Bortrag des Lyrischen. 149
Ich, der Vernünftige, grüße zuerst.
Sei mir willkommen,
Der du mit mir
Gleiche Gefühle
Brüderlich teilend
Dieses Palastes
Schützende Götter
Fürchtend verehrst.
Weil sich die Fürsten gütlich besprechen,
Wollen auch wir jetzt Worte des Friedens
Harmlos wechseln mit ruhigem Blut,
Denn auch das Wort ist, das heilende, gut. —
Krieg oder Frieden, noch liegen die Lose
Dunkel verhüllt in der Zukunft Schoße,
Doch es wird sich, noch eh' wir uns trennen, entscheiden;
Wir sind bereit und gerüstet zu beiden. —
Ja, es ist etwas Großes, ich muß es verehren,
Um einer Herrscherin fürstlichen Sinn.
Uber der Menschen Thun und Verkehren
Blickt sie mit ruhiger Klarheit hin.
Uns aber treibt das verworrene Streben
Blind und sinnlos durchs wüste Leben. —
Höret der Mutter vermahnende Rede,
Wahrlich sie spricht ein gewichtiges Wort!
Laßt es genug sein und endet die Fehde —
Oder gefällt's euch, so setzet sie fort.
Was euch genehm ist das ist mir gerecht,
Ihr seid die Herrscher und ich bin der Knecht. —
Erlaubt daß ich nach altem Hausgebrauch
Den Frühtrunk erst mit meinen Knechten teile.
Sonst -war ich selber mit in Feld und Wald,
Mit meinem Auge ihren Fleiß regierend,
Wie sie mein Banner führte in der Schlacht;
Jetzt kann ich nichts mehr als den Schaffner machen,
Und kommt die warme Sonne nicht zu mir,
Ich kann sie nicht mehr suchen auf den Bergen.
Und so in engem stets und engerm Kreis
Beweg' ich mich dem engesten und letzten,
Wo alles Leben stillsteht, langsam zu.
Mein Schatten bin ich nur, bald nur mein Name. — —