894 Fereinigte Staaten von Mordamerika und Kamad#. (Juni 13. 14.)
auf dem Wege zur nationalen Entwicklung. An der Regierungsform Chinas
oder an den Persönlichkeiten, die in seiner Regierung sitzen, hat Ameriss
nur ein freundschaftliches Interesse und wünscht, China von Nunen zu sein.
Amerika drückt die sichere Hoffnung aus, daß die Parteistreitigkeiten und
politischen Zwistigkeiten beiseite geschoben werden, und daß alle Parteier
und Einzelpersonen zusammenarbeiten, um die Regierung wieder aufzurichten
und zu stärken und China seinen Rang unter den Nationen zu sichern,
was unmöglich ist, solange die inneren Streitigkeiten andauern.“
Diese Note wurde nach der Absendung den Ententeregierungen mit:
der Aufforderung zugestellt, sich dem Vorgehen der amerik. Regierung anzuschließen.
Antworten liefen hierauf, soweit sich aus den amerik. Zeitungen
ersehen läßt, nur von Japan und England ein und beide lehnten es strine
ab, sich auf den Boden der Wilsonnote zu stellen. In Japan erregte die
Note großes Aufsehen und gibt der Presse zu scharfen Ausfällen gegen die
Ver. St. Anlaß, da man sie als einen Vorstoß gegen Japans vermeintliche
Rechte in China empfindet. Staatssekretär Lansing erklärte gegenüber
allen mißgünstigen Deutungsversuchen, die amerik. Regierung habe mit
ihrer Note lediglich den Wunsch gehabt, die sich gegenüberstehenden Parteien
in China einander zu nähern.
13. Juni. Ankunft Gen. Pershings in Paris. (S. S. 415.)
13. Juni. (Repräsentantenhaus.) Der Bericht über das
Kriegsbudget von 3281 Mill. Dollar wird angenommen.
Auch der Senat stimmt sofort zu. Am 16. erteilt der Präsident seine
Unterschrift.
13. Juni. (Senat.) Annahme des Spionagegesetzes.
Das Gesetz gibt dem Präsidenten die Befugnis, die Ausfuhr zu
verbieten. Die angedrohten Strafen sind Todesstrafe und lange Gefängnisoder
Zuchthausstrafe. Es sind auch Strafbestimmungen für die Handelsspionage
vorgesehen. Das Gesetz führt die Postzensur und neue Einschränkungen
in der Ausstellung von Pässen ein. Ferner wird der Präsident ermächtigt,
die Kontrolle über die Handelsschiffe aller Staaten auszuüben.
Kein Schiff wird künftigrohne besondere Erlaubnis die Häfen der Ver. St.
verlassen, noch Waren ausführen können. Die augenblicklich in Häfen der
Ver. St. liegenden neutralen Schiffe, die aus Furcht vor deutschen U. Booten
nicht ausfahren, müssen die Schiffahrt sofort wieder aufnehmen oder die
Häfen der Ver. St. verlassen. Das Gesetz wird, nachdem es die Unterschrift
des Präsidenten erhalten hat, sofort in Wirksamkeit gesetzt.
Reuter meldet darüber am 25.: Präsident Wilson hat durch eine
Ausführungsverordnung einen Beschlagnahmerat geschaffen zur Durchführung
der Beschlagnahme von Lebensmitteln und des Spionagegesetzes.
durch das die Ver. St. in den Stand gesetzt werden, zahlreiche Schrine
zur erfolgreichen Fortführung des Krieges zu tun und zu verhindern, daß
Lebensmittel durch Vermittlung der Neutralen nach Deutschland gelangen.
Die ersten Waren, auf die das Gesetz angewandt werden soll, werden
Kohlen und Getreide sein.
14. Juni. Wilson über die „Friedensintrige“ Deutschlands.
In einer großen patriotischen Versammlung in Washington zu Ehren
des amerik. Flaggentages hält Präsident Wilson eine Rede, in der
er zunächst auf die Bedeutung des Tages hinweist, da die Flagge das
Sinnbild der Einheit und der Macht, des Denkens und des Strebens des
amerik. Volkes sei. Nachdem er sodann, ähnlich wie in der Rede vom