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als die Gestalt einer feierlichen, heiligen Handlung. Alles
war versammelt, und Niemand wußte, wozu? Keine Ehe-Pakten
waren verabredet, kein Witthum ausgemacht, und
doch sollte nun zum zweiten Male getraut werden. Der
Markgraf erschien in Pantoffeln, in Hosen und Wamms
uneingeuestelt, das Hemd mit Zuͤchten zu den Hosen heraushaͤngend;
auch allein schon daraus, weil er keinen Mantel
anlegte, haͤtte man damals anf eine recht ceremonienwidrige
Traunng geschlossen.*)
Das Band war nun also wohl wieder fester geknüpft;
Maria mochte jetzt wohl unbestreitbarer seine Gemahlin seyn;
der Sohn, der dritthalb Monate nach dieser Trauung geboren
wurde, ?) war ein in der Ehe geborener Sohn. Aber
ob einst des seligen alten Jost von Eicken Tochter für eine
fürstliche Wittwe gehalten werden solle? ob die mit ihr
erzeugten Söhne als alleinige rechtmäßige Erben des välterli,
chen Fürstenthums anzusehen seyn möchten, darüber war noch
eine eigene Erklärung nothwendig, und so weit war selbst
durch jene Tranung für Mutter und Söhne nicht gesorgt)
*) In der mehrmalen gemeldeten Deduktion heißt es, Eduard
habe auch nachher so gelebt, daß man gar nicht hätte schließen
können, er halte Marien für seine Gemahlin. Er habe sich
bald nach dieser Trauungs-Ceremonie eine Weibsperson aus
Böhmen kommen lassen, und dann wieder eine aus Oestreich,
die auch zum Gebrauch seines Bruders Philipp gewesen.
Beiden habe er die Ehe zugesagt, beiden habe er bei Teufelsholen
sich verschrieben. Wenn er dann ihrer überdrüssig gewesen,
so habe er ihnen die Verschreibung mit List und Geld
durch den sogenannten rothen Lackayen wieder abnehmen lassen.
Diese Geschichtchen beweisen nun wohl nicht, was der Deducent
daraus herleiten wollte.
*“) Wilhelm, der Stammvater des Baden-Baden'schen Hauses.
ei) So sagt Eduard in der Urk. vom 15. Mai 1594: weil unsere
Frau geliebte Gemahlin noch zur Zeit nicht allerseits, und wie