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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
rgbl
Titel:
Reichs-Gesetzblatt.
Erscheinungsort:
Berlin
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1871
1918
DDC-Sachgruppe:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
rgbl_1915
Titel:
Reichs-Gesetzblatt. 1915.
Bandzählung:
49
Herausgeber:
Reichsdruckerei
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
deutschesreich
Erscheinungsjahr:
1915
DDC-Sachgruppe:
340
Copyright:
Ewiger Bund
Sprache:
Deutsch

law_gazette

Titel:
Stück Nr. 32
Bandzählung:
32
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
law_gazette

law

Titel:
(Nr. 4669) Bekanntmachung über die zwangsweise Verwaltung russischer Unternehmungen.
Bandzählung:
4669
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
law

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Volltext

146 
verteidigen, was wir in friedlicher Arbeit geschaffen 
haben. Nach dem Beispiel unserer Väter fest und 
etreu, ernst und ritterlich, demütig vor Gott und 
mpfesfroh vor dem Feind, so vertrauen wir der 
ewigen Allmacht, die unsere Abwehr stärken und zu 
gutem Ende lenken wolle! 
Auf Sie, geehrte Herren, blickt heute, um seine 
Fürsten und Führer geschart, das ganze deutsche 
Volk. Fassen Sie Ihre Entschlüsse einmütig und 
schnell — das ist Mein inniger Wunsch. 
Der Kaiser fügte hinzu: 
„. Sie haben gelesen, meine Herren, was Ich an 
Mein Volk vom Balkon des Schlosses aus gesagt 
habe. Hier wiederhole Ich: Ich kenne keine Pas. 
teien mehr, Ich kenne nur Deutsche. Zum 
eichen dessen, daß Sie fest entschlossen sind, ohne 
rteiunterschiede, ohne Stammesunterschiede, ohne 
Konfessionsunterschiede durchzuhalten mit Mir durch 
dick und dünn, durch Not und Tod, fordere Ich die 
Vorstände der Parteien auf, vorzutreten und Mir 
das in die Hand zu geloben.- 
Die Parteiführer kamen dieser Aufforderung nach unter 
stttrmischem, andauerndem Bravo. Darauf trat der Reichs- 
kanzler vor und erklärte den Reichstag für eröffnet. 
Die Rede des Reichskanzlers v. Bethmann 
Hollweg hatte solgenden Wortlaut: 
Ein gewaltiges Schicksal bricht über Europa herein. 
Seit wir uns das Deutsche Reich und Ansehen in der 
Welt erkämpften, haben wir 44 Jahre lang in Frie- 
den gelett und den Frieden Europas geschirmt. In 
friedlicher Arbeit sind wir stark und mächtig geworden 
und darum beneidet. Mit zäher Geduld haben wir es 
ertragen, wie unter dem Vorwande, daß Deutschland 
kriegslüstern sei, in Ost und West Feindschaften ge- 
nährt und Fesseln gegen uns geschmiedet wurden. 
Der Wind, der da gesät wurde, geht jetzt als Sturm 
auf. Wir wollten in friedlicher Arbeit weiterleben. 
und wie ein unausgesprochenes Gelübde ging es vom 
Kaiser bis zum jüngsten Soldaten: = Nur zur Ver- 
teidigung einer gerechten Sache soll unser Schwert 
aus der Scheide Aeiegen.= Der Tag, da wir es ziehen 
müssen. ist erschienen — gegen unseren Willen, gegen 
unser redliches Bemühen. Rußland hat die 
Brandfackel an das Haus gelegt. Wir stehen 
in einem erzwungenen Kriege mit Rußland und 
Frankreich. 
Meine Herren! Eine Reihe von Schriftstücken, zu- 
sammengestellt in dem Drange der sich überstürzenden 
Ereignisse, ist Ihnen zugegangen. Lassen Sie mich 
die Tatsachen herausheben, die unsere Haltung kenn- 
zeichnen. 
Vom ersten Augenblick des österreichisch-serbi- 
schen Konflikts an erklären und wirken wir dahin, 
daß dieser Handel auf Österreich-Ungarn und Serbien 
beschränkt bleiben müsse. Alle Kabinette, insonderheit 
auch England, vertreten denselben Standpunkt. Nur 
Rußland erklärt, daß es bei der Austragung dieses 
Konflikts mitreden müsse. Damit erhebt die Ge- 
fahr europäischer Verwicklung ihr drohen- 
des Haupt. Sobald die ersten bestimmten Nachrich- 
ten über militärische Rüstungen in Rußland vorliegen, 
lassen wir in Petersburg freundschaftlich, aber nach- 
drücklich erklären, daß kriegerische Maßnahmen gegen 
Osterreich uns an der Seite unseres Bundesgenossen 
finden würden und daß militärische Vorbereitungen 
gegen uns selbst uns zu Gegenmaßregeln zwingen 
I. Politik und Geschichte 
würden, Mobilmachung aber sei nahe dem Kriege. 
Rußland beteuert uns in feierlicher Weise seinen Frie- 
denswunsch, und daß es keine militärischen Vorberei- 
tungen gecen uns treffe. Inzwischen sucht England 
zwischen ien und Petersburg zu vermitteln, wobei 
es von uns warm unterstützt wird. Am 28. Juli bittet 
der Kaiser telegraphisch den Zaren, er möge bedenken, 
daß Österreich-Ungarn das Recht und die Pflicht habe, 
sich gegen die großserbischen Umtriebe zu wehren, die 
seine Existenz zu unterwühlen drohten. Der Kaiser 
weist den Zaren auf die solidarischen monarchischen 
Interessen gegenliber der Freveltat von Sarajevo hin. 
Er bittet ihn, ihn persönlich zu unterstützen, um den 
Gegensatz zwischen Wien und Petersburg zu beseiti. 
gen. Ungefähr zu derselben Stunde und vor Emp- 
fang dieses Telegramms bittet der Zar seimerseis 
den Kaiser um seine Hilfe, er möge doch in Wien zur 
Mäßigung raten. Der Kaiser Übernimmt die Ve- 
mittlerrolle. Aber kaum ist die von ihm angeordnete 
Aktion im Gange, so mobilisiert Rußland alle seine 
gegen Usterreich-Ungarn gerichteten Streitkräfte. 
Österreich-Ungarn selbst aber hatte nur seine Armee- 
lorps, die unmittelbar gegen Serbien gerichtet find, 
mobilisiert. Gegen Norden zu nur zwei Armeekorp- 
und fern von der russischen Grenze. Die russische 
Mobilisierung war grundsäßtlich schon be- 
schlossen, bevor sich der Zar an den Kaiser wandte. 
Der Kaiser weist sofort den Zaren darauf hin, daß 
durch diese Mobilmachung der russischen Streitkräfte 
gegen Osterreich die Vermittlerrolle, die er auf Bitten 
des Zaren übernommen hatte, erschwert, wenn nicht 
unmöglich gemacht würde. Trotzdem setzen wir in 
Wien unsere Vermittlungsaktion fort, und zwar in 
Formen, welche bis in das Außerste dessen gehen. 
was mit unserem Bundesverhältnis noch verträglich 
war. Während der Zeit erneuert Rußland spontan 
seine Versicherungen, daß es gegen uns keine mili- 
tärischen Vorbereitungen treffe. 
Es kommt der 31. Juli. In Wien soll die Ent- 
scheidung fallen. Wir haben es bereits durch unsere 
Vorstellungen erreicht, daß Wien in dem eine Lel. 
lang nicht mehr im Gange befindlichen direkten Ver- 
kehr die Aussprache mit Petersburg wieder aufgenom- 
men hat. Aber noch bevor die letzte Entscheidung im 
Wien fällt, kommt die Nachricht, daß Rußland seine ge- 
samte Wehrmacht, also auch gegen uns, mobil gemacht 
hat. Die russische Regierung, die aus unseren wieder- 
holten Borstellungen wußte, was Mobilmachung an 
unserer Grenze bedeutet, notifiziert uns diese Mobil- 
machung nicht, gibt uns zu ihr auch keinerlei erllä- 
renden Aufschluß. Erst am Nachmittag des 31. trifft 
ein Telegramm des Zaren beim Kaiser ein, in dem er 
sich dafür verbürgt, daß seine Armee keine provokato- 
rische Haltung gegen uns einnehmen werde. Aber die 
russische Mobilmachung an unserer Grenze ist schon 
seit der Nacht vom 30. zum B1. Juli in vollem Gange. 
Während wir auf russisches Bitten in Wien vermitteln. 
erhebt sich die russische Wehrmacht an unserer langen. 
fer ganz offenen Grenze, und Frankreich mobilisiert 
zwar noch nicht, aber trifft doch, wie es zugibt, mill- 
tärische Vorbereitungen. 
Und wir? Wir hatten absichtlich bis dahin keinen 
Reservemann einberufen, dem europäischen Frieden 
zuliebe! Sollten wir jetzt weiter geduldig warten, dus 
etwa die Mächte, zwischen denen wir eingekeilt sind, 
den Zeitpunkt zum Losschlagen wählten? ebhalts Zs— 
rufe: Rein! Nein! — Stürunscher Beifal) Dieser Gefahr 
Deutschland auszusetzen, wäre ein Ber-
	        

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