 
seines glucks; ich musz unier dem volke noch der 
schöpfer des guten geschmacks werden Goethe 
Clavigo 1; — schöpfer serner — Schörpfgerät, bei 
Uhrmachern aushebendes Nad im Schlagwerle; Be- 
zeichnung einer Schneckenart, murcæ haustellm. — 
Schöpferin, k. weiblicher Schöpfer, schafsendes Weib; 
echöpferinn von der Natur Hagedorn Fab. 2, 17; 
jammer und reue . ewige schöpferinnen curcs gistes 
Schiller Räub. 2, 1; (die Königin) der heldentugend 
schöpferin Karl. J, 21. — schöpserisch, einem Schöpfer 
zugehörend oder gemäß: der schöpferische geist Hage- 
Schöpfbrunnen — schöpferisch.
	        

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