Metadata : Die Gefahren des Geburtenrückganges.

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erwacht.  Der  Mensch  fand,  daß  der  Geschlechtsakt  von
der  Begattung  sich  trennen  ließ,  daß  er  den  Genuß
haben  konnte,  ohne  die  Folgen  mit  in  Kauf  zu  nehmen.
Was  ist  da  leichter,  sagte  er  sich,  als  daß  er  sich  den
Genuß  leistete,  die  Folgen  aber  ablehnte?  OZ

Die  Kinder  waren  ehedem  die  schönste  Gottesgabe,
jetzt  fingen  sie  an,  teilweise  als  unangenehme  Zugabe
zur  Ehe  zu  gelten.  Das  Sprichwort:  je  mehr  Kinder,
je  mehr  Segen,  kam  ab,  und  die  Eltern,  die  mit  eines
großen  Schar  Kinder  spazieren  gingen,  brauchten  für
den  schändlichen  Spott  nicht  zu  sorgen.

Die  Gattin  will  nicht  sofort  Kinder  haben  in  der
Ehe,  sie  will  erst  ihr  Leben  genießen  —  das  wurde  der
morderne  Standpunkt.  Später  will  sie  ihre  Taille  nicht
verlieren,  angeblich  nicht  zu  schnell  alt  werden.  Die
Schwangerschaft  macht  Beschwerden,  zwingt  sie  ebenso
wie  der  Säugling,  sich  eine  Zeitlang  von  der  Gesellschaft
  zurückzuziehen.  Kinder  kosten  Geld,  machen
Sorge.  ·  -

Diese  veränderte  Stellung  zur,  Geburt  von  Kindern
wird  namentlich  durch  zwei  Erscheinungen  begünstigt.
Erstens  durch  das  Schwächerwerden  religiöser  Einflüsse.
Der  Standpunkt  der  Bibel  lautet:  Seid  fruchtbar  und
mehret  euch!  Das  ganze  Alte  Testament  hält  reichen
Kindersegen  für  das  höchste  Glück  auf  Erden.  Daher
haben  auch  die  Juden  bis  in  die  neueste  Zeit  hinein  in
der  Regel  viele  Kinder  und  ein  glückliches  Famllien—
leben  als  höchsten  Schatz  betrachtet.  Wo  aber  die  Aufklärung
  in  das  Judentum  eingedrungen  ist,  hat  sofort
die  Kinderzahl  nachgelassen.  Und  die  Juden  sind  in
solchen  Fällen  dem  Aussterben  fast  nahe.

Wie  stark  das  religiöse  Moment  die  Geburterzahl
beeinflußt,  sieht  man  auch  daran,  daß  die  Katholiken,
bei  denen  das  göttliche  Gebot  und  die  religiöse  Sitte
fester  sitzt  und  durch  den  Beichtstuhl  lebendig  erhalten
wird,  eine  stärkere  Vermehrung  haben  als  die  Prote-