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Todessall. Aus Kirchbichl in Tirol
kommt die Nachricht, daß dort am 9. März
Herr Privatier Josef Hamberger gestorben ist.
war der Bruder des verstorbenen Herrn
Fabrikanten Hamberger in Rosenheim und hat
ein Alter von 84 Jahren erreicht. Die Beerdigung
fand heute in Kirchbichl statt.
Saline und Kollerfilze. Zu unserem
Bericht über die berhondunn en, Dientan
im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer
tragen wir 703 der „M.-A. A.“ (Nr.
noch folgende Aeußerungen des Finanzministernach.
„Die Vorsorge des Bedarfes an Torf in
Rasenheim sei besprochen worden. Im Budget
1912 1913 sei eine Position vorgesehen gewesen
zur Ablösung des Pachtrechtes am ärarialischen
Torfsiich mit Maschine und Arbeiterhäusern
von Niggl. In einer Besprechung mit
Bergmeister Kreß wurde diese Ablösung als
nicht günstig bezeichnet. Der Bergmeister nahm
Bezug auf eine Reise nach Oldenburg und da
habe er sich überzeugt, daß der Ankauf der
Kollerfilze nicht mehr zu empfehlen sei. Auf
Grund dessen wurden Versuche mit anderen
Baggern gemacht, welche 15.000 Mark kosteten,
der Rest von 135 000 Mark von der bewilligten
Summe sei noch vorhanden. Dann
habe man aus der Presse erfahren, daß derselbe
Herr Bergmeister eine Gesellschaft gegründet
und mit ihr die Kollerfilze gelauft habe. Die
Generaldirektion habe nicht gesäumt, den Herrn
zur Rechenschaft zu ziehen. Er war aber sehr
verwundert, daß man sein Vorgehen nicht in
Ordnung finde. Er sei aufgefordert worden,
um Genehmigung nachzusuchen; diese wurde verweigert
und ihm Auftrag gegeben, aus der Gesellschaft
auszutreten. Hierfür wurde Aufschubgewäyrt
und Disziplinarstrafe ausgesprochen. Um
2. Januar zeigte Kreß an, daß er ausgetreten
sei.“ Die „M.-A. A.“ berichtet ferner: „Generaldirektor
Klaiber gibt noch Aufschlüsse zum
Falle Kreß und nach endloser Debatte entschließt
man sich, die Oefsfentlichkeit hierüber
nicht auszuscholten.“
Aus dem Vereinsleben. Zur zehnjährigen
Gründungsfeier ladet die Leibervereinigung
Rosenheim die Ehrenmitglieder und Mitglieder,
sowie die Ehrenjungfrauen, we am
Feste der Fahnenweihe reilgenommen haben,
auf Sonntag den 15. März, nachmittags 123
Uhr, ins Schützenhaus am Kipferling ein. Für
die verstorbenen Kameraden werden am Sonntag
früh 7 Uhr drei hl. Messen in der Stadtpfarrkirche
gelesen. —. Die Artillerievereinigung
unternimmt am nächsten Sonntag einen
Ausflug nach Mibling in die Sebastiansbrauerei.
Die Abfahrt erfolgt um 1.14 Uhr nachmittags.
Besibzwechsel. Das schöne Oekonomie-Gütl
in Tußling, welches seit kurzem im Besitze
des Herrn Jos. Holzer von Karolinenfeld
war, wurde heute an Herrn Ludw. Wimmer
aus München abermals durch das Immobilien=Geschäft
Altmannsberger verkauft. Verbriefung
hat bereits slaktgefunden.
Die Bahnhofdieöstähle. Die Diebstähle,
welche sich der Stationsgehilfe Fr. Tav.
Hiebl im Transitverkehr in Rosenheim hat zu
Schuloen kommen lassen, beschäftigen noch immer
lebhaft die Polizei. Vor allem gilt es, die
Eigentümer des überaus zahlreichen Gutes zu
sinden, welches bei Hiebl gefunden wurde. In
dieser Richtung siellen auch die auewärtigen Polireiverwaltungen
Nachsorschungen an. Auf den
gleichen Fall beziehen sich die Mitteilungen,
welche aus dem Lanoshuter „Kurier für Niederbayern“
gesiern in den „Nosenheimer Anzeiger“
übergegangen sind. Nur war das Landshuter
Blatt nicht richtig informiert, als es
einen Bahnpackmeister in Rosenheim mit in den
Verdacht des Diebstahls brachte. Tatsächlich
hat ein Bahnpackmeister Merselbsl nichts damit
zu tun; es handelt sich lediglich um den Fall
Hiebl. Wie groß sein Lager an gestohlenem
Gute war, geht allein schon daraus hervor,
daß über 40 Versatzzettel vorgesunden wurden,
nach denen er wertvolle Sachen in der flädtischen
Leihanstalt versetzt hatte. Jedenfalls wird
die Untersuchung noch längere Zeit in Anspruch
nehmen.
Von einem großen Diebstahl, der
schon in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar
ausgeführt wurde, erhält man jetzt erst Kenntnis
durch ein Plalat, auf welchem eine Belohnung
für die Entdeckung des Täters auegesetzt
ist. Der Einbruch wurde im Grenzschlachthof
ausgeführt zum Schaden der Oberbayerischen
Ueberlandzentrale. Das Plakat lautet: „In
der Nacht vom 27. auf 26. Februar wurden
aus der verschlossenen, eingemauerten Kasse im
Erenzschlachthof mit einem Nachschlüssek 1990
Mark entwendet. Der Betrag bestand hauptsächlich
in Hundertmarlscheinen. Für die Wiedererlangung
des Geldes und für die Vanhaft.
machung des Täters werden hiemit 300 Mark
als Belohnung ausgesetzt. Oberbayerische Ueberlandzentrale
A.G. München, Betriebskeitung
NRosenheim. Der Kassier, der um vorgenannte
Summe geschädigt kst, setzt für seine Person eine
Belohnung von hundert Mark aus.“
„ —.
Nisii und Theclet.
Das Gastspiel der „Künstlerischen
Volksbühne“ vom Südbayerist Volksbildungeverband,
das uns am unt abend
g an W ae
den „Damenkrieg“ von Scribe bringen wird,
kann unserem Rosenheimer Publikum sehr empfohlen
werden. Dieses Lustspiel schöpft freilich
nicht so nef aus dem Quell menschlicher Le#e#n
schaften wie unsere großen llassischen Dramen,
aber dafür führt es uns in anmutigster elegantester
Form zurück in das Frankreich der Restauration.
Damals als der Bonapartismus
zum zweiten Male gestürzt worden war, lebten
die wiedergekehrten Bourbonen in steter Sorge,
es könnte in der leicht entflammbaren „Grande
nation“ das Andenken an die große Zeit des
Schlachtenruhmes doch da oder dort wieder aufleben.
Die wiedeigekehrten Bourbonenkönige
mußten sich ja sowieso auf eine Beamtenschaft
sintzen, die zum qroßen Teil auch im Empire
des Schlachtenkaisers Dienste getan. Wer nun
von diesen Beamten sich ein „rotes Röckchen“
erarbeiten wollte, der mußte natürlich sich besonders
eifrig erweisen in der Aufspürung und
Bestrafung all der erschröcklichen Bonapartisten.
ein Wunder, daß aus solch eilrigem Tun sich
die aufregendsien Situationen ergaben, Situationen,
die aber auch der tollsten Komik nicht
entbehrten. In diese Welt der eleganten Kniffe
und Finten, in diese Zeit der geglückten und
vereitelten Fluchtversuche führt uns der „Damenkrieg“.
Jwei junge adelige Damen wissen durch
ihre natürliche Waffe: die überlegene List, dem
jungen Herrn v. Flavigneul zur Flucht zu verbellen,
trotz aller Finten des eifrigen Präfekten
Montrichard. Das glänzende Spiel der „Volksbühne“,
vor allem das hinreißende Temverament
Fräulein Altherrs vom K. Hoftheater entfesselle
erst kürzlich in Traunstein durch diesen
„Damenkrieg“ wahre Beifallsstürme. as
Publikum wurde zu solchen Heiterkestsausbrichen
hingerissen, daß die Schauspieler manchesmal
eine halbe Minute mit ihrem Spiel aussetzen
mußten.
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Das Erstlingswerk des Arbeiterdichters
Lintner. Am letzten Sonntag gelangte
in Kusstein im Egger-Saaltheater das
Erstlingewerk des Arbeiterdichters Ludwig Lintner
„Treu bis in den Tod“ durch die Mitglieder
des Kiefersfeldener Saaltheaters zur
Aufführung. Ludwig Lintner ist am 20. März
1872 geboren. Früh verlor er seine Mutter und
als er arbeitsfähig war, trat er in die Marmorindustrie
ein, der er mit geringen Unterbrechungen
treu blieb. Seinen Vater hat er
nie gelannt, aber er fand, zum Manne herangereist,
einen anderen Vater und Lehrer, dem er
heute noch und immer Treue. Dank und Verehrung
widmet: es war der verstorbene Pfarrer
Gierl von Kiefersfelden, der auch den Dichter
in Lintner entdeckte und ihm durch leihweise
Ueberlassung seiner Bibliothek, durch weisen Rat,
durch Korreltur seiner Jugendverse in überaus
wertvoller Weise an die Hand ging. Von großer
Bedeutung für ihn war auch die Förderung,
die ihm der Literaturhistoriker Professor Dr.
S. M. Prem zuteil werden ließ. Sein erstes
Versebüchlein „Wildrosen“ ging mit cinem Geleitwont
Prems in die Welt, bald nannte er auch
den berühmten Martin Greif seinen Förderer
und heute ist es ein großer Kreis von bedeutenden
Männern der Literatur, mit denen
er in regem freundschaftlichem Verkehre steht.
Nun geht auch bald sein zweiles Gedichtbüchlein
„Hochlandblüten“, das bei Lippott gedruckt
wird, heraus und gleichsam als Ouvertüre
dam ehrten ihn seine Kiefersfeldner, denen
sich auch der alte Freund und Landemann
Spylvester Greiderer, als Vertoner seiner Liedet
zugesellt, durch die Aufführung seines erslen
dramatischen Probewerles. Ueber die Kufsteiner
Aufführung schreibt der „Tiroler Grenz:=bote“
as vieraltige Volksstück, das bereits
u Rsefetsselden über die Bretiter ging, schildett
die tragische Geschichte zmeier Liebenden,
deren Verbindung sich von Seite des Naters
des Mädchens allerlei Hindernisse in den Weg
siellen und die dann gemeinsam den Tod finden,
noch bevor sie die Einwilligung des versoöhnten
Vaters zusammenführt. Die Nachsucht eines
eifersüchtigen Nebenbuhlers, die alte Liebe eines
Försters der schließlich die ihm zuvor verhabte
Mutter seines Schwiegersohnes in seinen
allen Tagen zum Altar führt, und die unentbehrliche
Romantik des Jäger= und Wildichützenlebens
bllden die übrige Ausstattung des
Werles, dessen Handlung sich im Rahmen der
Tiroler Freiheitskämpfe von anno Neun bewegt.
An dramatischen Auftritten ist also kein
Mangel; viel eher ein Ueberfluß, der die
Zuschauer nicht zur Ruhe kommen läßt und infolge
der eingeschobenen Zwischenalte an die
Besucher erhebliche Anforderungen stellt. Eine
Streichung mancher Auftritte wäre dem Stück
ebenso von Vorteil wie eine Kürze des Dialogs,
der manchmal ermüdend wirlt, wie 3 B. beim
Tode des alten Vaganten, der durch Franz Haidacher
ausgezeichnet demonstriert war. Diese
Mängel erfahren eine mildere Beurteilung.
wenn man die Person des Verfassers berücksichtigt,
der als einfacher Arbeiter hier ein
dramatisches Erstlingswerk schuf, das immerhin
Beachtung verdient. Nur hätte der Kiefersfeldner
Arbeiterdichter seine sonst anerkannte
Lprik nicht mit diesem von Mord und Totschlag
verquickten Bauernsiück verquicken sollen,
dann wären die Helden seines Werkes noch weit
besser kommen. Im allgemeinen hiellen
- die Wigirue des — ers K Telten
elden unter der Direktion von Paul Wolf recht
tapfer und wader; einzelne aus-
uer Anze#g#en
Heselchne markiert, so vor allen der alte Förer
Grünwald (M. Tiefenthaler) und seine
Partnerin, die Jager-Nandl (Anna Angerer).
Deren Sohn Hans (Seb. Lichtinger) gab den
Liebhaber der Försierstochter Resl mit viel
Wärme, wenn auch seine Liebesbeteuerungen
manchmal gar zu sehr theatralisch wirkten. Einfacher
und natürlicher war das ruhige Spiel
der Resl, die Marie Bleier recht sympathisch
darstellte und die besonders nach dem Sololied
lebhaft beklatscht wurde. Daß der Forstgehilfe
Merwald (Ludwig Lettenbichler) unbehaglich
wirkte, war Schuld, daß einem Jäger allzu
poelsche Ergüsse in den Mund gelegt waren,
oie gegenüber seiner Rachelust um so unnatürlicher
erscheinen mußten. Auch er sprach mit
viel zu viel Pathos und Geste. Umso lieber
sah und hörte man den ungekünstelten Postwirt
und Gemeindevorsteher,, den J. Feuersinger vortrefflich
darzustellen verstand. Auch seine Tochter
Urschl (Therese Ellmerer) wurde ihrer Aufgade
gerecht. Lintner hat in die naive Volksseele
der Inntaler geschaut und manch köstliches
Volksgut in seinem Stück mitverwendet,
manch wirkungsvolle patriotische Saite angeschlagen.
Auf einem vollen Haus ruht künstlerischer
Segen, da wirkt alles doppelt und dreifach,
was an Stimmung und Leben von der
Bühne herab kommt. So auch diesmal. Die
Kiefersfeldner spielten unverfälscht, naturwahr
und sanden daher im Ernst und Scherz den
richtigen Weg. Syloester Greiderer hatte zu
den Liedern, die gut und eindrucksvoll gesungen
worden sind, recht ansprechende Melodien
geschassen; biese und die sehr efseltvollen Dekorationen,
die Herr Peter Eggersberger siellte,
triugen das Ihrige zu dem Ersoig der Stückes
bei, der sich auch durch überaus starken Beifall
zeigte. Das Kufsteiner Theaterpublilum, welchem
das Lintnersche Stück etwas allzu farbenreich
und bunt ausgeschmückt erschien, wird aber
dem Arbeiterdichter diesen gewiß anerlennenswerten
Erfolg gerne gönnen, der auf Landbühnen
nur um so stärler und für den Verfasser
nußbringender sein kann.
Aus dem Gerichtssaale.
Beleidigung eines Schuymannee.
Traunstein, 11. März. Der Goldarbeiter
Fritz Berthold jun. aus Rosenheim hat sich, wie
wir seinerzeit schon berichteten, bei einer Turnerfeierlichkeit
im „Deutschen Kaiser“ eine Beleidigung
des Schutzmannes Schauer zuschulden
kommen lassen. Vom Schöffengericht Rosenheim
wurde er dieserhalb z 3 Mk. Geldstrase
verurteilt; der Amtsanwalt hatte 20 Mk. beantragt.
Gegen dieses Urteil wurde Berufung
eingelegt. Die Strafkammerverurteilte heute
den Bellagten zu 20 Mk. Geldstrafe.
Fahrlässige Tötung.
Traunstein, 11. März. Der Taglöhner
Johann Gschwendtner von Schlosiberg fuhr am
4. Dezeniber, fruh 6 Uhr, über den Schloßberg
bei Rosenheim herunter. Unten begegneten ihm
drei Personen. Er gab weder ein Glockenzeichen,
noch hielt er sich auf der rechten Seite.
Die Zimmermannsfrau Schrenzinger aus der
Innstraße in Rosenheim wollte noch auf die
Seite springen, wurde aber von Gschwendtner
überfahren und zu Boden geschleudert. Sie
schlung mit dem Kopfe so heftig auf den Boden
auf, daß sie cinen Schädelbruch davonkrug.
Am gleichen Abend noch starb die Frau. Wegen
sahrlässiger Tötung wurde Gschwenotner
zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt.
Ein betrügerischer Schneider.
Traunstein, 11. März. Der Schneider Johann
Meier aus München betrieb im Jahre
1912 in Prien ein Schneidergeschäft. Im Mai
veranlaßte er den Hausdiener Kraren esier zur
Bestellung von zwei Anzügen; Zahlung follte
im August erfolgen. Bald erschien aber Meier
mit einem Wechsel über 20 Mark bei Kraxenesier
und schwindelte ihm vor, daß der Stoff
für die Anzüge bereits auf der Post lagere;
er könne aber die Nachnahme nicht einlösen.
Meier tassierte den Betrag des Wechsels ein
und als der Verfalltag kam, muhte Krazxenester
den Wechsel auslösen. Von den beiden
Anzügen hat er aber bis heute nichts gesehen.
Ferner erhielt Meier von Spediteur Westernacher
in Stock bei Prien Stoff zu einem Anzug
und 10 Mk. zur Beschaffung der Zubehörteile.
Meier veräußerte den Stoff und behielt
die 10 Mk. für sich. Von einem gewissen Franz
Peter wurden ihm schließlich moch 30 Mk. zur
Uebermittelung an einen Anwalt in Traunstein
in einer Prozeßsache Übergeben. Auch
diesen Betrag behielt Meier für sich. Für
diese Betrügereien wurde er jetzt zu einem Jahr
und zwei Monaten Gefängnis verurteilt und
sofort verhaftet.
Gegen das Schmiergelderunwesen.
Berlin, 11. März. Ein Schmiergelderprozeß
wurde gestern vor einer Berliner Straffamme
verhanoelt. Auf eine von dem Verein gegen
das Bestechungsunwesen in Charlottenburg ausgegangene
Anzeige hatte sich der Buchdruckereibesitzer
David Stern we Vergehens gegen
das Geletz zur Belampsen des unlauteren
Wettbewerbes zu verantworten. Der Angelagte
hatte in mehreren Berliner Zeitungen
Inkerate golgenden Inhostes exjallen:
517t
geslellte haben guten Nebenverdienst durch Nach
weisung von Druckaufträgen (Diskretion). 2
Stern, Buchoruckerei.“ Darouf meldeten sich au
allen Gegenden Deutschlands, kaufmännische An
gestellte. Der Angeklagte zohlte für die au
solchem Wege eriangten Austräge 10 Drozen
Provision. Der Vertreter der Anklage wie
darauf hin, daß durch derartige auf unreelle
Grundlage stehende Angeboie die Korruptio
in den Rreisen der laufmännischen Angestell
ten gefördert werde; nur mit Rücksicht au
die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagte
beantrage er eine Geldstrafe von 300 Mar
und nicht eine Gefängniestrafe. Das Urteil lau
tete auf 50 Mk. Geldstrafe..
Der beleidigte Giftmörder.
Bomburg, 11. März. Der Homburger Tau
nusbote verbreitete seinerzeit die Nachricht, da
der Drogist und Fechtlehrer Karl Hopf sein
Frau vergistet hade. Hopf siellte gegen de
verantworllichen Nedalteur und andere Per
sonen, die diese Beschuldigung aussprachen, Be
leidigungslklage und erreichte auch obsiegend,
Urteile. Der Redalteur des Taunusboten. de
damals zu 150 Mark Geldstrake verurteilt wo#s
den ist, hat nun die Wiederaufnahme des Ver
sahrens betrieben; er wurde jetzt freigesprochen
da die Schwurgerichteverhandlung gegen Ha#
ergeben hat, daß die Nachricht des Blatt
rvichtig war.
Offizier uno Meineid.
Koblenz, 11. März. Das Kriegegericht ver
urteilte den Hauptmann Osen vom Bezirkslom
mando Köln, srüher beim Juf. Reg 68 ir
Koblenz, wegen Meineide zu fünf Monaten Ge
fängnis und Dienstentlassung, den Hauptmam
Lint# vom Fuß-Art.-Neg. Nr. 9 wegen Mein
eids und unerlaubter Entfernung zu fünf Me
naten Getängnis und Diemstentlassung, den Lem
nant Ziegler vom Fuß-Art.-Reg. Nr. 9 w#
gen Veihilse zur unerlaubten Cntfernung des
Lintz zu 14 Tagen Sinbenerrest. Die beider
Hauptleute hatten in einer Ehescheidungsklag
unter Eid unwahre Aussagen gemacht. A#
sich durch spätere Ermittelungen die wahre
Tatsachen ergaben, wurden die beiden in Hoft
genommen. Der Veninant Ziegler hatte der
Hauptmann Lintz von der bevorstehenden Ver,
haftung benachrichtigt, worauf dieser nach Luremburg
fuhr, aber nach zwei Tagen wiede:
zurückkehrte. Während der Verhandlung war
die Oeffentlichkeit wegen Gesährdung misick.
rischer Interessen und Gefährdung der Siltiich
keit ausgeschlossen.
Ein Riesenprozeß.
Zamburg, 11. März. Die Voruntersuchm.
in dem Massenprozeß gegen die Niesenunte
schleise in der Hamburg-Südamerilanisckhen
Damsschiffahrts-Gesellschaft ist nun nach seche
monatiger Dauer nahezu vollendet. Die M
llage richtet sich gegen mehr als 300 Angestell
der Firma. Die Veruntreunungen reichen ear
15 Jahre zurück #ro erreichen nahezu die Hött
ron acht Millionen Mul. Einer der Hauf:
angeklagten, Sibberts, ist trotz seines Antrags
nicht aus der Haft entlassen worden.
Ein neuer Spionageprozeß in Wien
Wien, 11. März. Gestern wurde vor d#-Wiener
Garniconsgericht ein abermaliger Spie
nageprozeß abgeschiossen. Angeklagt war de
Oberleuinant des 4. Husarenregiments Am
Jacob wegen Verbrechens der Spionage #
Kriegszeiten. Er wurde zur Kassation und z
1712 Jahren schweren verschärften Kerkers o#n
urteilt. Jacob wurde bald nach der Verhaftum
der Brüder Jandric verhaftet, nachdem *#
gestellt worden war, daß der frühere russict
Militärattache Zankiewitsch seit längerer Ze
mit ihm in Verbindung gestanden und ihn *
derholt in seiner Wohnung besucht Datle. X
Haussuchung ergab so belastendes Material
daß Jacob sofort verhaftet wurde.
Marktberichte.
Rosenheim, 12. März. Biktualicn'
markt. Auf dem heutigen Markte haber
die Preise nur geringe NAenderungen erfahre
Es koslteten: Eier 13 19 Stück 1 Mk., But:
1 Pfund 7.20 Mk., Schmalz 1.20 Mk., 52
Paar junge Tauben 90 Peg. bis 1 M.
ein altes Huhn 1.50 —2.00 Mk., Aepfel 7 und:
Stück 20 Pig., Orangen 4 und 5 Stück2
Psg., Zitronen 5 Stück 20 Pig., Karviol 1
bis 25 Pfg.
heimer Schramne vom 12. Mär
100 71
Saathaber 8 4.
Wetterbericht
für Freitag den 13. März 1914.
Wesiliche Winde, heiter oder wechselnde B
wölkung, etwas wärmer, keine nennenswert,
iederchlage.