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rüstung, den Helm auf dem Kopfe, den gerollten Mantel über
Schulter und Brust. Ordengeschmückte Mannschaften des deutschen
Heeres und eine auserlesene Schar von Offizieren füllten den Saal.
Ein breiter Weg war für den König freigelassen. Die Uhren von
Versailles verkündeten die Mittagstunde. Da erscholl auf dem
Schloßhofe der Präsentiermarsch der Ehrenwache. Bald darauf trat
der greise Heldenkönig in den Saal. Er stellte sich vor den Altar,
im Halbkreise um ihn herum der Kronprinz, die königlichen Prinzen
und die anwesenden deutschen Fürsten, dann die Vertreter und Abgesandten
der übrigen deutschen Fürsten, die Generale und Minister,
ihnen voran der Bundeskanzler Graf Bismarck.
Als der König eintrat, sang ein aus Soldaten gebildeter
Sängerchor mit Posaunenbegleitung das Lied: „Jauchzet dem Herrn,
alle Welt!“ Dann folgte eine Predigt und darauf der Choral:
„Nun danket alle Gott!“ Nach Beendigung der religiösen Feier
schritt der König auf die Fahnen zu und verlas vor ihnen die Urkunde
über die Annahme der Kaiserwürde. Dann übergab er dem
Kanzler Bismarck die Verkündigung an das deutiche Volk zur Verlesung.
Sie lautet:
n das deutsche Volk!
Wir, Wilhelm,
von Gottes Gnaden König von Preußen, nachdem die deutschen
Fürsten und Freien Städte den einmütigen Ruf an Uns gerichtet
haben, mit Herstellung des Deutschen Reiches die seit mehr denn
sechzig Jahren ruhende deutsche Kaiserwürde zu erneuern und zu
übernehmen, und nachdem in der Verfassung des Deutschen Bundes
die entsprechenden Bestimmungen vorgesehen sind, bekunden hiermit,
daß Wir es als eine Pflicht gegen das gemeinsame Vaterland
betrachtet haben, diesem Rufe der verbündeten deutschen Fürsten und
Städte Folge zu leisten und die deutiche Kaiserwürde anzunehmen.
Demgemäß werden Wir und Unsere Nachfolger an der Krone
Preußens fortan den kaiserlichen Titel in allen Unsern Beziehungen
und Angelegenheiten des Deutschen Reiches führen und hoffen zu
Gott, daß es der deutschen Nation gegeben sein werde, unter dem
Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer jegensreichen
Zukunft entgegenzuführen.
Wir übernehmen die kaiserliche Würde in dem Bewußtsein der
Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reiches und seiner Glieder
zu schützen, den Frieden zu wahren, die Unabhängigkeit Deutschlands,
gestühzt auf die geeinte Kraft seines Volkes, zu verteidigen.
Wir nehmen sie an in der Hoffnung, daß dem deutschen Volke ver-