249
in vielfachen gesellschaftlichen Verbindungen vergessen, und
eine Mittheilung neuer Sitten und Ideen aufgeregt wurde,
die vielleicht durch kein anderes Mittel so schnell bewirkt
werden konnte.
Schade aber, manches war bei allem diesem doch zu
hoch angefangen. Wenn, wie man am Siebenbürgischen
Woiwoden Stephan von Bador sah, selbst die ersten Maͤnner
des Reichs nicht schreiben und lesen können, so sind alle
Versuche der feineren Cultur verloren, und kein Aufklärungs-Versuch
wirkt auf die volle Masse der Nation selbst, wenn
nicht vielfache Verbindung und wechselsweise Communication
der Einwohner des Reichs befördert und sicher gemacht, auch
das Studium der Muttersprache mächtig gehoben wird. Ein
einziger recht guter Magyarischer Schriftsteller würde zehnmal
mehr gewirkt haben, als alle die Lateiner, denen der
Kdnig so viel Gutes that.
Doch bleibt's wahr, die Nation verlor in ihm den 140%
groͤßten Kdnig, den sie je gehabt hat. Arr.
Galeoti Martii Narniensis Commentatio de egregie, sapienter
et jocose dictis ac factis B. Matthiac ad silium ejus Duc
Joannem. "
P. Valla Szly tentamen historiae litterarum sub Matthia Cor.
vino. Lips. 1769. 4.
Schier diss. de ortu et interitu bibl. Corvinianae. Viennac 1766.
23. Stuͤrmische Koͤnigswahl nach seinem Tode. Sein
natuͤrlicher Sohn Johann Corvin wird nicht gewaͤhlt, weil
sich die Wahl zu lange verzog, und zum Ungluͤck des Reichs
siegt über alle übrigen Candidaten Koͤnig Ula106
dislaus von Böhmen. Die verwittwete Kbnigin hatte« Zul.
für ihn negociirt, und der Gouverneur von Wien, Stephan
von Zapolya, für ihn entschieden. Vielleicht hätte aber auch